Altes Testament · 150 Kapitel
Psalmen
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
- 6
- 7
- 8
- 9
- 10
- 11
- 12
- 13
- 14
- 15
- 16
- 17
- 18
- 19
- 20
- 21
- 22
- 23
- 24
- 25
- 26
- 27
- 28
- 29
- 30
- 31
- 32
- 33
- 34
- 35
- 36
- 37
- 38
- 39
- 40
- 41
- 42
- 43
- 44
- 45
- 46
- 47
- 48
- 49
- 50
- 51
- 52
- 53
- 54
- 55
- 56
- 57
- 58
- 59
- 60
- 61
- 62
- 63
- 64
- 65
- 66
- 67
- 68
- 69
- 70
- 71
- 72
- 73
- 74
- 75
- 76
- 77
- 78
- 79
- 80
- 81
- 82
- 83
- 84
- 85
- 86
- 87
- 88
- 89
- 90
- 91
- 92
- 93
- 94
- 95
- 96
- 97
- 98
- 99
- 100
- 101
- 102
- 103
- 104
- 105
- 106
- 107
- 108
- 109
- 110
- 111
- 112
- 113
- 114
- 115
- 116
- 117
- 118
- 119
- 120
- 121
- 122
- 123
- 124
- 125
- 126
- 127
- 128
- 129
- 130
- 131
- 132
- 133
- 134
- 135
- 136
- 137
- 138
- 139
- 140
- 141
- 142
- 143
- 144
- 145
- 146
- 147
- 148
- 149
- 150
Psalm 1
1Glückselig der Mann, der nicht wandelt im Rate der Gottlosen, und nicht steht auf dem Wege der Sünder, und nicht sitzt auf dem Sitze der Spötter,
2sondern seine Lust hat am Gesetz Jehovas und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht!
3Und er ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und dessen Blatt nicht verwelkt; und alles, was er tut, gelingt.
4Nicht so die Gesetzlosen, sondern sie sind wie die Spreu, die der Wind dahintreibt.
5Darum werden die Gesetzlosen nicht bestehen im Gericht, noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.
6Denn Jehova kennt den Weg der Gerechten; aber der Gesetzlosen Weg wird vergehen.
Psalm 2
1Warum toben die Nationen und sinnen Eitles die Völkerschaften?
2Es treten auf die Könige der Erde, und die Fürsten ratschlagen miteinander wider Jehova und wider seinen Gesalbten:
3"Lasset uns zerreißen ihre Bande, und von uns werfen ihre Seile!"
4Der im Himmel thront, lacht, der Herr spottet ihrer.
5Dann wird er zu ihnen reden in seinem Zorn, und in seiner Zornglut wird er sie schrecken.
6"Habe doch ich meinen König gesalbt auf Zion, meinem heiligen Berge!"
7Vom Beschluß will ich erzählen: Jehova hat zu mir gesprochen: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.
8Fordere von mir, und ich will dir zum Erbteil geben die Nationen, und zum Besitztum die Enden der Erde.
9Mit eisernem Zepter wirst du sie zerschmettern, wie ein Töpfergefäß sie zerschmeißen.
10Und nun, ihr Könige, seid verständig, lasset euch zurechtweisen, ihr Richter der Erde!
11Dienet Jehova mit Furcht, und freuet euch mit Zittern!
12Küsset den Sohn, daß er nicht zürne, und ihr umkommet auf dem Wege, wenn nur ein wenig entbrennt sein Zorn. Glückselig alle, die auf ihn trauen!
Psalm 3
1Ein Psalm von David, als er vor seinem Sohne Absalom floh. Jehova! wie viele sind meiner Bedränger! Viele erheben sich wider mich;
2viele sagen von meiner Seele: Es ist keine Rettung für ihn bei Gott! (Sela.)
3Du aber, Jehova, bist ein Schild um mich her, meine Herrlichkeit, und der mein Haupt emporhebt.
4Mit meiner Stimme rufe ich zu Jehova, und er antwortet mir von seinem heiligen Berge. (Sela.)
5Ich legte mich nieder und schlief; ich erwachte, denn Jehova stützt mich.
6Nicht fürchte ich mich vor Zehntausenden des Volkes, die sich ringsum wider mich gesetzt haben.
7Stehe auf, Jehova! Rette mich, mein Gott! Denn du hast alle meine Feinde auf den Backen geschlagen; die Zähne der Gesetzlosen hast du zerschmettert.
8Von Jehova ist die Rettung; dein Segen ist auf deinem Volke. (Sela.)
Psalm 4
1Dem Vorsänger mit Saitenspiel. Ein Psalm von David. Wenn ich rufe, antworte mir, Gott meiner Gerechtigkeit! In Bedrängnis hast du mir Raum gemacht; sei mir gnädig und höre mein Gebet!
2Ihr Männersöhne, bis wann soll meine Herrlichkeit zur Schande sein? Bis wann werdet ihr Eitles lieben, Lüge suchen? (Sela.)
3Erkennet doch, daß Jehova den Frommen für sich abgesondert hat! Jehova wird hören, wenn ich zu ihm rufe.
4Seid erregt, und sündiget nicht! Denket nach in eurem Herzen auf eurem Lager, und seid stille! (Sela.)
5Opfert Opfer der Gerechtigkeit, und vertrauet auf Jehova!
6Viele sagen: Wer wird uns Gutes schauen lassen? Erhebe, Jehova über uns das Licht deines Angesichts!
7Du hast Freude in mein Herz gegeben, mehr als zur Zeit, da ihres Kornes und ihres Mostes viel war.
8In Frieden werde ich sowohl mich niederlegen als auch schlafen; denn du, Jehova, allein lässest mich in Sicherheit wohnen.
Psalm 5
1Dem Vorsänger, zu Nechiloth. Ein Psalm von David. Nimm zu Ohren, Jehova, meine Worte, merke auf mein Nachsinnen!
2Horche auf die Stimme meines Schreiens, mein König und mein Gott! Denn zu dir bete ich.
3Frühe wirst du, Jehova, meine Stimme hören, frühe werde ich mein Anliegen dir vorstellen und harren.
4Denn nicht ein Gott bist du, der an Gesetzlosigkeit Gefallen hat; bei dir wird das Böse nicht weilen.
5Nicht werden die Toren bestehen vor deinen Augen; du hassest alle, die Frevel tun.
6Du wirst vertilgen die Lügenredner; den Mann des Blutes und des Truges verabscheut Jehova.
7Ich aber, ich werde in der Größe deiner Güte eingehen in dein Haus, ich werde anbeten in deiner Furcht gegen deinen heiligen Tempel.
8Leite mich, Jehova, in deiner Gerechtigkeit um meiner Feinde willen; ebne vor mir deinen Weg.
9Denn in ihrem Munde ist nichts Zuverlässiges; ihr Inneres ist Verderben, ein offenes Grab ihr Schlund; ihre Zunge glätten sie.
10Laß sie büßen, o Gott; mögen sie fallen durch ihre Anschläge! Stoße sie hinweg wegen der Menge ihrer Übertretungen! Denn sie sind widerspenstig gegen dich gewesen.
11So werden sich freuen alle, die auf dich trauen: ewig werden sie jubeln, und du wirst sie beschirmen; und in dir werden frohlocken, die deinen Namen lieben.
12Denn du wirst den Gerechten segnen; Jehova, mit Gunst wirst du ihn umgeben wie mit einem Schilde.
Psalm 6
1Dem Vorsänger, mit Saitenspiel, auf der Scheminith. Ein Psalm von David. Jehova, strafe mich nicht in deinem Zorn, und züchtige mich nicht in deinem Grimm!
2Sei mir gnädig, Jehova! Denn ich bin dahingewelkt; heile mich, Jehova! Denn meine Gebeine sind bestürzt.
3Und sehr bestürzt ist meine Seele... Und du, Jehova, bis wann?
4Kehre um, Jehova, befreie meine Seele; rette mich um deiner Güte willen!
5Denn im Tode gedenkt man deiner nicht; im Scheol, wer wird dich preisen?
6Müde bin ich durch mein Seufzen; jede Nacht schwemme ich mein Bett, mache mit meinen Tränen mein Lager zerfließen.
7Verfallen ist mein Auge vor Gram, gealtert ob all meiner Bedränger.
8Weichet von mir alle, die ihr Frevel tut! Denn Jehova hat gehört die Stimme meines Weinens;
9Jehova hat mein Flehen gehört; mein Gebet nahm Jehova an.
10Alle meine Feinde werden beschämt und sehr bestürzt werden; sie werden umkehren, sie werden plötzlich beschämt werden.
Psalm 7
1Schiggajon, von David, das er Jehova sang wegen der Worte Kusch', des Benjaminiters. Jehova, mein Gott, auf dich traue ich; rette mich von allen meinen Verfolgern und befreie mich!
2Daß er nicht meine Seele zerreiße wie ein Löwe, sie zermalmend, und kein Erretter ist da.
3Jehova, mein Gott! Wenn ich solches getan habe, wenn Unrecht in meinen Händen ist,
4wenn ich Böses vergolten dem, der mit mir im Frieden war, habe ich doch den befreit, der mich ohne Ursache bedrängte
5so verfolge der Feind meine Seele und erreiche sie, und trete mein Leben zu Boden und strecke meine Ehre hin in den Staub. (Sela.)
6Stehe auf, Jehova, in deinem Zorn! Erhebe dich wider das Wüten meiner Bedränger, und wache auf zu mir: Gericht hast du befohlen.
7Und die Schar der Völkerschaften wird dich umringen; und ihretwegen kehre wieder zur Höhe!
8Jehova wird die Völker richten. Richte mich, Jehova, nach meiner Gerechtigkeit und nach meiner Lauterkeit, die bei mir ist.
9Laß doch ein Ende nehmen die Bosheit der Gesetzlosen, und befestige den Gerechten! Es prüft ja Herzen und Nieren der gerechte Gott.
10Mein Schild ist bei Gott, der die von Herzen Aufrichtigen rettet.
11Gott ist ein gerechter Richter, und ein Gott, der jeden Tag zürnt.
12Wenn er nicht umkehrt, so wetzt er sein Schwert; seinen Bogen hat er gespannt und ihn gerichtet.
13Und Werkzeuge des Todes hat er für ihn bereitet, seine Pfeile macht er brennend.
14Siehe, er ist in Geburtswehen mit Unheil; und, schwanger mit Mühsal, gebiert er Falschheit.
15Er hat eine Grube gegraben und hat sie ausgehöhlt, und er ist in die Grube gefallen, die er gemacht hat.
16Seine Mühsal wird zurückkehren auf sein Haupt, und auf seinen Scheitel wird herabstürzen seine Gewalttat.
17Ich will Jehova preisen nach seiner Gerechtigkeit, und besingen den Namen Jehovas, des Höchsten.
Psalm 8
1Dem Vorsänger, auf der Gittith. Ein Psalm von David. Jehova, unser Herr, wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde, der du deine Majestät gestellt hast über die Himmel!
2Aus dem Munde der Kinder und Säuglinge hast du Macht gegründet um deiner Bedränger willen, um zum Schweigen zu bringen den Feind und den Rachgierigen.
3Wenn ich anschaue deinen Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast:
4Was ist der Mensch, daß du sein gedenkst, und des Menschen Sohn, daß du auf ihn achthast?
5Denn ein wenig hast du ihn unter die Engel erniedrigt; und mit Herrlichkeit und Pracht hast du ihn gekrönt.
6Du hast ihn zum Herrscher gemacht über die Werke deiner Hände; alles hast du unter seine Füße gestellt:
7Schafe und Rinder allesamt und auch die Tiere des Feldes,
8das Gevögel des Himmels und die Fische des Meeres, was die Pfade der Meere durchwandert.
9Jehova, unser Herr, wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde!
Psalm 9
1Dem Vorsänger, nach Muth Labben. Ein Psalm von David. Ich will Jehova preisen mit meinem ganzen Herzen, will erzählen alle deine Wundertaten.
2In dir will ich mich freuen und frohlocken, will deinen Namen besingen, o Höchster!
3Als meine Feinde sich zurückwandten, strauchelten sie und kamen um vor deinem Angesicht.
4Denn du hast ausgeführt mein Recht und meine Rechtssache; du hast dich auf den Thron gesetzt, ein gerechter Richter.
5Du hast die Nationen gescholten, den Gesetzlosen vertilgt; ihren Namen hast du ausgelöscht für immer und ewig;
6O Feind! Zu Ende sind die Trümmer für immer; auch hast du Städte zerstört: ihr, ja, ihr Gedächtnis ist verschwunden.
7Jehova aber thront ewiglich; er hat seinen Thron aufgestellt zum Gericht.
8Und er, er wird den Erdkreis richten in Gerechtigkeit, wird über die Völkerschaften Gericht halten in Geradheit.
9Und Jehova wird eine hohe Feste sein dem Unterdrückten, eine hohe Feste in Zeiten der Drangsal.
10Und auf dich werden vertrauen, die deinen Namen kennen; denn du hast nicht verlassen, die dich suchen, Jehova.
11Singet Psalmen Jehova, der Zion bewohnt, verkündet unter den Völkern seine Taten!
12Denn der dem vergossenen Blute nachforscht, hat ihrer gedacht; er hat das Schreien der Elenden nicht vergessen.
13Sei mir gnädig, Jehova! Sieh an mein Elend von seiten meiner Hasser, indem du mich emporhebst aus den Toren des Todes;
14auf daß ich all dein Lob erzähle in den Toren der Tochter Zion, frohlocke über deine Rettung.
15Versunken sind die Nationen in die Grube, die sie gemacht; ihr Fuß ward gefangen in dem Netze, das sie heimlich gelegt haben.
16Jehova ist bekannt geworden: er hat Gericht ausgeübt, indem er den Gesetzlosen verstrickt hat in dem Werke seiner Hände. (Higgajon, Sela.)
17Es werden zum Scheol umkehren die Gesetzlosen, alle Nationen, die Gottes vergessen.
18Denn nicht für immer wird der Arme vergessen sein, noch für ewig verloren die Hoffnung der Sanftmütigen.
19Stehe auf, Jehova! Nicht habe der Mensch die Oberhand; vor deinem Angesicht mögen gerichtet werden die Nationen!
20Lege Furcht auf sie, Jehova; mögen die Nationen wissen, daß sie Menschen sind! (Sela.)
Psalm 10
1Warum, Jehova, stehst du fern, verbirgst dich in Zeiten der Drangsal?
2In seinem Hochmut verfolgt der Gesetzlose hitzig den Elenden. Sie werden erhascht werden in den Anschlägen, die sie ersonnen haben.
3Denn der Gesetzlose rühmt sich des Gelüstes seiner Seele; und er segnet den Habsüchtigen, er verachtet Jehova.
4Der Gesetzlose spricht nach seinem Hochmut: Er wird nicht nachforschen. Alle seine Gedanken sind: Es ist kein Gott!
5Es gelingen seine Wege allezeit; hoch sind deine Gerichte, weit von ihm entfernt; alle seine Widersacher, er bläst sie an.
6Er spricht in seinem Herzen: Ich werde nicht wanken; von Geschlecht zu Geschlecht werde ich in keinem Unglück sein.
7Sein Mund ist voll Fluchens und Truges und Bedrückung; unter seiner Zunge ist Mühsal und Unheil.
8Er sitzt im Hinterhalt der Dörfer, an verborgenen Örtern ermordet er den Unschuldigen; seine Augen spähen dem Unglücklichen nach.
9Er lauert im Versteck, wie ein Löwe in seinem Dickicht; er lauert, um den Elenden zu erhaschen; er erhascht den Elenden, indem er ihn in sein Netz zieht.
10Er duckt sich, bückt sich, und in seine starken Klauen fallen die Unglücklichen.
11Er spricht in seinem Herzen: Gott vergißt; er verbirgt sein Angesicht, niemals sieht er's!
12Stehe auf, Jehova! Gott, erhebe deine Hand! Vergiß nicht der Elenden!
13Warum verachtet der Gesetzlose Gott, spricht in seinem Herzen, du werdest nicht nachforschen?
14Du hast es gesehen, denn du, du schaust auf Mühsal und Gram, um zu vergelten durch deine Hand; dir überläßt es der Unglückliche, der Waise Helfer bist du.
15Zerbrich den Arm des Gesetzlosen; und der Böse, suche seine Gesetzlosigkeit, bis daß du sie nicht mehr findest!
16Jehova ist König immer und ewiglich; die Nationen sind umgekommen aus seinem Lande.
17Den Wunsch der Sanftmütigen hast du gehört, Jehova; du befestigtest ihr Herz, ließest dein Ohr aufmerken,
18um Recht zu schaffen der Waise und dem Unterdrückten, daß der Mensch, der von der Erde ist, hinfort nicht mehr schrecke.
Psalm 11
1Dem Vorsänger. Von David. Auf Jehova traue ich; wie saget ihr zu meiner Seele: Fliehet wie ein Vogel nach eurem Berge?
2Denn siehe, die Gesetzlosen spannen den Bogen, sie haben ihren Pfeil auf der Sehne gerichtet, um im Finstern zu schießen auf die von Herzen Aufrichtigen.
3Wenn die Grundpfeiler umgerissen werden, was tut dann der Gerechte?
4Jehova ist in seinem heiligen Palast. Jehova, in den Himmeln ist sein Thron; seine Augen schauen, seine Augenlider prüfen die Menschenkinder.
5Jehova prüft den Gerechten; und den Gesetzlosen und den, der Gewalttat liebt, haßt seine Seele.
6Er wird Schlingen regnen lassen auf die Gesetzlosen; Feuer und Schwefel und Glutwind wird das Teil ihres Bechers sein.
7Denn gerecht ist Jehova, Gerechtigkeiten liebt er. Sein Angesicht schaut den Aufrichtigen an.
Psalm 12
1Dem Vorsänger, auf der Scheminith. Ein Psalm von David. Rette, Jehova! Denn der Fromme ist dahin, denn die Treuen sind verschwunden unter den Menschenkindern.
2Sie reden Falschheit, ein jeder mit seinem Nächsten; ihre Lippen schmeicheln, mit doppeltem Herzen reden sie.
3Jehova wird ausrotten alle schmeichelnden Lippen, die Zunge, die große Dinge redet,
4die da sagen: Wir werden überlegen sein mit unserer Zunge, unsere Lippen sind mit uns; wer ist unser Herr?
5Wegen der gewalttätigen Behandlung der Elenden, wegen des Seufzens der Armen will ich nun aufstehen, spricht Jehova; ich will in Sicherheit stellen den, der danach schmachtet.
6Die Worte Jehovas sind reine Worte Silber, das geläutert in dem Schmelztiegel zur Erde fließt, siebenmal gereinigt.
7Du, Jehova, wirst sie bewahren, wirst sie behüten vor diesem Geschlecht ewiglich.
8Die Gesetzlosen wandeln ringsumher, wenn die Gemeinheit erhöht ist bei den Menschenkindern.
Psalm 13
1Dem Vorsänger. Ein Psalm von David. Bis wann, Jehova, willst du meiner vergessen immerdar? Bis wann willst du dein Angesicht vor mir verbergen?
2Bis wann soll ich Ratschläge hegen in meiner Seele, Kummer in meinem Herzen bei Tage? Bis wann soll sich mein Feind über mich erheben?
3Schaue her, antworte mir, Jehova, mein Gott! Erleuchte meine Augen, daß ich nicht entschlafe zum Tode,
4daß mein Feind nicht sage: Ich habe ihn übermocht! meine Bedränger nicht frohlocken, wenn ich wanke.
5Ich aber, ich habe auf deine Güte vertraut; mein Herz soll frohlocken über deine Rettung.
6(H13:5) Ich will Jehova singen, denn er hat wohlgetan an mir.
Psalm 14
1Dem Vorsänger. Von David. Der Tor spricht in seinem Herzen: Es ist kein Gott! Sie haben verderbt gehandelt, sie haben abscheulich getan; da ist keiner, der Gutes tue.
2Jehova hat vom Himmel herniedergeschaut auf die Menschenkinder, um zu sehen, ob ein Verständiger da sei, einer, der Gott suche.
3Alle sind abgewichen, sie sind allesamt verderbt; da ist keiner, der Gutes tue, auch nicht einer.
4Haben keine Erkenntnis alle, die Frevel tun, die mein Volk fressen, als äßen sie Brot? Jehova rufen sie nicht an.
5Da überfiel sie ein Schrecken, denn Gott ist unter dem gerechten Geschlecht.
6Ihr machet zum Hohn den Ratschlag des Elenden, weil Jehova seine Zuflucht ist.
7O daß aus Zion die Rettung Israels da wäre! Wenn Jehova die Gefangenschaft seines Volkes wendet, soll Jakob frohlocken, Israel sich freuen.
Psalm 15
1Ein Psalm; von David. Jehova, wer wird in deinem Zelte weilen? Wer wird wohnen auf deinem heiligen Berge?
2Der in Lauterkeit wandelt und Gerechtigkeit wirkt und Wahrheit redet von Herzen,
3nicht verleumdet mit seiner Zunge, kein Übel tut seinem Genossen, und keine Schmähung bringt auf seinen Nächsten;
4in dessen Augen verachtet ist der Verworfene, der aber die ehrt, welche Jehova fürchten; hat er zum Schaden geschworen, so ändert er es nicht:
5Der sein Geld nicht auf Zins gibt, und kein Geschenk nimmt wider den Unschuldigen. Wer solches tut, wird nicht wanken in Ewigkeit.
Psalm 16
1Ein Gedicht von David. Bewahre mich, Gott, denn ich traue auf dich!
2Du, meine Seele, hast zu Jehova gesagt: Du bist der Herr; meine Güte reicht nicht hinauf zu dir.
3Du hast zu den Heiligen gesagt, die auf Erden sind, und zu den Herrlichen: An ihnen ist alle meine Lust.
4Viele werden der Schmerzen derer sein, die einem anderen nacheilen; ihre Trankopfer von Blut werde ich nicht spenden, und ihre Namen nicht auf meine Lippen nehmen.
5Jehova ist das Teil meines Erbes und meines Bechers; du erhältst mein Los.
6Die Meßschnüre sind mir gefallen in lieblichen Örtern; ja, ein schönes Erbteil ist mir geworden.
7Jehova werde ich preisen, der mich beraten hat, selbst des Nachts unterweisen mich meine Nieren.
8Ich habe Jehova stets vor mich gestellt; weil er zu meiner Rechten ist, werde ich nicht wanken.
9Darum freut sich mein Herz, und frohlockt meine Seele. Auch mein Fleisch wird in Sicherheit ruhen.
10Denn meine Seele wirst du dem Scheol nicht lassen, wirst nicht zugeben, daß dein Frommer die Verwesung sehe.
11Du wirst mir kundtun den Weg des Lebens; Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht, Lieblichkeiten in deiner Rechten immerdar.
Psalm 17
1Ein Gebet; von David. Höre, Jehova, die Gerechtigkeit, horche auf mein Schreien; nimm zu Ohren mein Gebet von Lippen ohne Trug!
2Von deiner Gegenwart gehe mein Recht aus; laß deine Augen Aufrichtigkeit anschauen!
3Du hast mein Herz geprüft, hast mich des Nachts durchforscht; du hast mich geläutert, nichts fandest du; mein Gedanke geht nicht weiter als mein Mund.
4Was das Tun des Menschen anlangt, so habe ich mich durch das Wort deiner Lippen bewahrt vor den Wegen des Gewalttätigen.
5Meine Schritte hielten fest an deinen Spuren, meine Tritte haben nicht gewankt.
6Ich, ich habe dich angerufen, denn du erhörest mich, o Gott. Neige dein Ohr zu mir, höre meine Rede!
7Erweise wunderbar deine Gütigkeiten, der du durch deine Rechte die auf dich Trauenden rettest vor denen, die sich wider sie erheben.
8Bewahre mich wie den Augapfel im Auge; birg mich in dem Schatten deiner Flügel
9vor den Gesetzlosen, die mich zerstören, meinen Todfeinden, die mich umzingeln.
10Ihr fettes Herz verschließen sie, mit ihrem Munde reden sie stolz.
11In allen unseren Schritten haben sie uns jetzt umringt; sie richten ihre Augen, uns zu Boden zu strecken.
12Er ist gleich einem Löwen, der nach Raub schmachtet, und wie ein junger Löwe, sitzend im Versteck.
13Stehe auf, Jehova! Komm ihm zuvor, wirf ihn nieder! Errette meine Seele von dem Gesetzlosen durch dein Schwert;
14von den Leuten durch deine Hand, Jehova, von den Leuten dieses Zeitlaufs! Ihr Teil ist in diesem Leben, und ihren Bauch füllst du mit deinem Schatze; sie haben Söhne die Fülle, und ihren Überfluß lassen sie ihren Kindern.
15Ich, ich werde dein Angesicht schauen in Gerechtigkeit, werde gesättigt werden, wenn ich erwache, mit deinem Bilde.
Psalm 18
1Dem Vorsänger. Von dem Knechte Jehovas, von David, der die Worte dieses Liedes zu Jehova redete an dem Tage, als Jehova ihn errettet hatte aus der Hand aller seiner Feinde und aus der Hand Sauls. Und er sprach: Ich liebe dich, Jehova, meine Stärke!
2Jehova ist mein Fels und meine Burg und mein Erretter; mein Gott, mein Hort, auf ihn werde ich trauen, mein Schild und das Horn meines Heils, meine hohe Feste.
3Ich werde Jehova anrufen, der zu loben ist, und ich werde gerettet werden von meinen Feinden.
4Es umfingen mich die Bande des Todes, und die Ströme Belials erschreckten mich;
5die Bande des Scheols umringten mich, es ereilten mich die Fallstricke des Todes.
6In meiner Bedrängnis rief ich zu Jehova, und ich schrie zu meinem Gott; er hörte aus seinem Tempel meine Stimme, und mein Schrei vor ihm kam in seine Ohren.
7Da wankte und bebte die Erde, und die Grundfesten der Berge erzitterten und wankten, weil er entbrannt war.
8Rauch stieg auf von seiner Nase, und Feuer fraß aus seinem Munde; glühende Kohlen brannten aus ihm.
9Und er neigte die Himmel und fuhr hernieder, und Dunkel war unter seinen Füßen.
10Und er fuhr auf einem Cherub und flog daher, und er schwebte auf den Fittichen des Windes.
11Finsternis machte er zu seinem Bergungsort, zu seinem Zelte rings um sich her, Finsternis der Wasser, dichtes Himmelsgewölk.
12Aus dem Glanze vor ihm fuhr sein dichtes Gewölk vorüber, Hagel und feurige Kohlen.
13Und es donnerte Jehova in den Himmeln, und der Höchste ließ seine Stimme erschallen, Hagel und feurige Kohlen.
14Und er schoß seine Pfeile und zerstreute sie, und er schleuderte Blitze und verwirrte sie.
15Und es wurden gesehen die Betten der Wasser, und die Grundfesten des Erdkreises wurden aufgedeckt vor deinem Schelten, Jehova, vor dem Schnauben des Hauches deiner Nase.
16Er streckte seine Hand aus von der Höhe, er nahm mich, er zog mich aus großen Wassern.
17Er errettete mich von meinem starken Feinde und von meinen Hassern, denn sie waren mächtiger als ich.
18Sie ereilten mich am Tage meines Unglücks, aber Jehova ward mir zur Stütze.
19Und er führte mich heraus ins Weite, er befreite mich, weil er Lust an mir hatte.
20Jehova vergalt mir nach meiner Gerechtigkeit, nach der Reinheit meiner Hände erstattete er mir.
21Denn ich habe die Wege Jehovas bewahrt, und bin von meinem Gott nicht frevelhaft abgewichen.
22Denn alle seine Rechte waren vor mir, und seine Satzungen, ich entfernte sie nicht von mir.
23Und ich war vollkommen gegen ihn, und hütete mich vor meiner Ungerechtigkeit.
24Und Jehova erstattete mir nach meiner Gerechtigkeit, nach der Reinheit meiner Hände vor seinen Augen.
25Gegen den Gütigen erzeigst du dich gütig, gegen den vollkommenen Mann erzeigst du dich vollkommen;
26gegen den Reinen erzeigst du dich rein, und gegen den Verkehrten erzeigst du dich entgegenstreitend.
27Denn du, du wirst retten das elende Volk, und die hohen Augen wirst du erniedrigen.
28Denn du, du machst meine Leuchte scheinen; Jehova, mein Gott, erhellt meine Finsternis.
29Denn mit dir werde ich gegen eine Schar anrennen, und mit meinem Gott werde ich eine Mauer überspringen.
30Gott, sein Weg ist vollkommen; Jehovas Wort ist geläutert; ein Schild ist er allen, die auf ihn trauen.
31Denn wer ist Gott, außer Jehova? Und wer ein Fels, als nur unser Gott?
32Der Gott, der mich mit Kraft umgürtet und vollkommen macht meinen Weg;
33der meine Füße denen der Hindinnen gleich macht, und mich hinstellt auf meine Höhen;
34der meine Hände den Streit lehrt, und meine Arme spannen den ehernen Bogen!
35Und du gabst mir den Schild deines Heils, und deine Rechte stützte mich, und deine Herablassung machte mich groß.
36Du machtest Raum meinen Schritten unter mir, und meine Knöchel haben nicht gewankt.
37Meinen Feinden jagte ich nach und erreichte sie, und ich kehrte nicht um, bis sie aufgerieben waren.
38Ich zerschmetterte sie, und sie vermochten nicht aufzustehen; sie fielen unter meine Füße.
39Und du umgürtetest mich mit Kraft zum Streite, beugtest unter mich, die wider mich aufstanden.
40Und du hast mir gegeben den Rücken meiner Feinde; und meine Hasser, ich vernichtete sie.
41Sie schrieen, und kein Retter war da zu Jehova, und er antwortete ihnen nicht.
42Und ich zermalmte sie wie Staub vor dem Winde; wie Straßenkot schüttete ich sie aus.
43Du errettetest mich aus den Streitigkeiten des Volkes; du setztest mich zum Haupte der Nationen; ein Volk, das ich nicht kannte, dient mir.
44Sowie ihr Ohr hörte, gehorchten sie mir; die Söhne der Fremde unterwarfen sich mir mit Schmeichelei.
45Die Söhne der Fremde sanken hin und zitterten hervor aus ihren Schlössern.
46Jehova lebt, und gepriesen sei mein Fels! Und erhoben werde der Gott meines Heils!
47Der Gott, der mir Rache gab und die Völker mir unterwarf,
48der mich errettete von meinen Feinden. Ja, du erhöhtest mich über die, welche wider mich aufstanden; von dem Manne der Gewalttat befreitest du mich.
49Darum, Jehova, will ich dich preisen unter den Nationen, und Psalmen singen deinem Namen,
50Dich, der groß macht die Rettungen seines Königs, und Güte erweist seinem Gesalbten, David und seinem Samen ewiglich.
Psalm 19
1Dem Vorsänger. Ein Psalm von David. Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und die Ausdehnung verkündet seiner Hände Werk.
2Ein Tag berichtet es dem anderen, und eine Nacht meldet der anderen die Kunde davon.
3Keine Rede und keine Worte, doch gehört wird ihre Stimme.
4Ihre Meßschnur geht aus über die ganze Erde, und bis an das Ende des Erdkreises ihre Sprache; er hat der Sonne in ihnen ein Zelt gesetzt.
5Und sie ist wie ein Bräutigam, der hervortritt aus seinem Gemach; sie freut sich wie ein Held, zu durchlaufen die Bahn.
6Vom Ende der Himmel ist ihr Ausgang, und ihr Umlauf bis zu ihren Enden; und nichts ist vor ihrer Glut verborgen.
7Das Gesetz Jehovas ist vollkommen, erquickend die Seele; das Zeugnis Jehovas ist zuverlässig, macht weise den Einfältigen.
8Die Vorschriften Jehovas sind richtig, erfreuend das Herz; das Gebot Jehovas ist lauter, erleuchtend die Augen.
9Die Furcht Jehovas ist rein, bestehend in Ewigkeit. Die Rechte Jehovas sind Wahrheit, sie sind gerecht allesamt;
10sie, die köstlicher sind als Gold und viel gediegenes Gold, und süßer als Honig und Honigseim.
11Auch wird dein Knecht durch sie belehrt; im Beobachten derselben ist großer Lohn.
12Verirrungen, wer sieht sie ein? Von verborgenen Sünden reinige mich!
13Auch von übermütigen halte deinen Knecht zurück; laß sie mich nicht beherrschen! Dann bin ich tadellos und bin rein von großer Übertretung.
14Laß die Reden meines Mundes und das Sinnen meines Herzens wohlgefällig vor dir sein, Jehova, mein Fels und mein Erlöser!
Psalm 20
1Dem Vorsänger. Ein Psalm von David. Jehova erhöre dich am Tage der Drangsal, der Name des Gottes Jakobs setze dich in Sicherheit;
2Er sende deine Hilfe aus dem Heiligtum, und von Zion aus unterstütze er dich;
3Er gedenke aller deiner Speisopfer, und dein Brandopfer wolle er annehmen! (Sela.)
4Er gebe dir nach deinem Herzen, und alle deine Ratschläge erfülle er!
5Jubeln wollen wir über deine Rettung, und im Namen unseres Gottes das Panier erheben. Jehova erfülle alle deine Bitten!
6Jetzt weiß ich, daß Jehova seinen Gesalbten rettet; aus seinen heiligen Himmeln wird er ihn erhören durch die Machttaten des Heils seiner Rechten.
7Diese gedenken der Wagen und jene der Rosse, wir aber gedenken des Namens Jehovas, unseres Gottes.
8Jene krümmen sich und fallen, wir aber stehen und halten uns aufrecht.
9Jehova, rette! Der König erhöre uns am Tage unseres Rufens!
Psalm 21
1Dem Vorsänger. Ein Psalm von David. In deiner Kraft, Jehova, freut sich der König, und wie sehr frohlockt er über deine Rettung!
2Den Wunsch seines Herzens hast du ihm gegeben, und das Verlangen seiner Lippen nicht verweigert. (Sela.)
3Denn mit Segnungen des Guten kamst du ihm zuvor; auf sein Haupt setztest du eine Krone von gediegenem Golde.
4Leben erbat er von dir, du hast es ihm gegeben: Länge der Tage immer und ewiglich.
5Groß ist seine Herrlichkeit durch deine Rettung; Majestät und Pracht legtest du auf ihn.
6Denn zu Segnungen setztest du ihn ewiglich; du erfreutest ihn mit Freude durch dein Angesicht.
7Denn auf Jehova vertraut der König, und durch des Höchsten Güte wird er nicht wanken.
8Deine Hand wird finden alle deine Feinde, finden wird deine Rechte deine Hasser.
9Wie einen Feuerofen wirst du sie machen zur Zeit deiner Gegenwart; Jehova wird sie verschlingen in seinem Zorn, und Feuer wird sie verzehren.
10Ihre Frucht wirst du von der Erde vertilgen, und ihren Samen aus den Menschenkindern.
11Denn sie haben Böses wider dich geplant, einen Anschlag ersonnen: sie werden nichts vermögen.
12Denn du wirst sie umkehren machen, wirst deine Sehne gegen ihr Angesicht richten.
13Erhebe dich, Jehova, in deiner Kraft! Wir wollen singen und Psalmen singen deiner Macht.
Psalm 22
1Dem Vorsänger, nach: "Hindin der Morgenröte". Ein Psalm von David. Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, bist fern von meiner Rettung, den Worten meines Gestöhns?
2Mein Gott! Ich rufe des Tages, und du antwortest nicht; und des Nachts, und mir wird keine Ruhe.
3Doch du bist heilig, der du wohnst unter den Lobgesängen Israels.
4Auf dich vertrauten unsere Väter; sie vertrauten, und du errettetest sie.
5Zu dir schrieen sie und wurden errettet; sie vertrauten auf dich und wurden nicht beschämt.
6Ich aber bin ein Wurm und kein Mann, der Menschen Hohn und der vom Volke Verachtete.
7Alle, die mich sehen, spotten meiner; sie reißen die Lippen auf, schütteln den Kopf:
8"Er vertraut auf Jehova! Der errette ihn, befreie ihn, weil er Lust an ihm hat!"
9Doch du bist es, der mich aus dem Mutterleibe gezogen hat, der mich vertrauen ließ an meiner Mutter Brüsten.
10Auf dich bin ich geworfen von Mutterschoße an, von meiner Mutter Leibe an bist du mein Gott.
11Sei nicht fern von mir! Denn Drangsal ist nahe, denn kein Helfer ist da.
12Viele Farren haben mich umgeben, Stiere von Basan mich umringt;
13sie haben ihr Maul wider mich aufgesperrt, gleich einem reißenden und brüllenden Löwen.
14Wie Wasser bin ich hingeschüttet, und alle meine Gebeine haben sich zertrennt; wie Wachs ist geworden mein Herz, es ist zerschmolzen inmitten meiner Eingeweide.
15Meine Kraft ist vertrocknet wie ein Scherben, und meine Zunge klebt an meinem Gaumen; und in den Staub des Todes legst du mich.
16Denn Hunde haben mich umgeben, eine Rotte von Übeltätern hat mich umzingelt. Sie haben meine Hände und meine Füße durchgraben;
17alle meine Gebeine könnte ich zählen. Sie schauen und sehen mich an;
18Sie teilen meine Kleider unter sich, und über mein Gewand werfen sie das Los.
19Du aber, Jehova, sei nicht fern! Meine Stärke, eile mir zur Hilfe!
20Errette vom Schwert meine Seele, meine einzige von der Gewalt des Hundes;
21rette mich aus dem Rachen des Löwen! Ja, du hast mich erhört von den Hörnern der Büffel.
22Verkündigen will ich deinen Namen meinen Brüdern; inmitten der Versammlung will ich dich loben.
23Ihr, die ihr Jehova fürchtet, lobet ihn; aller Same Jakobs, verherrlichet ihn, und scheuet euch vor ihm, aller Same Israels!
24Denn nicht verachtet hat er, noch verabscheut das Elend des Elenden, noch sein Angesicht vor ihm verborgen; und als er zu ihm schrie, hörte er.
25Von dir kommt mein Lobgesang in der großen Versammlung; bezahlen will ich meine Gelübde vor denen, die ihn fürchten.
26Die Sanftmütigen werden essen und satt werden; es werden Jehova loben, die ihn suchen; euer Herz lebe immerdar.
27Es werden eingedenk werden und zu Jehova umkehren alle Enden der Erde; und vor dir werden niederfallen alle Geschlechter der Nationen.
28Denn Jehovas ist das Reich, und unter den Nationen herrscht er.
29Es essen und fallen nieder alle Fetten der Erde; vor ihm werden sich beugen alle, die in den Staub hinabfahren, und der seine Seele nicht am Leben erhält.
30Ein Same wird ihm dienen; er wird dem Herrn als ein Geschlecht zugerechnet werden.
31Sie werden kommen und verkünden seine Gerechtigkeit einem Volke, welches geboren wird, daß er es getan hat.
Psalm 23
1Ein Psalm von David. Jehova ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
2Er lagert mich auf grünen Auen, er führt mich zu stillen Wassern.
3Er erquickt meine Seele, er leitet mich in Pfaden der Gerechtigkeit um seines Namens willen.
4Auch wenn ich wanderte im Tale des Todesschattens, fürchte ich nichts Übles, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, sie trösten mich.
5Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über.
6Fürwahr, Güte und Huld werden mir folgen alle Tage meines Lebens; und ich werde wohnen im Hause Jehovas auf immerdar.
Psalm 24
1Von David. Ein Psalm. Jehovas ist die Erde und ihre Fülle, der Erdkreis und die darauf wohnen.
2Denn er, er hat sie gegründet über Meeren, und über Strömen sie festgestellt.
3Wer wird steigen auf den Berg Jehovas, und wer wird stehen an seiner heiligen Stätte?
4Der unschuldiger Hände und reinen Herzens ist, der nicht zur Falschheit erhebt seine Seele und nicht schwört zum Truge.
5Er wird Segen empfangen von Jehova, und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heils.
6Dies ist das Geschlecht derer, die nach ihm trachten, die dein Angesicht suchen Jakob. (Sela.)
7Erhebet, ihr Tore, eure Häupter, und erhebet euch, ewige Pforten, daß einziehe der König der Herrlichkeit!
8Wer ist dieser König der Herrlichkeit? Jehova, stark und mächtig! Jehova, mächtig im Kampf!
9Erhebet, ihr Tore, eure Häupter, und erhebet euch, ewige Pforten, daß einziehe der König der Herrlichkeit!
10Wer ist er, dieser König der Herrlichkeit? Jehova der Heerscharen, er ist der König der Herrlichkeit! (Sela.)
Psalm 25
1Von David. Zu dir, Jehova, erhebe ich meine Seele.
2Mein Gott, auf dich vertraue ich: Laß mich nicht beschämt werden, laß meine Feinde nicht über mich frohlocken!
3Auch werden alle, die auf dich harren, nicht beschämt werden; es werden beschämt werden, die treulos handeln ohne Ursache.
4Deine Wege, Jehova, tue mir kund, deine Pfade lehre mich!
5Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich, denn du bist der Gott meines Heils; auf dich harre ich den ganzen Tag.
6Gedenke deiner Erbarmungen, Jehova, und deiner Gütigkeiten; denn von Ewigkeit her sind sie.
7Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend, noch meiner Übertretungen; gedenke du meiner nach deiner Huld, um deiner Güte willen, Jehova!
8Gütig und gerade ist Jehova, darum unterweist er die Sünder in dem Wege;
9Er leitet die Sanftmütigen im Recht, und lehrt die Sanftmütigen seinen Weg.
10Alle Pfade Jehovas sind Güte und Wahrheit für die, welche seinen Bund und seine Zeugnisse bewahren.
11Um deines Namens willen, Jehova, wirst du ja vergeben meine Ungerechtigkeit; denn sie ist groß.
12Wer ist nun der Mann, der Jehova fürchtet? Er wird ihn unterweisen in dem Wege, den er wählen soll.
13Seine Seele wird im Guten wohnen, und sein Same die Erde besitzen.
14Das Geheimnis Jehovas ist für die, welche ihn fürchten, und sein Bund, um ihnen denselben kundzutun.
15Meine Augen sind stets auf Jehova gerichtet; denn er wird meine Füße herausführen aus dem Netze.
16Wende dich zu mir und sei mir gnädig, denn einsam und elend bin ich.
17Die Ängste meines Herzens haben sich vermehrt; führe mich heraus aus meinen Drangsalen!
18Sieh an mein Elend und meine Mühsal, und vergib alle meine Sünden!
19Sieh an meine Feinde, denn ihrer sind viele, und mit grausamem Hasse hassen sie mich.
20Bewahre meine Seele und errette mich! Laß mich nicht beschämt werden, denn ich traue auf dich.
21Lauterkeit und Geradheit mögen mich behüten, denn ich harre auf dich.
22Erlöse Israel, o Gott, aus allen seinen Bedrängnissen!
Psalm 26
1Von David. Richte mich, Jehova! Denn in meiner Lauterkeit habe ich gewandelt; und auf Jehova habe ich vertraut, ich werde nicht wanken.
2Prüfe mich, Jehova, und erprobe mich; läutere meine Nieren und mein Herz!
3Denn deine Güte ist vor meinen Augen, und in deiner Wahrheit wandle ich.
4Nicht habe ich gesessen bei falschen Leuten, und mit Hinterlistigen ging ich nicht um.
5Ich habe die Versammlung der Übeltäter gehaßt, und bei Gesetzlosen saß ich nicht.
6Ich wasche in Unschuld meine Hände, und umgehe deinen Altar, Jehova,
7um hören zu lassen die Stimme des Lobes, und um zu erzählen alle deine Wundertaten.
8Jehova, ich habe geliebt die Wohnung deines Hauses und den Wohnort deiner Herrlichkeit.
9Raffe meine Seele nicht weg mit Sündern, noch mein Leben mit Blutmenschen,
10in deren Händen böses Vornehmen, und deren Rechte voll Bestechung ist!
11Ich aber wandle in meiner Lauterkeit. Erlöse mich und sei mir gnädig!
12Mein Fuß steht auf ebenem Boden: Jehova werde ich preisen in den Versammlungen.
Psalm 27
1Von David. Jehova ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Jehova ist meines Lebens Stärke, vor wem sollte ich erschrecken?
2Als Übeltäter mir nahten, um mein Fleisch zu fressen, meine Bedränger und meine Feinde, sie strauchelten und fielen.
3Wenn ein Heer sich wider mich lagert, nicht fürchtet sich mein Herz; wenn Krieg sich wider mich erhebt, hierauf vertraue ich:
4Eines habe ich von Jehova erbeten, nach diesem will ich trachten: zu wohnen im Hause Jehovas alle Tage meines Lebens, um anzuschauen die Lieblichkeit Jehovas und nach ihm zu forschen in seinem Tempel.
5Denn er wird mich bergen in seiner Hütte am Tage des Übels, er wird mich verbergen in dem Verborgenen seines Zeltes; auf einen Felsen wird er mich erhöhen.
6Und nun wird mein Haupt erhöht sein über meine Feinde rings um mich her; und Opfer des Jubelschalls will ich opfern in seinem Zelte, ich will singen und Psalmen singen Jehova.
7Höre, Jehova, mit meiner Stimme rufe ich; und sei mir gnädig und erhöre mich!
8Von dir hat mein Herz gesagt: Du sprichst: Suchet mein Angesicht! Dein Angesicht, Jehova, suche ich.
9Verbirg dein Angesicht nicht vor mir, weise nicht ab im Zorne deinen Knecht! Du bist meine Hilfe gewesen; laß mich nicht und verlaß mich nicht, Gott meines Heils!
10Denn hätten mein Vater und meine Mutter mich verlassen, so nähme doch Jehova mich auf.
11Lehre mich, Jehova, deinen Weg, und leite mich auf ebenem Pfade um meiner Feinde willen!
12Gib mich nicht preis der Gier meiner Bedränger! Denn falsche Zeugen sind wider mich aufgestanden und der da Gewalttat schnaubt.
13Wenn ich nicht geglaubt hätte, das Gute Jehovas zu schauen im Lande der Lebendigen...!
14Harre auf Jehova! Sei stark, und dein Herz fasse Mut, und harre auf Jehova!
Psalm 28
1Von David. Zu dir, Jehova rufe ich; mein Fels, wende dich nicht schweigend von mir ab, damit nicht, wenn du gegen mich verstummst, ich denen gleich sei, die in die Grube hinabfahren!
2Höre die Stimme meines Flehens, wenn ich zu dir schreie, wenn ich meine Hände aufhebe gegen deinen heiligen Sprachort.
3Reiße mich nicht fort mit den Gesetzlosen und mit denen, die Frevel tun, die friedlich reden mit ihrem Nächsten, und Böses ist in ihrem Herzen!
4Gib ihnen nach ihrem Tun und nach der Bosheit ihrer Handlungen; nach dem Werke ihrer Hände gib ihnen, vergilt ihnen ihr Betragen!
5Denn sie achten nicht auf die Taten Jehovas, noch auf das Werk seiner Hände. Er wird sie zerstören und nicht bauen.
6Gepriesen sei Jehova! Denn er hat die Stimme meines Flehens gehört.
7Jehova ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn hat mein Herz vertraut, und mir ist geholfen worden; daher frohlockt mein Herz, und ich werde ihn preisen mit meinem Liede.
8Jehova ist ihre Stärke, und er ist die Rettungsfeste seines Gesalbten.
9Rette dein Volk und segne dein Erbteil; und weide sie und trage sie bis in Ewigkeit!
Psalm 29
1Ein Psalm; von David. Gebet Jehova, ihr Söhne der Starken, gebet Jehova Herrlichkeit und Stärke!
2Gebet Jehova die Herrlichkeit seines Namens; betet Jehova an in heiliger Pracht!
3Die Stimme Jehovas ist auf den Wassern; der Gott der Herrlichkeit donnert, Jehova auf großen Wassern.
4Die Stimme Jehovas ist gewaltig, die Stimme Jehovas ist majestätisch.
5Die Stimme Jehovas zerbricht Zedern, ja, Jehova zerbricht die Zedern des Libanon;
6und er macht sie hüpfen wie ein Kalb, den Libanon und Sirjon wie einen jungen Wildochsen.
7Die Stimme Jehovas sprüht Feuerflammen aus;
8Die Stimme Jehovas erschüttert die Wüste, Jehova erschüttert die Wüste Kades.
9Die Stimme Jehovas macht Hindinnen kreißen, und entblößt die Wälder; und in seinem Tempel spricht alles: Herrlichkeit!
10Jehova thront auf der Wasserflut, und Jehova thront als König ewiglich.
11Jehova wird Stärke geben seinem Volke, Jehova wird sein Volk segnen mit Frieden.
Psalm 30
1Ein Psalm, ein Einweihungslied des Hauses. Von David. Ich will dich erheben, Jehova, denn du hast mich emporgezogen und hast nicht über mich sich freuen lassen meine Feinde.
2Jehova, mein Gott! Zu dir habe ich geschrieen, und du hast mich geheilt.
3Jehova! Du hast meine Seele aus dem Scheol heraufgeführt, hast mich belebt aus denen, die in die Grube hinabfahren.
4Singet Psalmen Jehova, ihr seine Frommen, und preiset sein heiliges Gedächtnis!
5Denn ein Augenblick ist in seinem Zorn, ein Leben in seiner Gunst; am Abend kehrt Weinen ein, und am Morgen ist Jubel da.
6Ich zwar sagte in meinem Wohlergehen: Ich werde nicht wanken ewiglich.
7Jehova! In deiner Gunst hattest du festgestellt meinen Berg; du verbargst dein Angesicht, ich ward bestürzt.
8Zu dir, Jehova, rief ich, und zum Herrn flehte ich:
9Was für Gewinn ist in meinem Blute, in meinem Hinabfahren in die Grube? Wird der Staub dich preisen? Wird er deine Wahrheit verkünden?
10Höre, Jehova, und sei mir gnädig! Jehova, sei mein Helfer!
11Meine Wehklage hast du mir in einen Reigen verwandelt, mein Sacktuch hast du gelöst, und mit Freude mich umgürtet;
12auf daß meine Seele dich besinge und nicht schweige. Jehova, mein Gott, in Ewigkeit werde ich dich preisen!
Psalm 31
1Dem Vorsänger. Ein Psalm von David. Auf dich, Jehova, traue ich; laß mich nimmer beschämt werden; errette mich in deiner Gerechtigkeit!
2Neige zu mir dein Ohr, eilends errette mich! Sei mir ein Fels der Zuflucht, ein befestigtes Haus, um mich zu retten!
3Denn mein Fels und meine Burg bist du; und um deines Namens willen führe mich und leite mich.
4Ziehe mich aus dem Netze, das sie mir heimlich gelegt haben; denn du bist meine Stärke.
5In deine Hand befehle ich meinen Geist. Du hast mich erlöst, Jehova, du Gott der Wahrheit!
6Gehaßt habe ich die, welche auf nichtige Götzen achten, und ich, ich habe auf Jehova vertraut.
7Ich will frohlocken und mich freuen in deiner Güte; denn du hast mein Elend angesehen, hast Kenntnis genommen von den Bedrängnissen meiner Seele,
8und hast mich nicht überliefert in die Hand des Feindes, hast in weiten Raum gestellt meine Füße.
9Sei mir gnädig, Jehova! Denn ich bin in Bedrängnis; vor Gram verfällt mein Auge, meine Seele und mein Bauch.
10Denn vor Kummer schwindet mein Leben dahin, und meine Jahre vor Seufzen; meine Kraft wankt durch meine Ungerechtigkeit, und es verfallen meine Gebeine.
11Mehr als allen meinen Bedrängern bin ich auch meinen Nachbarn zum Hohn geworden gar sehr, und zum Schrecken meinen Bekannten; die auf der Straße mich sehen, fliehen vor mir.
12Meiner ist im Herzen vergessen wie eines Gestorbenen; ich bin geworden wie ein zertrümmertes Gefäß.
13Denn ich habe die Verleumdung vieler gehört, Schrecken ringsum; indem sie zusammen wider mich ratschlagten, sannen sie darauf, mir das Leben zu nehmen.
14Ich aber, ich habe auf dich vertraut, Jehova; ich sagte: Du bist mein Gott!
15In deiner Hand sind meine Zeiten; errette mich aus der Hand meiner Feinde und von meinen Verfolgern!
16Laß dein Angesicht leuchten über deinen Knecht, rette mich in deiner Huld!
17Jehova, laß mich nicht beschämt werden! Denn ich habe dich angerufen; laß beschämt werden die Gesetzlosen, laß sie schweigen im Scheol!
18Laß verstummen die Lügenlippen, die in Hochmut und Verachtung Freches reden wider den Gerechten!
19Wie groß ist deine Güte, welche du aufbewahrt hast denen, die dich fürchten, gewirkt für die, die auf dich trauen, angesichts der Menschenkinder!
20Du verbirgst sie in dem Schirme deiner Gegenwart vor den Verschwörungen der Menschen; du birgst sie in einer Hütte vor dem Gezänk der Zunge.
21Gepriesen sei Jehova! Denn wunderbar hat er seine Güte an mir erwiesen in einer festen Stadt.
22Ich zwar sagte in meiner Bestürzung: Ich bin abgeschnitten von deinen Augen; dennoch hörtest du die Stimme meines Flehens, als ich zu dir schrie.
23Liebet Jehova, ihr seine Frommen alle! Die Treuen behütet Jehova, und vergilt reichlich dem, der Hochmut übt.
24Seid stark, und euer Herz fasse Mut, alle, die ihr auf Jehova harret!
Psalm 32
1Von David. Ein Maskil. Glückselig der, dessen Übertretung vergeben, dessen Sünde zugedeckt ist!
2Glückselig der Mensch, dem Jehova die Ungerechtigkeit nicht zurechnet, und in dessen Geist kein Trug ist!
3Als ich schwieg, verzehrten sich meine Gebeine durch mein Gestöhn den ganzen Tag.
4Denn Tag und Nacht lastete auf mir deine Hand; verwandelt ward mein Saft in Sommerdürre. (Sela.)
5Ich tat dir kund meine Sünde und habe meine Ungerechtigkeit nicht zugedeckt. Ich sagte: Ich will Jehova meine Übertretungen bekennen; und du, du hast vergeben die Ungerechtigkeit meiner Sünde. (Sela.)
6Deshalb wird jeder Fromme zu dir beten, zur Zeit, wo du zu finden bist; gewiß, bei Flut großer Wasser, ihn werden sie nicht erreichen.
7Du bist ein Bergungsort für mich; vor Bedrängnis behütest du mich; du umgibst mich mit Rettungsjubel. (Sela.)
8Ich will dich unterweisen und dich lehren den Weg, den du wandeln sollst; mein Auge auf dich richtend, will ich dir raten.
9Seid nicht wie ein Roß, wie ein Maultier, das keinen Verstand hat; mit Zaum und Zügel, ihrem Schmucke, mußt du sie bändigen, sonst nahen sie dir nicht.
10Viele Schmerzen hat der Gesetzlose; wer aber auf Jehova vertraut, den wird Güte umgeben.
11Freuet euch in Jehova und frohlocket, ihr Gerechten, und jubelt, alle ihr von Herzen Aufrichtigen!
Psalm 33
1Jubelt, ihr Gerechten, in Jehova! Den Aufrichtigen geziemt Lobgesang.
2Preiset Jehova mit der Laute; singet ihm Psalmen mit der Harfe von zehn Saiten!
3Singet ihm ein neues Lied; spielet wohl mit Jubelschall!
4Denn gerade ist das Wort Jehovas, und all sein Werk in Wahrheit.
5Er liebt Gerechtigkeit und Recht; die Erde ist voll der Güte Jehovas.
6Durch Jehovas Wort sind die Himmel gemacht, und all ihr Heer durch den Hauch seines Mundes.
7Er sammelt die Wasser des Meeres wie einen Haufen, legt in Behälter die Fluten.
8Es fürchte sich vor Jehova die ganze Erde; mögen sich vor ihm scheuen alle Bewohner des Erdkreises!
9Denn er sprach, und es war; er gebot, und es stand da.
10Jehova macht zunichte den Ratschluß der Nationen, er vereitelt die Gedanken der Völker.
11Der Ratschluß Jehovas besteht ewiglich, die Gedanken seines Herzens von Geschlecht zu Geschlecht.
12Glückselig die Nation, deren Gott Jehova ist, das Volk, das er sich erkoren zum Erbteil!
13Jehova blickt von den Himmeln herab, er sieht alle Menschenkinder.
14Von der Stätte seiner Wohnung schaut er auf alle Bewohner der Erde;
15Er, der da bildet ihr Herz allesamt, der da merkt auf alle ihre Werke.
16Ein König wird nicht gerettet durch die Größe seines Heeres; ein Held wird nicht befreit durch die Größe der Kraft.
17Ein Trug ist das Roß zur Rettung, und durch die Größe seiner Stärke läßt es nicht entrinnen.
18Siehe, das Auge Jehovas ist gerichtet auf die, so ihn fürchten, auf die, welche auf seine Güte harren,
19um ihre Seele vom Tode zu erretten und sie am Leben zu erhalten in Hungersnot.
20Unsere Seele wartet auf Jehova; unsere Hilfe und unser Schild ist er.
21Denn in ihm wird unser Herz sich freuen, weil wir seinem heiligen Namen vertraut haben.
22Deine Güte, Jehova, sei über uns, gleichwie wir auf dich geharrt haben.
Psalm 34
1Von David, als er seinen Verstand vor Abimelech verstellte, und dieser ihn wegtrieb, und er fortging. Jehova will ich preisen allezeit, beständig soll sein Lob in meinem Munde sein.
2In Jehova soll sich rühmen meine Seele; hören werden es die Sanftmütigen und sich freuen.
3Erhebet Jehova mit mir, und lasset uns miteinander erhöhen seinen Namen!
4Ich suchte Jehova, und er antwortete mir; und aus allen meinen Beängstigungen errettete er mich.
5Sie blickten auf ihn und wurden erheitert, und ihre Angesichter wurden nicht beschämt.
6Dieser Elende rief, und Jehova hörte, und aus allen seinen Bedrängnissen rettete er ihn.
7Der Engel Jehovas lagert sich um die her, welche ihn fürchten, und er befreit sie.
8Schmecket und sehet, daß Jehova gütig ist! Glückselig der Mann, der auf ihn traut!
9Fürchtet Jehova, ihr seine Heiligen! Denn keinen Mangel haben, die ihn fürchten.
10Junge Löwen darben und hungern, aber die Jehova suchen, ermangeln keines Guten.
11Kommet, ihr Söhne, höret mir zu: Die Furcht Jehovas will ich euch lehren.
12Wer ist der Mann, der Lust zum Leben hat, der Tage liebt, um Gutes zu sehen?
13Bewahre deine Zunge vor Bösem, und deine Lippen, daß sie nicht Trug reden;
14weiche vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!
15Die Augen Jehovas sind gerichtet auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Schreien;
16das Angesicht Jehovas ist wider die, welche Böses tun, um ihr Gedächtnis von der Erde auszurotten.
17Sie schreien, und Jehova hört, und aus allen ihren Bedrängnissen errettet er sie.
18Nahe ist Jehova denen, die zerbrochenen Herzens sind, und die zerschlagenen Geistes sind, rettet er.
19Viele sind der Widerwärtigkeiten des Gerechten, aber aus allen denselben errettet ihn Jehova;
20Er bewahrt alle seine Gebeine, nicht eines von ihnen wird zerbrochen.
21Den Gesetzlosen wird das Böse töten; und die den Gerechten hassen, werden büßen.
22Jehova erlöst die Seele seiner Knechte; und alle, die auf ihn trauen, werden nicht büßen.
Psalm 35
1Von David. Streite, Jehova, mit denen, die wider mich streiten, kämpfe mit denen, die mich bekämpfen!
2Ergreife Tartsche und Schild, und stehe auf zu meiner Hilfe!
3Und zücke den Speer und versperre den Weg wider meine Verfolger; sprich zu meiner Seele: Ich bin deine Rettung!
4Laß beschämt und zu Schanden werden, die nach meinem Leben trachten; laß zurückweichen und mit Scham bedeckt werden, die Übles wider mich ersinnen!
5Laß sie sein wie Spreu vor dem Winde, und der Engel Jehovas treibe sie fort!
6Ihr Weg sei finster und schlüpfrig, und der Engel Jehovas verfolge sie!
7Denn ohne Ursache haben sie mir ihr Netz heimlich gelegt, ohne Ursache meiner Seele eine Grube gegraben.
8Über ihn komme Verderben, ohne daß er es wisse, und sein Netz, das er heimlich gelegt hat, fange ihn; zum Verderben falle er hinein!
9Und meine Seele wird frohlocken in Jehova, sich freuen in seiner Rettung.
10Alle meine Gebeine werden sagen: Jehova, wer ist wie du! Der du den Elenden errettest von dem, der stärker ist als er, und den Elenden und Armen von dem, der ihn beraubt.
11Es treten ungerechte Zeugen auf; was ich nicht weiß, fragen sie mich.
12Sie vergelten mir Böses für Gutes; verwaist ist meine Seele.
13Ich aber, als sie krank waren, kleidete mich in Sacktuch; ich kasteite mit Fasten meine Seele, und mein Gebet kehrte in meinen Busen zurück;
14als wäre es mir ein Freund, ein Bruder gewesen, so bin ich einhergegangen; wie leidtragend um die Mutter habe ich mich trauernd niedergebeugt.
15Aber sie haben sich über mein Hinken gefreut und sich versammelt; Schmäher haben sich wider mich versammelt, und ich kannte sie nicht; sie haben gelästert und nicht aufgehört.
16Gleich ruchlosen Schmarotzern knirschten sie wider mich mit ihren Zähnen.
17Herr, wie lange willst du zusehen? Bringe meine Seele zurück aus ihren Verwüstungen, von den jungen Löwen meine einzige!
18Ich werde dich preisen in der großen Versammlung, unter zahlreichem Volke dich loben.
19Laß sich nicht über mich freuen, die ohne Grund mir feind sind, nicht zwinken mit den Augen, die ohne Ursache mich hassen!
20Denn nicht von Frieden reden sie; und wider die Stillen im Lande ersinnen sie trügerische Dinge.
21Und sie haben ihr Maul wider mich aufgesperrt; sie haben gesagt: Haha! Haha! Unser Auge hat's gesehen!
22Du hast es gesehen, Jehova; schweige nicht! Herr, sei nicht fern von mir!
23Wache auf und erwache zu meinem Rechte, mein Gott und Herr, zu meinem Rechtsstreit!
24Schaffe mir Recht nach deiner Gerechtigkeit, Jehova, mein Gott! Und laß sie sich nicht über mich freuen!
25Laß sie nicht in ihrem Herzen sagen: Haha, so wollten wir's! Laß sie nicht sagen: Wir haben ihn verschlungen!
26Laß sie beschämt und mit Scham bedeckt werden allesamt, die meines Unglücks sich freuen! Laß mit Scham und Schande bekleidet werden, die wider mich großtun!
27Laß jubeln und sich freuen, die Lust haben an meiner Gerechtigkeit, und laß sie stets sagen: Erhoben sei Jehova, der Lust hat an seines Knechtes Wohlfahrt!
28Und meine Zunge wird reden von deiner Gerechtigkeit, von deinem Lobe den ganzen Tag.
Psalm 36
1Dem Vorsänger. Von dem Knechte Jehovas, von David. Die Übertretung des Gesetzlosen spricht im Innern meines Herzens: Es ist keine Furcht Gottes vor seinen Augen.
2Denn es schmeichelt ihm in seinen eigenen Augen, seine Ungerechtigkeit zu erreichen, Haß auszuüben.
3Frevel und Trug sind die Worte seines Mundes; er hat es aufgegeben, verständig zu sein, Gutes zu tun.
4Frevel ersinnt er auf seinem Lager; er stellt sich auf einen Weg, der nicht gut ist; das Böse verabscheut er nicht.
5Jehova! An die Himmel reicht deine Güte, bis zu den Wolken deine Treue.
6Deine Gerechtigkeit ist gleich Bergen Gottes, deine Gerichte sind eine große Tiefe; Menschen und Vieh rettest du, Jehova.
7Wie köstlich ist deine Güte, o Gott! Und Menschenkinder nehmen Zuflucht zu deiner Flügel Schatten;
8sie werden reichlich trinken von der Fettigkeit deines Hauses, und mit dem Strome deiner Wonnen wirst du sie tränken.
9Denn bei dir ist der Quell des Lebens, in deinem Lichte werden wir das Licht sehen.
10Laß deine Güte fortdauern denen, die dich kennen, und deine Gerechtigkeit den von Herzen Aufrichtigen!
11Nicht erreiche mich der Fuß der Hochmütigen, und die Hand der Gesetzlosen vertreibe mich nicht!
12Da sind gefallen, die Frevel tun; sie wurden niedergestoßen, und vermochten nicht aufzustehen.
Psalm 37
1Von David. Erzürne dich nicht über die Übeltäter, beneide nicht die, welche Unrecht tun!
2Denn wie das Gras werden sie schnell vergehen, und wie das grüne Kraut verwelken.
3Vertraue auf Jehova und tue Gutes; wohne im Lande und weide dich an Treue;
4und ergötze dich an Jehova: so wird er dir geben die Bitten deines Herzens.
5Befiehl Jehova deinen Weg und vertraue auf ihn! Und er wird handeln;
6und er wird deine Gerechtigkeit hervorkommen lassen wie das Licht, und dein Recht wie den Mittag.
7Vertraue still dem Jehova und harre auf ihn! Erzürne dich nicht über den, dessen Weg gelingt, über den Mann, der böse Anschläge ausführt!
8Stehe ab vom Zorn und laß den Grimm! Erzürne dich nicht! Nur zum Übeltun verleitet es.
9Denn die Übeltäter werden ausgerottet werden; aber die auf Jehova hoffen, diese werden das Land besitzen.
10Und noch um ein Kleines, und der Gesetzlose ist nicht mehr; und siehst du dich um nach seiner Stätte, so ist er nicht da.
11Aber die Sanftmütigen werden das Land besitzen, und werden sich ergötzen an Fülle von Wohlfahrt.
12Der Gesetzlose sinnt wider den Gerechten, und mit seinen Zähnen knirscht er wider ihn.
13Der Herr lacht seiner, denn er sieht, daß sein Tag kommt.
14Die Gesetzlosen haben das Schwert gezogen und ihren Bogen gespannt, um zu fällen den Elenden und den Armen, hinzuschlachten, die in Geradheit wandeln.
15Ihr Schwert wird in ihr eigenes Herz dringen, und ihre Bogen werden zerbrochen werden.
16Besser das Wenige des Gerechten als der Überfluß vieler Gesetzlosen.
17Denn die Arme der Gesetzlosen werden zerbrochen werden, aber Jehova stützt die Gerechten.
18Jehova kennt die Tage derer, die lauter sind, und ihr Erbteil wird ewig sein;
19sie werden nicht beschämt werden in der Zeit des Übels, und in den Tagen des Hungers werden sie gesättigt werden.
20Denn die Gesetzlosen werden umkommen, und die Feinde Jehovas sind wie die Pracht der Auen; sie schwinden, sie schwinden dahin wie Rauch.
21Der Gesetzlose borgt und erstattet nicht wieder; der Gerechte aber ist gnädig und gibt.
22Denn die von ihm Gesegneten werden das Land besitzen, und die von ihm Verfluchten werden ausgerottet werden.
23Von Jehova werden befestigt des Mannes Schritte, und an seinem Wege hat er Wohlgefallen;
24wenn er fällt, wird er nicht hingestreckt werden, denn Jehova stützt seine Hand.
25Ich war jung und bin auch alt geworden, und nie sah ich den Gerechten verlassen, noch seinen Samen nach Brot gehen;
26den ganzen Tag ist er gnädig und leiht, und sein Same wird gesegnet sein.
27Weiche vom Bösen und tue Gutes, und bleibe ewiglich!
28Denn Jehova liebt das Recht und wird seine Frommen nicht verlassen; ewig werden sie bewahrt, aber der Same der Gesetzlosen wird ausgerottet.
29Die Gerechten werden das Land besitzen und werden darin wohnen immerdar.
30Der Mund des Gerechten spricht Weisheit aus, und seine Zunge redet das Recht;
31das Gesetz seines Gottes ist in seinem Herzen, seine Schritte werden nicht wanken.
32Der Gesetzlose lauert auf den Gerechten und sucht ihn zu töten;
33Jehova wird ihn nicht in seiner Hand lassen, und ihn nicht verdammen, wenn er gerichtet wird.
34Harre auf Jehova und bewahre seinen Weg, und er wird dich erhöhen, das Land zu besitzen. Wenn die Gesetzlosen ausgerottet werden, wirst du zusehen.
35Ich habe einen Gesetzlosen gesehen, der gewaltig war, und der sich ausbreitete wie ein nicht verpflanzter grüner Baum;
36und man ging vorbei, und siehe, er war nicht mehr; und ich suchte ihn, und er ward nicht gefunden.
37Achte auf den Unsträflichen und sieh auf den Aufrichtigen; denn für den Mann des Friedens gibt es eine Zukunft.
38Die Übertreter aber werden vertilgt allesamt, es wird abgeschnitten die Zukunft der Gesetzlosen.
39Aber die Rettung der Gerechten ist von Jehova, der ihre Stärke ist zur Zeit der Bedrängnis;
40und Jehova wird ihnen helfen und sie erretten; er wird sie erretten von den Gesetzlosen und ihnen Rettung verschaffen, denn sie trauen auf ihn.
Psalm 38
1Ein Psalm von David zum Gedächtnis. Jehova, strafe mich nicht in deinem Zorn, noch züchtige mich in deinem Grimm!
2Denn deine Pfeile sind in mich eingedrungen, und deine Hand hat sich auf mich herabgesenkt.
3Nichts Heiles ist an meinem Fleische wegen deines Zürnens, kein Frieden in meinen Gebeinen wegen meiner Sünde.
4Denn meine Ungerechtigkeiten sind über mein Haupt gegangen, wie eine schwere Last sind sie zu schwer für mich.
5Es stinken, es eitern meine Wunden wegen meiner Torheit.
6Ich bin gekrümmt, über die Maßen gebeugt; den ganzen Tag gehe ich trauernd einher.
7Denn voll Brand sind meine Lenden, und nichts Heiles ist an meinem Fleische.
8Ich bin ermattet und über die Maßen zerschlagen, ich heule vor Gestöhn meines Herzens.
9Herr, vor dir ist all mein Begehr, und mein Seufzen ist nicht vor dir verborgen.
10Mein Herz pocht, verlassen hat mich meine Kraft; und das Licht meiner Augen, auch das ist nicht bei mir.
11Meine Lieben und meine Genossen stehen fernab von meiner Plage, und meine Verwandten stehen von ferne.
12Und die nach meinem Leben trachten, legen mir Schlingen; und die mein Unglück suchen, reden von Schadentun und sinnen auf Trug den ganzen Tag.
13Ich aber, wie ein Tauber, höre nicht, und bin wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut.
14Und ich bin wie ein Mann, der nicht hört, und in dessen Munde keine Gegenreden sind.
15Denn auf dich, Jehova, harre ich; du, du wirst antworten, Herr, mein Gott.
16Denn ich sprach: Daß sie sich nicht über mich freuen! Beim Wanken meines Fußes tun sie groß wider mich.
17Denn ich bin nahe daran zu hinken, und mein Schmerz ist beständig vor mir.
18Denn ich tue kund meine Ungerechtigkeit; ich bin bekümmert wegen meiner Sünde.
19Meine Feinde aber leben, sind stark, und viele sind derer, die ohne Grund mich hassen;
20und Böses für Gutes vergeltend, feinden sie mich an, weil ich dem Guten nachjage.
21Verlaß mich nicht, Jehova; mein Gott, sei nicht fern von mir!
22Eile zu meiner Hilfe, Herr, meine Rettung!
Psalm 39
1Dem Vorsänger, dem Jeduthun. Ein Psalm von David. Ich sprach: Ich will meine Wege bewahren, daß ich nicht sündige mit meiner Zunge; ich will meinen Mund mit einem Maulkorbe verwahren, solange der Gesetzlose vor mir ist.
2Ich verstummte in Stille, ich schwieg vom Guten, und mein Schmerz ward erregt.
3Mein Herz brannte in meinem Innern, bei meinem Nachsinnen entzündete sich Feuer; ich sprach mit meiner Zunge:
4Tue mir kund, Jehova, mein Ende, und das Maß meiner Tage, welches es ist, daß ich wisse, wie vergänglich ich bin!
5Siehe, Handbreiten gleich hast du meine Tage gemacht, und meine Lebensdauer ist wie nichts vor dir; ja, eitel Hauch ist jeder Mensch, der dasteht. (Sela.)
6Ja, als ein Schattenbild wandelt der Mensch einher; ja, vergebens ist er voll Unruhe; er häuft auf und weiß nicht, wer es einsammeln wird.
7Und nun, auf was harre ich, Herr? Meine Hoffnung ist auf dich!
8Errette mich von allen meinen Übertretungen, mache mich nicht zum Hohne des Toren!
9Ich bin verstummt, ich tue meinen Mund nicht auf; denn du, du hast es getan.
10Entferne von mir deine Plage! Durch die Schläge deiner Hand vergehe ich.
11Strafst du einen Mann mit Züchtigungen für die Ungerechtigkeit, so machst du, gleich der Motte, seine Schönheit zergehen; ja, ein Hauch sind alle Menschen. (Sela.)
12Höre mein Gebet, Jehova, und nimm zu Ohren mein Schreien; schweige nicht zu meinen Tränen! Denn ein Fremdling bin ich bei dir, ein Beisasse wie alle meine Väter.
13Blicke von mir ab, daß ich mich erquicke, bevor ich dahingehe und nicht mehr bin!
Psalm 40
1Dem Vorsänger. Von David, ein Psalm. Beharrlich habe ich auf Jehova geharrt, und er hat sich zu mir geneigt und mein Schreien gehört.
2Er hat mich heraufgeführt aus der Grube des Verderbens, aus kotigem Schlamm; und er hat meine Füße auf einen Felsen gestellt, meine Schritte befestigt;
3und in meinen Mund hat er gelegt ein neues Lied, einen Lobgesang unserem Gott. Viele werden es sehen und sich fürchten und auf Jehova vertrauen.
4Glückselig der Mann, der Jehova zu seiner Zuversicht macht und sich nicht wendet zu den Stolzen und zu denen, die zur Lüge abweichen!
5Vielfach hast du deine Wundertaten und deine Gedanken gegen uns erwiesen, Jehova, mein Gott; nicht kann man sie der Reihe nach dir vorstellen. Wollte ich davon berichten und reden, es sind ihrer zu viele, um sie aufzuzählen.
6An Schlacht-und Speisopfern hattest du keine Lust; Ohren hast du mir bereitet: Brand-und Sündopfer hast du nicht gefordert.
7Da sprach ich: Siehe, ich komme; in der Rolle des Buches steht von mir geschrieben.
8Dein Wohlgefallen zu tun, mein Gott, ist meine Lust; und dein Gesetz ist im Innern meines Herzens.
9Ich habe die Gerechtigkeit verkündet in der großen Versammlung; siehe, meine Lippen hemmte ich nicht Jehova, du weißt es!
10Deine Gerechtigkeit habe ich nicht verborgen im Innern meines Herzens; deine Treue und deine Rettung habe ich ausgesprochen, deine Güte und deine Wahrheit nicht verhehlt vor der großen Versammlung.
11Du, Jehova, halte deine Erbarmungen nicht von mir zurück; deine Güte und deine Wahrheit laß beständig mich behüten!
12Denn Übel bis zur Unzahl haben mich umgeben, meine Ungerechtigkeiten haben mich erreicht, daß ich nicht sehen kann; zahlreicher sind sie als die Haare meines Hauptes, und mein Herz hat mich verlassen.
13Laß dir gefallen, Jehova, mich zu erretten! Jehova, eile zu meiner Hilfe!
14Laß sie beschämt und mit Scham bedeckt werden allesamt, die nach meinem Leben trachten, es wegzuraffen; laß zurückweichen und zu Schanden werden, die Gefallen haben an meinem Unglück!
15Laß sich entsetzen ob ihrer Schande, die von mir sagen: Haha! Haha!
16Laß fröhlich sein und sich freuen in dir alle, die dich suchen; die deine Rettung lieben, laß stets sagen: Erhoben sei Jehova!
17Ich aber bin elend und arm, der Herr denkt an mich. Meine Hilfe und mein Erretter bist du; mein Gott, zögere nicht!
Psalm 41
1Dem Vorsänger. Ein Psalm von David. Glückselig, wer achthat auf den Armen! Am Tage des Übels wird Jehova ihn erretten.
2Jehova wird ihn bewahren und ihn am Leben erhalten; er wird glücklich sein auf Erden, und nicht wirst du ihn preisgeben der Gier seiner Feinde.
3Jehova wird ihn stützen auf dem Siechbett, all sein Lager wandelst du um in seiner Krankheit.
4Ich sprach: Jehova, sei mir gnädig! Heile meine Seele, denn ich habe gegen dich gesündigt.
5Meine Feinde wünschen mir Böses: Wann wird er sterben und sein Name vergehen?
6Und wenn einer kommt, um mich zu sehen, so redet er Falschheit; sein Herz sammelt sich Unheil, er geht hinaus, redet davon.
7Miteinander raunen wider mich alle meine Hasser; Böses ersinnen sie wider mich:
8Ein Belialsstück klebt ihm an; und weil er nun daliegt, wird er nicht wieder aufstehen.
9Selbst der Mann meines Friedens, auf den ich vertraute, der mein Brot aß, hat die Ferse wider mich erhoben.
10Du aber, Jehova, sei mir gnädig und richte mich auf, daß ich es ihnen vergelte!
11Daran erkenne ich, daß du Gefallen an mir hast, daß mein Feind nicht über mich jauchzt.
12Ich aber, in meiner Lauterkeit hast du mich aufrecht gehalten und mich vor dich gestellt auf ewig.
13Gepriesen sei Jehova, der Gott Israels, von Ewigkeit bis in Ewigkeit! Amen, ja, Amen.
Psalm 42
1Dem Vorsänger. Ein Maskil von den Söhnen Korahs. Wie ein Hirsch lechzt nach Wasserbächen, also lechzt meine Seele nach dir, o Gott!
2Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott: Wann werde ich kommen und erscheinen vor Gottes Angesicht?
3Meine Tränen sind mir zur Speise geworden Tag und Nacht, da man den ganzen Tag zu mir sagt: Wo ist dein Gott?
4Daran will ich gedenken und in mir ausschütten meine Seele, wie ich einherzog in der Schar, mit ihnen wallte zum Hause Gottes, mit der Stimme des Jubels und des Lobes, eine feiernde Menge.
5Was beugst du dich nieder, meine Seele, und bist unruhig in mir? Harre auf Gott! Denn ich werde ihn noch preisen für das Heil seines Angesichts.
6Mein Gott, es beugt sich nieder in mir meine Seele; darum gedenke ich deiner aus dem Lande des Jordan und des Hermon, vom Berge Mizhar.
7Tiefe ruft der Tiefe beim Brausen deiner Wassergüsse; alle deine Wogen und deine Wellen sind über mich hingegangen.
8Des Tages wird Jehova seine Güte entbieten, und des Nachts wird sein Lied bei mir sein, ein Gebet zu dem Gott meines Lebens.
9Sagen will ich zu Gott, meinem Fels: Warum hast du mich vergessen? Warum gehe ich trauernd einher wegen der Bedrückung des Feindes?
10Wie eine Zermalmung in meinen Gebeinen höhnen mich meine Bedränger, indem sie den ganzen Tag zu mir sagen: Wo ist dein Gott?
11Was beugst du dich nieder, meine Seele, und was bist du unruhig in mir? Harre auf Gott! Denn ich werde ihn noch preisen, der das Heil meines Angesichts und mein Gott ist.
Psalm 43
1Schaffe mir Recht, o Gott, und führe meinen Rechtsstreit wider eine lieblose Nation! Von dem Manne des Trugs und des Unrechts errette mich!
2Denn du bist der Gott meiner Stärke. Warum hast du mich verworfen? Warum gehe ich trauernd einher wegen der Bedrückung des Feindes?
3Sende dein Licht und deine Wahrheit; sie sollen mich leiten, mich bringen zu deinem heiligen Berge und zu deinen Wohnungen.
4So werde ich kommen zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Jubelfreude ist, und werde dich preisen mit der Laute, Gott, mein Gott!
5Was beugst du dich nieder, meine Seele, und was bist du unruhig in mir? Harre auf Gott! Denn ich werde ihn noch preisen, der das Heil meines Angesichts und mein Gott ist.
Psalm 44
1Dem Vorsänger. Von den Söhnen Korahs, ein Maskil. Gott, mit unseren Ohren haben wir gehört, unsere Väter haben uns erzählt die Großtat, die du gewirkt hast in ihren Tagen, in den Tagen vor alters.
2Du, mit deiner Hand hast du Nationen ausgetrieben, und sie hast du gepflanzt, Völkerschaften hast du verderbt, und sie hast du ausgebreitet.
3Denn nicht durch ihr Schwert haben sie das Land in Besitz genommen, und nicht ihr Arm hat sie gerettet; sondern deine Rechte und dein Arm und das Licht deines Angesichts, weil du Wohlgefallen an ihnen hattest.
4Du selbst bist mein König, o Gott; gebiete die Rettungen Jakobs!
5Durch dich werden wir niederstoßen unsere Bedränger; durch deinen Namen werden wir zertreten, die wider uns aufstehen.
6Denn nicht auf meinen Bogen vertraue ich, und nicht wird mein Schwert mich retten.
7Denn du rettest uns von unseren Bedrängern, und unsere Hasser machst du beschämt.
8In Gott rühmen wir uns den ganzen Tag, und deinen Namen werden wir preisen ewiglich. (Sela.)
9Doch du hast uns verworfen und zu Schanden gemacht, und zogest nicht aus mit unseren Heeren.
10Du ließest uns zurückweichen vor dem Bedränger, und unsere Hasser haben für sich geraubt.
11Du gabst uns hin wie Schlachtschafe, und unter die Nationen hast du uns zerstreut.
12Du verkauftest dein Volk um ein Geringes und hast nicht hochgestellt ihren Preis.
13Du machtest uns zum Hohne unseren Nachbarn, zum Spott und Schimpf denen, die uns umgeben.
14Du machtest uns zum Sprichwort unter den Nationen, zum Kopfschütteln unter den Völkerschaften.
15Den ganzen Tag ist vor mir meine Schande, und die Scham meines Angesichts hat mich bedeckt,
16wegen der Stimme des Schmähers und Lästerers, wegen des Feindes und des Rachgierigen.
17Dieses alles ist über uns gekommen, und wir haben deiner nicht vergessen, noch betrüglich gehandelt wider deinen Bund.
18Nicht ist unser Herz zurückgewichen, noch sind unsere Schritte abgebogen von deinem Pfade;
19obgleich du uns zermalmt hast am Orte der Schakale, und uns bedeckt mit dem Schatten des Todes.
20Wenn wir vergessen hätten den Namen unseres Gottes und unsere Hände ausgestreckt zu einem fremden Gott,
21würde Gott das nicht erforschen? Denn er kennt die Geheimnisse des Herzens.
22Doch um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag, wie Schlachtschafe sind wir geachtet.
23Erwache! Warum schläfst du, Herr? Wache auf! Verwirf uns nicht auf ewig!
24Warum verbirgst du dein Angesicht, vergissest unser Elend und unsere Bedrückung?
25Denn unsere Seele ist in den Staub gebeugt, unser Bauch klebt an der Erde.
26Stehe auf, uns zur Hilfe, und erlöse uns um deiner Güte willen!
Psalm 45
1Dem Vorsänger, nach Schoschannim. Von den Söhnen Korahs; ein Maskil, ein Lied der Lieblichkeiten. Es wallt mein Herz von gutem Worte. Ich sage: Meine Gedichte dem Könige! Meine Zunge sei der Griffel eines fertigen Schreibers!
2Du bist schöner als die Menschensöhne, Holdseligkeit ist ausgegossen über deine Lippen; darum hat Gott dich gesegnet ewiglich.
3Gürte dein Schwert um die Hüfte, du Held, deine Pracht und deine Majestät!
4Und in deiner Majestät ziehe glücklich hin um der Wahrheit willen und der Sanftmut und der Gerechtigkeit; und Furchtbares wird dich lehren deine Rechte.
5Deine Pfeile sind scharf, Völker fallen unter dir, im Herzen der Feinde des Königs.
6Dein Thron, o Gott, ist immer und ewiglich, ein Zepter der Aufrichtigkeit ist das Zepter deines Reiches.
7Gerechtigkeit hast du geliebt und Gesetzlosigkeit gehaßt: darum hat Gott, dein Gott, dich gesalbt mit Freudenöl, mehr als deine Genossen.
8Myrrhen und Aloe, Kassia sind alle deine Kleider; aus Palästen von Elfenbein erfreut dich Saitenspiel.
9Königstöchter sind unter deinen Herrlichen; die Königin steht zu deiner Rechten in Gold von Ophir.
10Höre, Tochter, und sieh, und neige dein Ohr; und vergiß deines Volkes und deines Vaters Hauses!
11Und der König wird deine Schönheit begehren, denn er ist dein Herr: so huldige ihm!
12Und die Tochter Tyrus, die Reichen des Volkes, werden deine Gunst suchen mit Geschenken.
13Ganz herrlich ist des Königs Tochter drinnen, von Goldwirkerei ihr Gewand;
14in buntgewirkten Kleidern wird sie zum König geführt werden; Jungfrauen hinter ihr her, ihre Gefährtinnen, werden zu dir gebracht werden.
15Sie werden geführt werden unter Freude und Jubel, sie werden einziehen in den Palast des Königs.
16An deiner Väter Statt werden deine Söhne sein; zu Fürsten wirst du sie einsetzen im ganzen Lande.
17Ich will deines Namens gedenken lassen alle Geschlechter hindurch; darum werden die Völker dich preisen immer und ewiglich.
Psalm 46
1Dem Vorsänger. Von den Söhnen Korahs; auf Alamoth, ein Lied. Gott ist uns Zuflucht und Stärke, eine Hilfe, reichlich gefunden in Drangsalen.
2Darum werden wir uns nicht fürchten, wenngleich gewandelt würde die Erde, und wenn die Berge wankten im Herzen des Meeres,
3wenn seine Wasser tobten und schäumten, die Berge erbebten durch sein Ungestüm. (Sela.)
4Ein Strom, seine Bäche erfreuen die Stadt Gottes, das Heiligtum der Wohnungen des Höchsten.
5Gott ist in ihrer Mitte, sie wird nicht wanken; Gott wird ihr helfen beim Anbruch des Morgens.
6Es toben die Nationen, die Königreiche wanken; er läßt seine Stimme erschallen: die Erde zerschmilzt.
7Jehova der Heerscharen ist mit uns, eine hohe Feste ist uns der Gott Jakobs. (Sela.)
8Kommet, schauet die Großtaten Jehovas, der Verheerungen angerichtet hat auf der Erde!
9Der die Kriege beschwichtigt bis an das Ende der Erde, den Bogen zerbricht und den Speer zerschlägt, die Wagen mit Feuer verbrennt.
10Lasset ab und erkennet, daß ich Gott bin! Ich werde erhöht werden unter den Nationen, ich werde erhöht werden auf Erden.
11Jehova der Heerscharen ist mit uns, eine hohe Feste ist uns der Gott Jakobs. (Sela.)
Psalm 47
1Dem Vorsänger. Von den Söhnen Korahs, ein Psalm. Ihr Völker alle, klatschet in die Hände! Jauchzet Gott mit Jubelschall!
2Denn Jehova, der Höchste, ist furchtbar, ein großer König über die ganze Erde.
3Er unterwarf uns die Völker, und die Völkerschaften unter unsere Füße.
4Er erwählte für uns unser Erbteil, den Stolz Jakobs, den er geliebt hat. (Sela.)
5Gott ist emporgestiegen unter Jauchzen, Jehova unter Posaunenschall.
6Singet Gott Psalmen, singet Psalmen; singet Psalmen unserem König, singet Psalmen!
7Denn Gott ist König der ganzen Erde; singet Psalmen mit Einsicht!
8Gott regiert über die Nationen; Gott hat sich auf den Thron seiner Heiligkeit gesetzt.
9Die Edlen der Völker haben sich versammelt und das Volk des Gottes Abrahams; denn die Schilde der Erde sind Gottes; er ist sehr erhaben.
Psalm 48
1Ein Lied, ein Psalm. Von den Söhnen Korahs. Groß ist Jehova und sehr zu loben in der Stadt unseres Gottes auf seinem heiligen Berge.
2Schön ragt empor, eine Freude der ganzen Erde, der Berg Zion, an der Nordseite, die Stadt des großen Königs.
3Gott ist bekannt in ihren Palästen als eine hohe Feste.
4Denn siehe, die Könige hatten sich versammelt, waren herangezogen allesamt.
5Sie sahen, da erstaunten sie; sie wurden bestürzt, flohen ängstlich hinweg.
6Beben ergriff sie daselbst, Angst, der Gebärenden gleich.
7Durch den Ostwind zertrümmertest du die Tarsisschiffe.
8Wie wir gehört hatten, also haben wir es gesehen in der Stadt Jehovas der Heerscharen, in der Stadt unseres Gottes: Gott wird sie befestigen bis in Ewigkeit. (Sela.)
9Wir haben gedacht, o Gott, an deine Güte, im Innern deines Tempels.
10Wie dein Name, Gott, also ist dein Lob bis an die Enden der Erde; mit Gerechtigkeit ist gefüllt deine Rechte.
11Es freue sich der Berg Zion, es mögen frohlocken die Töchter Judas um deiner Gerichte willen!
12Umgehet Zion und umkreiset es, zählet seine Türme;
13betrachtet genau seine Wälle, mustert seine Paläste, damit ihr's erzählet dem künftigen Geschlecht!
14Denn dieser Gott ist unser Gott immer und ewiglich! Er wird uns leiten bis an den Tod.
Psalm 49
1Dem Vorsänger. Von den Söhnen Korahs, ein Psalm. Höret dies, ihr Völker alle; nehmet es zu Ohren, alle Bewohner der Welt;
2sowohl Menschensöhne als Männersöhne, Reiche und Arme allzumal!
3Mein Mund soll Weisheit reden, und das Sinnen meines Herzens soll Einsicht sein.
4Neigen will ich zu einem Spruche mein Ohr, mein Rätsel eröffnen bei der Laute.
5Warum sollte ich mich fürchten in Tagen des Übels, wenn die Ungerechtigkeit derer, die mir auf der Ferse sind, mich umringt.
6Welche auf ihr Vermögen vertrauen und der Größe ihres Reichtums sich rühmen?
7Keineswegs vermag jemand seinen Bruder zu erlösen, nicht kann er Gott sein Lösegeld geben,
8(Denn kostbar ist die Erlösung ihrer Seele, und er muß davon abstehen auf ewig)
9daß er fortlebe immerdar, die Grube nicht sehe.
10Denn er sieht, daß die Weisen sterben, daß der Tor und der Unvernünftige miteinander umkommen und anderen ihr Vermögen lassen.
11Ihr Gedanke ist, daß ihre Häuser stehen in Ewigkeit, ihre Wohnungen von Geschlecht zu Geschlecht; sie nennen Ländereien nach ihrem Namen.
12Doch der Mensch, der in Ansehen ist, bleibt nicht; er gleicht dem Vieh, das vertilgt wird.
13Dieser ihr Weg ist ihre Torheit; und die nach ihnen kommen, haben Wohlgefallen an ihren Worten. (Sela.)
14Man legt sie in den Scheol wie Schafe, der Tod weidet sie; und am Morgen herrschen die Aufrichtigen über sie; und ihre Gestalt wird der Scheol verzehren, fern von ihrer Wohnung.
15Gott aber wird meine Seele erlösen von der Gewalt des Scheols; denn er wird mich aufnehmen. (Sela.)
16Fürchte dich nicht, wenn ein Mann sich bereichert, wenn sich vergrößert die Herrlichkeit seines Hauses.
17Denn wenn er stirbt, nimmt er das alles nicht mit; nicht folgt ihm hinab seine Herrlichkeit.
18Ob er auch seine Seele segnete in seinem Leben und man wird dich loben, wenn du dir selbst Gutes tust-
19sie wird kommen zu dem Geschlecht seiner Väter; nimmermehr werden sie das Licht sehen.
20Der Mensch, der in Ansehen ist und keine Einsicht hat, gleicht dem Vieh, das vertilgt wird.
Psalm 50
1Ein Psalm; von Asaph. Der Mächtige, Gott, Jehova, hat geredet und die Erde gerufen vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang.
2Aus Zion, der Schönheit Vollendung, ist Gott hervorgestrahlt.
3Unser Gott kommt, und er wird nicht schweigen; Feuer frißt vor ihm her, und rings um ihn stürmt es gewaltig.
4Er ruft dem Himmel droben und der Erde, um sein Volk zu richten:
5"Versammelt mir meine Frommen, die meinen Bund geschlossen haben beim Opfer!"
6Und die Himmel verkünden seine Gerechtigkeit, denn Gott ist es, der richtet. (Sela.)
7"Höre, mein Volk, und ich will reden, Israel, und ich will wider dich zeugen! Ich, ich bin Gott, dein Gott.
8Nicht wegen deiner Schlachtopfer tadle ich dich, und deine Brandopfer sind beständig vor mir.
9Nicht werde ich Farren nehmen aus deinem Hause, noch Böcke aus deinen Hürden.
10Denn mein ist alles Getier des Waldes, das Vieh auf tausend Bergen.
11Ich kenne alles Gevögel der Berge, und das Wild des Gefildes ist mir bekannt.
12Wenn mich hungerte, ich würde es dir nicht sagen: denn mein ist der Erdkreis und seine Fülle.
13Sollte ich das Fleisch von Stieren essen und das Blut von Böcken trinken?
14Opfere Gott Lob, und bezahle dem Höchsten deine Gelübde;
15und rufe mich an am Tage der Bedrängnis: ich will dich erretten, und du wirst mich verherrlichen!"
16Zu dem Gesetzlosen aber spricht Gott: "Was hast du meine Satzungen herzusagen und meinen Bund in deinen Mund zu nehmen?
17Du hast ja die Zucht gehaßt und hinter dich geworfen meine Worte.
18Wenn du einen Dieb sahst, so gingst du gern mit ihm um, und dein Teil war mit Ehebrechern.
19Deinen Mund ließest du los zum Bösen, und Trug flocht deine Zunge.
20Du saßest da, redetest wider deinen Bruder, wider den Sohn deiner Mutter stießest du Schmähung aus.
21Solches hast du getan, und ich schwieg; du dachtest, ich sei ganz wie du. Ich werde dich strafen und es dir vor Augen stellen."
22Merket doch dieses, die ihr Gottes vergesset, damit ich nicht zerreiße, und kein Erretter sei da!
23Wer Lob opfert, verherrlicht mich, und wer seinen Weg einrichtet, ihn werde ich das Heil Gottes sehen lassen.
Psalm 51
1Dem Vorsänger. Ein Psalm von David, als der Prophet Nathan zu ihm kam, nachdem er zu Bathseba eingegangen war. Sei mir gnädig, o Gott, nach deiner Güte: nach der Größe deiner Erbarmungen tilge meine Übertretungen!
2Wasche mich völlig von meiner Ungerechtigkeit, und reinige mich von meiner Sünde!
3Denn ich kenne meine Übertretungen, und meine Sünde ist beständig vor mir.
4Gegen dich, gegen dich allein habe ich gesündigt, und ich habe getan, was böse ist in deinen Augen; damit du gerechtfertigt werdest, wenn du redest, rein erfunden, wenn du richtest.
5Siehe, in Ungerechtigkeit bin ich geboren, und in Sünde hat mich empfangen meine Mutter.
6Siehe, du hast Lust an der Wahrheit im Innern, und im Verborgenen wirst du mich Weisheit kennen lehren.
7Entsündige mich mit Ysop, und ich werde rein sein; wasche mich, und ich werde weißer sein als Schnee.
8Laß mich Fröhlichkeit und Freude hören, so werden die Gebeine frohlocken, die du zerschlagen hast.
9Verbirg dein Angesicht vor meinen Sünden, und tilge alle meine Ungerechtigkeiten!
10Schaffe mir, Gott, ein reines Herz, und erneuere in meinem Innern einen festen Geist!
11Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und den Geist deiner Heiligkeit nimm nicht von mir!
12Laß mir wiederkehren die Freude deines Heils, und mit einem willigen Geiste stütze mich!
13Lehren will ich die Übertreter deine Wege, und die Sünder werden zu dir umkehren.
14Errette mich von Blutschuld, Gott, du Gott meiner Rettung, so wird meine Zunge jubelnd preisen deine Gerechtigkeit.
15Herr, tue meine Lippen auf, und mein Mund wird dein Lob verkünden.
16Denn du hast keine Lust an Schlachtopfern, sonst gäbe ich sie; an Brandopfern hast du kein Wohlgefallen.
17Die Opfer Gottes sind ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.
18Tue Zion Gutes in deiner Gunst, baue die Mauern Jerusalems!
19Dann wirst du Lust haben an Opfern der Gerechtigkeit, an Brandopfern und Ganzopfern; dann wird man Farren opfern auf deinem Altar.
Psalm 52
1Dem Vorsänger. Ein Maskil von David, als Doeg, der Edomiter, kam und Saul berichtete und ihm sagte: David ist in das Haus Abimelechs gekommen. Was rühmst du dich des Bösen, du Gewaltiger? Die Güte Gottes währt den ganzen Tag.
2Verderben sinnt deine Zunge, wie ein geschliffenes Schermesser Trug übend.
3Du hast das Böse mehr geliebt, als das Gute, die Lüge mehr, als Gerechtigkeit zu reden. (Sela.)
4Du hast alle Vertilgungsworte geliebt, du Zunge des Trugs!
5Gott wird dich auch zerstören für immerdar; er wird dich fassen und herausreißen aus dem Zelte und auswurzeln aus dem Lande der Lebendigen. (Sela.)
6Und sehen werden es die Gerechten und sich fürchten, und sie werden über ihn lachen:
7"Sieh den Mann, der Gott nicht zu seiner Stärke machte, sondern auf die Größe seines Reichtums vertraute, durch sein Schadentun stark war!"
8Ich aber bin wie ein grüner Olivenbaum im Hause Gottes; ich vertraue auf die Güte Gottes immer und ewiglich.
9Ich werde dich preisen ewiglich, weil du es getan hast; und auf deinen Namen werde ich harren, denn er ist gut, vor deinen Frommen.
Psalm 53
1Dem Vorsänger, nach Machalath. Ein Maskil von David. Der Tor spricht in seinem Herzen: Es ist kein Gott! Sie haben verderbt gehandelt und haben abscheulich das Unrecht geübt; da ist keiner, der Gutes tue.
2Gott hat vom Himmel herniedergeschaut auf die Menschenkinder, um zu sehen, ob ein Verständiger da sei, einer, der Gott suche.
3Alle sind abgewichen, sie sind allesamt verderbt; da ist keiner, der Gutes tue, auch nicht einer.
4Haben keine Erkenntnis die, welche Frevel tun, die mein Volk fressen, als äßen sie Brot? Gott rufen sie nicht an.
5Da überfiel sie ein Schrecken, ohne daß ein Schrecken da war; denn Gott hat zerstreut die Gebeine dessen, der dich belagerte. Du hast sie beschämt gemacht, denn Gott hat sie verworfen.
6O daß aus Zion die Rettungen Israels da wären! Wenn Gott die Gefangenschaft seines Volkes wendet, soll Jakob frohlocken, Israel sich freuen.
Psalm 54
1Dem Vorsänger, mit Saitenspiel. Ein Maskil von David, als die Siphiter kamen und zu Saul sprachen: Hält David sich nicht bei uns verborgen? Gott, durch deinen Namen rette mich, und schaffe mir Recht durch deine Macht!
2Gott, höre mein Gebet, nimm du Ohren die Reden meines Mundes!
3Denn Fremde sind wider mich aufgestanden, und Gewalttätige trachten nach meinem Leben; sie haben Gott nicht vor sich gestellt. (Sela.)
4Siehe, Gott ist mein Helfer; der Herr ist unter denen, die meine Seele stützen.
5Er wird das Böse zurückerstatten meinen Feinden; nach deiner Wahrheit vertilge sie!
6Opfern will ich dir mit Freiwilligkeit; deinen Namen will ich preisen, Jehova, denn er ist gut.
7Denn aus aller Bedrängnis hat er mich errettet; und mein Auge hat seine Lust gesehen an meinen Feinden.
Psalm 55
1Dem Vorsänger, mit Saitenspiel. Ein Maskil von David. Nimm zu Ohren, o Gott, mein Gebet, und verbirg dich nicht vor meinem Flehen!
2Horche auf mich und antworte mir! Ich irre umher in meiner Klage und muß stöhnen
3vor der Stimme des Feindes, vor der Bedrückung des Gesetzlosen; denn sie wälzen Unheil auf mich, und im Zorn feinden sie mich an.
4Mein Herz ängstigte sich in meinem Innern, und Todesschrecken haben mich befallen.
5Furcht und Zittern kamen mich an, und Schauder bedeckte mich.
6Und ich sprach: O daß ich Flügel hätte wie die Taube! Ich wollte hinfliegen und ruhen.
7Siehe, weithin entflöhe ich, würde weilen in der Wüste. (Sela.)
8Ich wollte eilends entrinnen vor dem heftigen Winde, vor dem Sturme.
9Vernichte, Herr, zerteile ihre Zunge! Denn Gewalttat und Hader habe ich in der Stadt gesehen.
10Tag und Nacht machen sie die Runde um sie auf ihren Mauern; und Unheil und Mühsal sind in ihrer Mitte.
11Schadentun ist in ihrer Mitte, und Bedrückung und Trug weichen nicht von ihrer Straße.
12Denn nicht ein Feind ist es, der mich höhnt, sonst würde ich es ertragen; nicht mein Hasser ist es, der wider mich großgetan hat, sonst würde ich mich vor ihm verbergen;
13sondern du, ein Mensch meinesgleichen, mein Freund und mein Vertrauter;
14die wir trauten Umgang miteinander pflogen, ins Haus Gottes wandelten mit der Menge.
15Der Tod überrasche sie, lebendig mögen sie hinabfahren in den Scheol! Denn Bosheiten sind in ihrer Wohnung, in ihrem Innern.
16Ich aber, ich rufe zu Gott, und Jehova rettet mich.
17Abends und morgens und mittags muß ich klagen und stöhnen, und er hört meine Stimme.
18Er hat meine Seele in Frieden erlöst aus dem Kampfe wider mich; denn ihrer sind viele gegen mich gewesen.
19Hören wird Gott und sie demütigen, er thront ja von alters her (Sela.); weil es keine Änderung bei ihnen gibt und sie Gott nicht fürchten.
20Er hat seine Hände ausgestreckt gegen die, welche mit ihm in Frieden waren; seinen Bund hat er gebrochen.
21Glatt sind die Milchworte seines Mundes, und Krieg ist sein Herz; geschmeidiger sind seine Worte als Öl, und sie sind gezogene Schwerter.
22Wirf auf Jehova, was dir auferlegt ist, und er wird dich erhalten; er wird nimmermehr zulassen, daß der Gerechte wanke!
23Und du, Gott, wirst sie hinabstürzen in die Grube des Verderbens; die Männer des Blutes und des Truges werden nicht zur Hälfte bringen ihre Tage. Ich aber werde auf dich vertrauen.
Psalm 56
1Dem Vorsänger, nach: "Die Taube der fernen Terebinthen". Von David, ein Gedicht, als die Philister ihn zu Gath ergriffen. Sei mir gnädig, o Gott! Denn es schnaubt nach mir der Mensch; den ganzen Tag mich befehdend, bedrückt er mich.
2Es schnauben meine Feinde den ganzen Tag; denn viele befehden mich in Hochmut.
3An dem Tage, da ich mich fürchte, vertraue ich auf dich.
4In Gott werde ich rühmen sein Wort; auf Gott vertraue ich, ich werde mich nicht fürchten; was sollte das Fleisch mir tun?
5Meine Worte verdrehen sie den ganzen Tag, alle ihre Gedanken sind wider mich zum Bösen.
6Sie rotten sich zusammen, verstecken sich, sie beobachten meine Fersen, weil sie meiner Seele auflauern.
7Sollte bei ihrem Frevel Rettung für sie sein? Im Zorn stürze nieder die Völker, o Gott!
8Mein Umherirren zählst du. Lege in deinen Schlauch meine Tränen; sind sie nicht in deinem Buche?
9Dann werden meine Feinde umkehren an dem Tage, da ich rufe; dieses weiß ich, daß Gott für mich ist.
10In Gott werde ich rühmen das Wort, in Jehova werde ich rühmen das Wort.
11Auf Gott vertraue ich; ich werde mich nicht fürchten; was sollte der Mensch mir tun?
12Auf mir, o Gott, sind deine Gelübde, ich werde dir Dankopfer entrichten.
13Denn du hast meine Seele vom Tode errettet, ja, meine Füße vom Sturz, um zu wandeln vor dem Angesicht Gottes im Lichte der Lebendigen.
Psalm 57
1Dem Vorsänger. "Verdirb nicht!" Von David, ein Gedicht, als er vor Saul in die Höhle floh. Sei mir gnädig, o Gott, sei mir gnädig! Denn zu dir nimmt Zuflucht meine Seele, und ich will Zuflucht nehmen zu dem Schatten deiner Flügel, bis vorübergezogen das Verderben.
2Zu Gott, dem Höchsten, will ich rufen, zu dem Gott, der es für mich vollendet.
3Vom Himmel wird er senden und mich retten; er macht zum Hohn den, der nach mir schnaubt. (Sela.) Senden wird Gott seine Güte und seine Wahrheit.
4Mitten unter Löwen ist meine Seele, unter Flammensprühenden liege ich, unter Menschenkindern, deren Zähne Speere und Pfeile, und deren Zunge ein scharfes Schwert ist.
5Erhebe dich über die Himmel, o Gott! Über der ganzen Erde sei deine Herrlichkeit!
6Ein Netz haben sie meinen Schritten bereitet, es beugte sich nieder meine Seele; eine Grube haben sie vor mir gegraben, sie sind mitten hineingefallen. (Sela.)
7Befestigt ist mein Herz, o Gott, befestigt ist mein Herz! Ich will singen und Psalmen singen.
8Wache auf, meine Seele! Wachet auf, Harfe und Laute! Ich will aufwecken die Morgenröte.
9Ich will dich preisen, Herr, unter den Völkern, will dich besingen unter den Völkerschaften.
10Denn groß bis zu den Himmeln ist deine Güte, und bis zu den Wolken deine Wahrheit.
11Erhebe dich über die Himmel, o Gott! Über der ganzen Erde sei deine Herrlichkeit!
Psalm 58
1Dem Vorsänger. "Verdirb nicht!" Von David, ein Gedicht. Redet ihr wirklich Gerechtigkeit durch Verstummen? Richtet ihr in Geradheit, ihr Menschenkinder?
2Ja, im Herzen übet ihr Ungerechtigkeiten; eurer Hände Gewalttat wäget ihr dar im Lande.
3Abgewichen sind die Gesetzlosen von Mutterschoße an, es irren von Mutterleibe an die Lügenredner.
4Gift haben sie gleich Schlangengift, wie eine taube Otter, die ihr Ohr verschließt,
5die nicht hört auf die Stimme der Beschwörer, des Zauberers, der der Zaubersprüche kundig ist.
6Zerschmettere, o Gott, ihre Zähne in ihrem Maule, brich aus das Gebiß der jungen Löwen, Jehova!
7Laß sie zergehen wie Wasser, die zerfließen! Legt er seine Pfeile an, so seien sie wie abgestumpft!
8Laß sie sein gleich der Schnecke, die zerschmelzend dahingeht, gleich der Fehlgeburt eines Weibes, welche die Sonne nie erblickt hat!
9Bevor eure Töpfe den Dorn merken, möge er ihn, frisch oder brennend, hinwegstürmen!
10Freuen wird sich der Gerechte, wenn er die Rache anschaut; er wird seine Füße baden im Blute des Gesetzlosen.
11Und der Mensch wird sagen: Fürwahr, es gibt Lohn für den Gerechten; fürwahr, es gibt einen Gott, der auf Erden richtet.
Psalm 59
1Dem Vorsänger, "Verdirb nicht!" Von David, ein Gedicht, als Saul sandte, und sie sein Haus bewachten, um ihn zu töten. Befreie mich von meinen Feinden, o mein Gott! Setze mich in Sicherheit vor denen, die sich wider mich erheben!
2Befreie mich von denen, die Frevel tun, und rette mich von den Blutmenschen!
3Denn siehe, sie lauern auf meine Seele; Starke rotten sich wider mich ohne meine Übertretung und ohne meine Sünde, Jehova!
4Ohne eine Schuld meinerseits laufen und bereiten sie sich; wache auf, mir entgegen, und sieh!
5Ja, du, Jehova, Gott der Heerscharen, Gott Israels, erwache, um heimzusuchen alle Nationen! Sei keinem gnädig von den treulos Frevelnden! (Sela.)
6Am Abend kehren sie zurück, heulen wie Hunde, und rings umgehen sie die Stadt.
7Siehe, aus ihrem Munde sprudeln sie Böses hervor, Schwerter sind auf ihren Lippen, denn "wer hört?"
8Du aber, Jehova, wirst ihrer lachen, wirst spotten aller Nationen.
9Meine Stärke, auf dich will ich achten; denn Gott ist meine hohe Feste.
10Mein Gott wird mir mit seiner Güte zuvorkommen; Gott wird mich meine Lust sehen lassen an meinen Feinden.
11Töte sie nicht, damit mein Volk es nicht vergesse; laß sie umherirren durch deine Macht, und stürze sie nieder, Herr, unser Schild!
12Sünde ihres Mundes ist das Wort ihrer Lippen; so laß sie gefangen werden in ihrem Hochmut und wegen des Fluches und wegen der Lüge, die sie aussprechen!
13Mache ein Ende im Grimm, mache ein Ende, daß sie nicht mehr seien, und erkennen, daß Gott in Jakob herrscht bis an die Enden der Erde! (Sela.)
14Und am Abend kehren sie zurück, heulen wie Hunde, und rings umgehen sie die Stadt.
15Sie schweifen umher nach Speise; sie übernachten, wenn sie auch nicht satt sind.
16Ich aber will singen von deiner Stärke, und des Morgens jubelnd preisen deine Güte; denn du bist mir eine hohe Feste gewesen und ein Zuflucht am Tage meiner Bedrängnis.
17Dir, meine Stärke, will ich Psalmen singen; denn Gott ist meine hohe Feste, der Gott meiner Güte.
Psalm 60
1Dem Vorsänger; nach Schuschan-Eduth. Ein Gedicht von David, zum Lehren, als er stritt mit den Syrern von Mesopotamien und mit den Syrern von Zoba, und Joab zurückkehrte und die Edomiter im Salztale schlug, zwölftausend Mann. Gott, du hast uns verworfen, hast uns zerstreut, bist zornig gewesen; führe uns wieder zurück!
2Du hast das Land erschüttert, hast es zerrissen; heile seine Risse, denn es wankt!
3Du hast dein Volk Hartes sehen lassen, mit Taumelwein hast du uns getränkt.
4Denen, die dich fürchten, hast du ein Panier gegeben, daß es sich erhebe um der Wahrheit willen. (Sela.)
5Damit befreit werden deine Geliebten, rette durch deine Rechte und erhöre uns!
6Gott hat geredet in seiner Heiligkeit: Frohlocken will ich, will Sichem verteilen und das Tal Sukkoth ausmessen.
7Mein ist Gilead, und mein Manasse, und Ephraim ist die Wehr meines Hauptes, Juda mein Herrscherstab.
8Moab ist mein Waschbecken, auf Edom will ich meine Sandale werfen; Philistäa, jauchze mir zu!
9Wer wird mich führen in die feste Stadt, wer wird mich leiten bis nach Edom?
10Nicht du, Gott, der du uns verworfen hast, und nicht auszogest, o Gott, mit unseren Heeren?
11Schaffe uns Hilfe aus der Bedrängnis! Menschenrettung ist ja eitel.
12Mit Gott werden wir mächtige Taten tun; und er, er wird unsere Bedränger zertreten.
Psalm 61
1Dem Vorsänger, mit Saitenspiel. Von David. Höre, Gott, mein Schreien, horche auf mein Gebet!
2Vom Ende der Erde werde ich zu dir rufen, wenn mein Herz verschmachtet; du wirst mich auf einen Felsen leiten, der mir zu hoch ist.
3Denn du bist mir eine Zuflucht gewesen, ein starker Turm, vor dem Feinde.
4Ich werde weilen in deinem Zelte in Ewigkeit, werde Zuflucht nehmen zu dem Schutze deiner Flügel. (Sela.)
5Denn du, Gott, hast auf meine Gelübde gehört, hast mir gegeben das Erbteil derer, die deinen Namen fürchten.
6Du wirst Tage hinzufügen zu den Tagen des Königs; seine Jahre werden sein wie Geschlechter und Geschlechter.
7Er wird ewiglich bleiben vor dem Angesicht Gottes. Bestelle Güte und Wahrheit, daß sie ihn behüten!
8Also werde ich deinen Namen besingen immerdar, indem ich meine Gelübde bezahle Tag für Tag.
Psalm 62
1Dem Vorsänger; für Jeduthun. Ein Psalm von David. Nur auf Gott vertraut still meine Seele, von ihm kommt meine Rettung.
2Nur er ist mein Fels und meine Rettung, meine hohe Feste; ich werde nicht viel wanken.
3Bis wann wollt ihr gegen einen Mann anstürmen, ihr alle ihn niederreißen wie eine überhängende Wand, eine angestoßene Mauer?
4Sie ratschlagen nur, ihn von seiner Höhe zu stoßen; sie haben Wohlgefallen an der Lüge; mit ihrem Munde segnen sie, und in ihrem Innern fluchen sie. (Sela.)
5Nur auf Gott vertraue still meine Seele! Denn von ihm kommt meine Erwartung.
6Nur er ist mein Fels und meine Rettung, meine hohe Feste; ich werde nicht wanken.
7Auf Gott ruht mein Heil und meine Herrlichkeit; der Fels meiner Stärke, meine Zuflucht, ist in Gott.
8Vertrauet auf ihn allezeit, o Volk! Schüttet vor ihm aus euer Herz! Gott ist unsere Zuflucht. (Sela.)
9Nur Eitelkeit sind die Menschensöhne, Lüge die Männersöhne. Auf der Waagschale steigen sie empor, sie sind allesamt leichter als ein Hauch.
10Vertrauet nicht auf Erpressung, und setzet nicht eitle Hoffnung auf Raub; wenn der Reichtum wächst, so setzet euer Herz nicht darauf!
11Einmal hat Gott geredet, zweimal habe ich dieses gehört, daß die Stärke Gottes sei.
12Und dein, o Herr, ist die Güte; denn du, du vergiltst einem jeden nach seinem Werke.
Psalm 63
1Ein Psalm von David, als er in der Wüste Juda war. Gott, du bist mein Gott! Frühe suche ich dich. Es dürstet nach dir meine Seele, nach dir schmachtet mein Fleisch in einem dürren und lechzenden Lande ohne Wasser,
2gleichwie ich dich angeschaut habe im Heiligtum, um deine Macht und deine Herrlichkeit zu sehen.
3Denn deine Güte ist besser als Leben; meine Lippen werden dich rühmen.
4Also werde ich dich preisen während meines Lebens, meine Hände aufheben in deinem Namen.
5Wie von Mark und Fett wird gesättigt werden meine Seele, und mit jubelnden Lippen wird loben mein Mund,
6Wenn ich deiner gedenke auf meinem Lager, über dich sinne in den Nachtwachen.
7Denn du bist mir zur Hilfe gewesen, und ich werde jubeln in dem Schatten deiner Flügel.
8Meine Seele hängt dir nach, es hält mich aufrecht deine Rechte.
9Jene aber, die nach meinem Leben trachten, um es zu verderben, werden hineingehen in die untersten Örter der Erde.
10Man wird sie preisgeben der Gewalt des Schwertes, das Teil der Schakale werden sie sein.
11Und der König wird sich freuen in Gott; es wird sich rühmen ein jeder, der bei ihm schwört; denn der Mund der Lügenredner wird verstopft werden.
Psalm 64
1Dem Vorsänger. Ein Psalm von David. Höre, Gott, meine Stimme in meiner Klage; vor dem Schrecken des Feindes behüte mein Leben!
2Verbirg mich vor dem geheimen Rat der Übeltäter, vor der Rotte derer, die Frevel tun!
3Welche ihre Zunge geschärft haben gleich einem Schwerte, ihren Pfeil angelegt, bitteres Wort,
4um im Versteck zu schießen auf den Unsträflichen: plötzlich schießen sie auf ihn und scheuen sich nicht.
5Sie stärken sich in einer bösen Sache; sie reden davon, Fallstricke zu verbergen; sie sagen: Wer wird uns sehen?
6Sie denken Schlechtigkeiten aus: "Wir haben's fertig, der Plan ist ausgedacht!" Und eines jeden Inneres und Herz ist tief.
7Aber Gott schießt auf sie, plötzlich kommt ein Pfeil: ihre Wunden sind da.
8Und sie werden zu Fall gebracht, ihre Zunge kommt über sie; alle, die sie sehen, werden den Kopf schütteln.
9Und es werden sich fürchten alle Menschen, und das Tun Gottes verkünden und sein Werk erwägen.
10Der Gerechte wird sich in Jehova freuen und auf ihn trauen; und es werden sich rühmen alle von Herzen Aufrichtigen.
Psalm 65
1Dem Vorsänger, ein Psalm. Von David, ein Lied. Deiner harrt schweigend der Lobgesang, o Gott, in Zion, und dir wird bezahlt werden das Gelübde.
2Hörer des Gebets! Zu dir wird kommen alles Fleisch.
3Ungerechtigkeiten haben mich überwältigt; unsere Übertretungen, du wirst sie vergeben.
4Glückselig der, den du erwählst und herzunahen lässest, daß er wohne in deinen Vorhöfen! Wir werden gesättigt werden mit dem Guten deines Hauses, dem Heiligen deines Tempels.
5Du wirst uns antworten durch furchtbare Dinge in Gerechtigkeit, Gott unseres Heils, du Zuversicht aller Enden der Erde und der fernsten Meere!
6Der die Berge feststellt durch seine Kraft, umgürtet ist mit Macht,
7der da stillt das Brausen der Meere, das Brausen ihrer Wellen und das Getümmel der Völkerschaften.
8Und es fürchten sich die Bewohner der Enden der Erde, vor deinen Zeichen; du machst jauchzen die Ausgänge des Morgens und des Abends.
9Du hast die Erde heimgesucht und ihr Überfluß gewährt, du bereicherst sie sehr: Gottes Bach ist voll Wassers. Du bereitest ihr Getreide, wenn du sie also bereitest.
10Du tränkest ihre Furchen, ebnest ihre Schollen, du erweichst sie mit Regengüssen, segnest ihr Gewächs.
11Du hast gekrönt das Jahr deiner Güte, und deine Spuren triefen von Fett.
12Es triefen die Auen der Steppe, und mit Jubel umgürten sich die Hügel.
13Die Triften bekleiden sich mit Herden, und die Täler bedecken sich mit Korn; sie jauchzen, ja, sie singen.
Psalm 66
1Dem Vorsänger. Ein Lied, ein Psalm. Jauchzet Gott, ganze Erde!
2Besinget die Herrlichkeit seines Namens, machet herrlich sein Lob!
3Sprechet zu Gott: Wie furchtbar sind deine Werke! Wegen der Größe deiner Stärke unterwerfen sich dir deine Feinde mit Schmeichelei.
4Die ganze Erde wird dich anbeten und dir Psalmen singen; sie wird besingen deinen Namen. (Sela.)
5Kommet und sehet die Großtaten Gottes; furchtbar ist er in seinem Tun gegen die Menschenkinder.
6Er wandelte das Meer in trockenes Land, sie gingen zu Fuß durch den Strom; da freuten wir uns in ihm.
7Er herrscht durch seine Macht auf ewig; seine Augen beobachten die Nationen. Daß sich nicht erheben die Widerspenstigen! (Sela.)
8Preiset, ihr Völker, unseren Gott, und lasset hören die Stimme seines Lobes;
9der unsere Seele am Leben erhalten und nicht zugelassen hat, daß unsere Füße wankten!
10Denn du hast uns geprüft, o Gott, du hast uns geläutert, wie man Silber läutert.
11Du hast uns ins Netz gebracht, hast eine drückende Last auf unsere Lenden gelegt.
12Du hast Menschen reiten lassen auf unserem Haupte; wir sind ins Feuer und ins Wasser gekommen, aber du hast uns herausgeführt zu überströmender Erquickung.
13Ich will eingehen in dein Haus mit Brandopfern, will dir bezahlen meine Gelübde,
14wozu sich weit aufgetan meine Lippen, und die mein Mund ausgesprochen hat in meiner Bedrängnis.
15Brandopfer von Mastvieh will ich dir opfern samt Räucherwerk von Widdern; Rinder samt Böcken will ich opfern. (Sela.)
16Kommet, höret zu, alle, die ihr Gott fürchtet, und ich will erzählen, was er an meiner Seele getan hat.
17Zu ihm rief ich mit meinem Munde, und seine Erhebung war unter meiner Zunge.
18Wenn ich es in meinem Herzen auf Frevel abgesehen hätte, so würde der Herr nicht gehört haben.
19Doch Gott hat gehört, er hat gemerkt auf die Stimme meines Gebets.
20Gepriesen sei Gott, der nicht abgewiesen hat mein Gebet, noch von mir abgewandt seine Güte!
Psalm 67
1Dem Vorsänger, mit Saitenspiel. Ein Psalm, ein Lied. Gott sei uns gnädig und segne uns, er lasse sein Angesicht leuchten über uns, (Sela.)
2daß man auf der Erde erkenne deinen Weg, unter allen Nationen deine Rettung!
3Es werden dich preisen die Völker, o Gott; es werden dich preisen die Völker alle.
4Es werden sich freuen und jubeln die Völkerschaften; denn du wirst die Völker richten in Geradheit, und die Völkerschaften auf der Erde, du wirst sie leiten. (Sela.)
5Es werden dich preisen die Völker, o Gott; es werden dich preisen die Völker alle.
6Die Erde gibt ihren Ertrag; Gott, unser Gott, wird uns segnen.
7Gott wird uns segnen, und alle Enden der Erde werden ihn fürchten.
Psalm 68
1Dem Vorsänger. Von David. Ein Psalm, ein Lied. Möge Gott aufstehen! Mögen sich zerstreuen seine Feinde, und vor ihm fliehen seine Hasser!
2Wie Rauch vertrieben wird, so wirst du sie vertreiben; wie Wachs vor dem Feuer zerschmilzt, so werden die Gesetzlosen umkommen vor dem Angesicht Gottes.
3Aber freuen werden sich die Gerechten, sie werden frohlocken vor dem Angesicht Gottes und jubeln in Freude.
4Singet Gott, besinget seinen Namen! Machet Bahn dem, der einherfährt durch die Wüsteneien, Jah ist sein Name, und frohlocket vor ihm!
5Ein Vater der Waisen und ein Richter der Witwen ist Gott in seiner heiligen Wohnung.
6Gott läßt Einsame in einem Hause wohnen, führt Gefangene hinaus ins Glück; die Widerspenstigen aber wohnen in der Dürre.
7Gott, als du auszogest vor deinem Volke, als du einherschrittest durch die Wüste, (Sela.)
8da bebte die Erde, auch troffen die Himmel vor Gott, jener Sinai vor Gott, dem Gott Israels.
9Reichlichen Regen gossest du aus, o Gott; dein Erbteil, wenn es ermattet war, richtetest du es auf.
10Deine Schar hat darin gewohnt; du bereitetest in deiner Güte für den Elenden, o Gott!
11Der Herr erläßt das Wort; der Siegesbotinnen ist eine große Schar.
12Die Könige der Heere fliehen, sie fliehen, und die Hausbewohnerin verteilt die Beute.
13Wenn ihr zwischen den Hürden lieget, werdet ihr sein wie die Flügel einer Taube, die überzogen sind mit Silber, und ihre Schwingen mit grüngelbem Golde.
14Wenn der Allmächtige Könige darin zerstreut, wird es schneeweiß auf dem Zalmon.
15Der Berg Basans ist ein Berg Gottes, ein gipfelreicher Berg ist der Berg Basans.
16Warum blicket ihr neidisch, ihr gipfelreichen Berge, auf den Berg, den Gott begehrt hat zu seinem Wohnsitz? Auch wird Jehova daselbst wohnen immerdar.
17Der Wagen Gottes sind zwei Zehntausende, Tausende und aber Tausende; der Herr ist unter ihnen: ein Sinai an Heiligkeit.
18Du bist aufgefahren in die Höhe, du hast die Gefangenschaft gefangen geführt; du hast Gaben empfangen im Menschen, und selbst für Widerspenstige, damit Jehova, Gott, eine Wohnung habe.
19Gepriesen sei der Herr! Tag für Tag trägt er unsere Last; Gott ist unsere Rettung. (Sela.)
20Gott ist uns ein Gott der Rettungen, und bei Jehova, dem Herrn, stehen die Ausgänge vom Tode.
21Gewiß, Gott wird zerschmettern das Haupt seiner Feinde, den Haarscheitel dessen, der da wandelt in seinen Vergehungen.
22Der Herr sprach: Ich werde zurückbringen aus Basan, zurückbringen aus den Tiefen des Meeres,
23auf daß du deinen Fuß in Blut badest, und die Zunge deiner Hunde von den Feinden ihr Teil habe.
24Gesehen haben sie deine Züge, o Gott, die Züge meines Gottes, meines Königs im Heiligtum.
25Voran gingen Sänger, danach Saitenspieler, inmitten tamburinschlagender Jungfrauen.
26"Preiset Gott, den Herrn, in den Versammlungen, die ihr aus der Quelle Israels seid!"
27Da sind Benjamin, der Jüngste, ihr Herrscher, die Fürsten Judas, ihr Haufe, die Fürsten Sebulons, die Fürsten Naphtalis.
28Geboten hat dein Gott deine Stärke. Stärke, o Gott, das, was du für uns gewirkt hast!
29Um deines Tempels zu Jerusalem willen werden Könige dir Geschenke bringen.
30Schilt das Tier des Schilfes, die Schar der Stiere mit den Kälbern der Völker; jeder wird sich dir unterwerfen mit Silberbarren. Zerstreue die Völker, die Lust haben am Kriege!
31Es werden kommen die Großen aus Ägypten; Äthiopien wird eilends seine Hände ausstrecken zu Gott.
32Ihr Königreiche der Erde, singet Gott, besinget den Herrn, (Sela.)
33den, der da einherfährt auf den Himmeln, den Himmeln der Vorzeit! Siehe, er läßt seine Stimme erschallen, eine mächtige Stimme.
34Gebet Gott Stärke! Seine Hoheit ist über Israel und seine Macht in den Wolken.
35Furchtbar bist du, Gott, aus deinen Heiligtümern her; der Gott Israels, er ist es, der Stärke und Kraft gibt dem Volke. Gepriesen sei Gott!
Psalm 69
1Dem Vorsänger, nach Schoschannim. Von David. Rette mich, o Gott! Denn die Wasser sind bis an die Seele gekommen.
2Ich bin versunken in tiefen Schlamm, und kein Grund ist da; in Wassertiefen bin ich gekommen, und die Flut überströmt mich.
3Ich bin müde vom Rufen, entzündet ist meine Kehle; meine Augen schwinden hin, harrend auf meinen Gott.
4Mehr als die Haare meines Hauptes sind derer, die ohne Ursache mich hassen; mächtig sind meine Vertilger, die ohne Grund mir feind sind; was ich nicht geraubt habe, muß ich alsdann erstatten.
5Du, o Gott, weißt um meine Torheit, und meine Vergehungen sind dir nicht verborgen.
6Laß nicht durch mich beschämt werden, die auf dich harren, Herr, Jehova der Heerscharen! Laß nicht durch mich zu Schanden werden, die dich suchen, Gott Israels!
7Denn deinetwegen trage ich Hohn, hat Schande bedeckt mein Antlitz.
8Entfremdet bin ich meinen Brüdern, und ein Fremdling geworden den Söhnen meiner Mutter.
9Denn der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt, und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.
10Als ich weinte, und meine Seele im Fasten war, da wurde es mir zu Schmähungen;
11als ich mich in Sacktuch kleidete, da ward ich ihnen zum Sprichwort.
12Die im Tore sitzen, reden über mich, und ich bin das Saitenspiel der Zecher.
13Ich aber, mein Gebet ist zu dir, Jehova, zur Zeit der Annehmung. O Gott, nach der Größe deiner Güte, erhöre mich nach der Wahrheit deines Heils!
14Ziehe mich heraus aus dem Schlamm, daß ich nicht versinke! Laß mich errettet werden von meinen Hassern und aus den Wassertiefen!
15Laß die Flut der Wasser mich nicht überströmen, und die Tiefe mich nicht verschlingen; und laß die Grube ihren Mund nicht über mir verschließen!
16Erhöre mich, Jehova! Denn gut ist deine Güte; wende dich zu mir nach der Größe deiner Erbarmungen!
17Und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knechte! Denn ich bin bedrängt; eilends erhöre mich!
18Nahe meiner Seele, erlöse sie; erlöse mich um meiner Feinde willen!
19Du, du kennst meinen Hohn und meine Schmach und meine Schande; vor dir sind alle meine Bedränger.
20Der Hohn hat mein Herz gebrochen, und ich bin ganz elend; und ich habe auf Mitleiden gewartet, und da war keines, und auf Tröster, und ich habe keine gefunden.
21Und sie gaben in meine Speise Galle, und in meinem Durst tränkten sie mich mit Essig.
22Es werde zur Schlinge vor ihnen ihr Tisch, und ihnen, den Sorglosen, zum Fallstrick!
23Laß dunkel werden ihre Augen, daß sie nicht sehen; und laß beständig wanken ihre Lenden!
24Schütte über sie aus deinen Grimm, und deines Zornes Glut erreiche sie!
25Verwüstet sei ihre Wohnung, in ihren Zelten sei kein Bewohner!
26Denn den du geschlagen hast, haben sie verfolgt, und von dem Schmerze deiner Verwundeten erzählen sie.
27Füge Ungerechtigkeit zu ihrer Ungerechtigkeit, und laß sie nicht kommen zu deiner Gerechtigkeit!
28Laß sie ausgelöscht werden aus dem Buche des Lebens, und nicht eingeschrieben mit den Gerechten!
29Ich aber bin elend, und mir ist wehe; deine Rettung, o Gott, setze mich in Sicherheit!
30Rühmen will ich den Namen Gottes im Liede, und ihn erheben mit Lob.
31Und es wird Jehova wohlgefälliger sein als ein Stier, ein Farre mit Hörnern und gespaltenen Hufen.
32Die Sanftmütigen werden es sehen, sie werden sich freuen; ihr, die ihr Gott suchet, es lebe euer Herz!
33Denn Jehova hört auf die Armen, und seine Gefangenen verachtet er nicht.
34Ihn sollen loben Himmel und Erde, die Meere, und alles, was in ihnen wimmelt!
35Denn Gott wird Zion retten und die Städte Judas bauen; und sie werden daselbst wohnen und es besitzen.
36Und der Same seiner Knechte wird es erben; und die seinen Namen lieben, werden darin wohnen.
Psalm 70
1Dem Vorsänger. Von David, zum Gedächtnis. Eile, Gott, mich zu erretten, Jehova, zu meiner Hilfe!
2Laß beschämt und mit Scham bedeckt werden, die nach meinem Leben trachten! Laß zurückweichen und zu Schanden werden, die Gefallen haben an meinem Unglück!
3Laß umkehren ob ihrer Schande, die da sagen: Haha! Haha!
4Laß fröhlich sein und in dir sich freuen alle, die dich suchen! Und die deine Rettung lieben, laß stets sagen: Erhoben sei Gott!
5Ich aber bin elend und arm; o Gott, eile zu mir! Meine Hilfe und mein Erretter bist du; Jehova, zögere nicht!
Psalm 71
1Auf dich, Jehova, traue ich: Laß mich nimmer beschämt werden!
2In deiner Gerechtigkeit befreie mich und errette mich! Neige dein Ohr zu mir und schaffe mir Rettung!
3Sei mir ein Fels zur Wohnung, um stets dahin zu gehen! Du hast geboten, mich zu retten, denn du bist mein Fels und meine Burg.
4Mein Gott, errette mich aus der Hand des Gesetzlosen, aus der Faust des Ungerechten und des Gewaltsamen!
5Denn du bist meine Hoffnung, Herr, Jehova; meine Zuversicht von meiner Jugend an.
6Auf dich habe ich mich gestützt von Mutterschoße an, aus meiner Mutter Leibe zogest du mich hervor; von dir ist stets mein Lobgesang.
7Vielen bin ich wie ein Wunder; du aber bist meine starke Zuflucht.
8Mein Mund ist erfüllt von deinem Lobe, von deinem Ruhm den ganzen Tag.
9Verwirf mich nicht zur Zeit des Alters; beim Schwinden meiner Kraft verlaß mich nicht!
10Denn meine Feinde haben von mir geredet, und die auf meine Seele lauern, miteinander geratschlagt;
11und sie sagen: Gott hat ihn verlassen; verfolget und greifet ihn, denn kein Erretter ist da!
12O Gott, sei nicht fern von mir; mein Gott, eile zu meiner Hilfe!
13Laß beschämt werden, laß vergehen, die wider meine Seele sind! Laß mit Hohn und Schande bedeckt werden, die mein Unglück suchen!
14Ich aber will beständig harren und all dein Lob vermehren.
15Mein Mund soll erzählen deine Gerechtigkeit, den ganzen Tag deine Rettung; denn ich weiß sie nicht zu zählen.
16Ich werde kommen mit den Machttaten des Herrn Jehova, werde gedenken deiner Gerechtigkeit, deiner allein.
17Gott! Du hast mich gelehrt von meiner Jugend an, und bis hierher habe ich deine Wundertaten verkündet.
18Und auch bis zum Alter und bis zum Greisentum verlaß mich nicht, o Gott, bis ich verkünde deinen Arm dem künftigen Geschlecht, allen, die da kommen werden, deine Macht!
19Und deine Gerechtigkeit, o Gott, reicht bis zur Höhe; du, der du große Dinge getan hast, o Gott, wer ist wie du?
20Du, der du uns viele Bedrängnisse und Übel hast sehen lassen, du wirst uns wieder beleben, und uns wieder heraufführen aus den Tiefen der Erde.
21Du wirst meine Größe mehren, und du wirst dich wenden und mich trösten.
22Auch will ich dich preisen mit der Harfe, ja, deine Wahrheit, mein Gott! Ich will dir Psalmen singen mit der Laute, du Heiliger Israels!
23Jubeln werden meine Lippen, wenn ich dir Psalmen singe, und meine Seele, die du erlöst hast;
24auch meine Zunge wird von deiner Gerechtigkeit reden den ganzen Tag; denn beschämt, denn mit Scham sind bedeckt worden, die mein Unglück suchen.
Psalm 72
1Für Salomo. O Gott, gib dem Könige deine Gerichte, und deine Gerechtigkeit dem Sohne des Königs!
2Er wird dein Volk richten in Gerechtigkeit, und deine Elenden nach Recht.
3Es werden dem Volke Frieden tragen die Berge und die Hügel durch Gerechtigkeit.
4Er wird Recht schaffen den Elenden des Volkes; er wird retten die Kinder des Armen, und den Bedrücker wird er zertreten.
5Man wird dich fürchten von Geschlecht zu Geschlecht, so lange Sonne und Mond bestehen.
6Er wird herabkommen wie ein Regen auf die gemähte Flur, wie Regenschauer, Regengüsse auf das Land.
7In seinen Tagen wird der Gerechte blühen, und Fülle von Frieden wird sein, bis der Mond nicht mehr ist.
8Und er wird herrschen von Meer zu Meer, und vom Strome bis an die Enden der Erde.
9Vor ihm werden sich beugen die Bewohner der Wüste, und seine Feinde werden den Staub lecken;
10die Könige von Tarsis und von den Inseln werden Geschenke entrichten, es werden Abgaben darbringen die Könige von Scheba und Seba.
11Und alle Könige werden vor ihm niederfallen, alle Nationen ihm dienen.
12Denn erretten wird er den Armen, der um Hilfe ruft, und den Elenden, der keinen Helfer hat;
13Er wird sich erbarmen des Geringen und des Armen, und die Seelen der Armen wird er retten.
14Von Bedrückung und Gewalttat wird er ihre Seele erlösen, und ihr Blut wird teuer sein in seinen Augen.
15Und er wird leben, und von dem Golde Schebas wird man ihm geben; und man wird beständig für ihn beten, den ganzen Tag ihn segnen.
16Es wird Überfluß an Getreide sein im Lande, auf dem Gipfel der Berge; gleich dem Libanon wird rauschen seine Frucht; und Menschen werden hervorblühen aus den Städten wie das Kraut der Erde.
17Sein Name wird ewig sein; so lange die Sonne besteht, wird fortdauern sein Name; und in ihm wird man sich segnen; alle Nationen werden ihn glücklich preisen.
18Gepriesen sei Jehova, Gott, der Gott Israels, der Wunder tut, er allein!
19Und gepriesen sei sein herrlicher Name in Ewigkeit! Und die ganze Erde werde erfüllt mit seiner Herrlichkeit! Amen, ja, Amen.
20Es sind zu Ende die Gebete Davids, des Sohnes Isais.
Psalm 73
1Ein Psalm; von Asaph. Fürwahr, Gott ist Israel gut, denen, die reinen Herzens sind.
2Ich aber, wenig fehlte, so wären meine Füße abgewichen, um nichts wären ausgeglitten meine Schritte.
3Denn ich beneidete die Übermütigen, als ich sah die Wohlfahrt der Gesetzlosen.
4Denn keine Qualen haben sie bei ihrem Tode, und wohlgenährt ist ihr Leib.
5Nicht sind sie im Ungemach der Sterblichen, und mit den Menschen werden sie nicht geplagt.
6Deshalb umgibt sie der Hochmut wie ein Halsgeschmeide, Gewalttat umhüllt sie wie ein Gewand.
7Es tritt aus dem Fett hervor ihr Auge; sie wallen über in den Einbildungen des Herzens.
8Sie höhnen und reden in Bosheit von Bedrückung; von oben herab reden sie.
9Sie setzen in den Himmel ihren Mund, und ihre Zunge wandelt auf der Erde.
10Deshalb wendet sich hierher sein Volk, und Wasser in Fülle wird von ihnen geschlürft.
11Und sie sprechen: Wie wüßte es Gott, und wie sollte Wissen sein bei dem Höchsten?
12Siehe, diese sind Gesetzlose, und, immerdar sorglos, erwerben sie sich Vermögen.
13Fürwahr, vergebens habe ich mein Herz gereinigt, und in Unschuld gewaschen meine Hände.
14Da ich ja geplagt ward den ganzen Tag, und alle Morgen meine Züchtigung da war.
15Wenn ich gesagt hätte: Ich will ebenso reden, siehe, so wäre ich treulos gewesen dem Geschlecht deiner Söhne.
16Da dachte ich nach, um dieses zu begreifen: eine mühevolle Arbeit war es in meinen Augen;
17bis ich hineinging in die Heiligtümer Gottes und jener Ende gewahrte.
18Fürwahr, auf schlüpfrige Örter setzest du sie, stürzest sie hin zu Trümmern.
19Wie sind sie so plötzlich verwüstet, haben ein Ende genommen, sind umgekommen durch Schrecknisse!
20Wie einen Traum nach dem Erwachen wirst du, Herr, beim Aufwachen ihr Bild verachten.
21Als mein Herz sich erbitterte und es mich in meinen Nieren stach,
22da war ich dumm und wußte nichts; ein Tier war ich bei dir.
23Doch ich bin stets bei dir: du hast mich erfaßt bei meiner rechten Hand;
24durch deinen Rat wirst du mich leiten, und nach der Herrlichkeit wirst du mich aufnehmen.
25Wen habe ich im Himmel? Und neben dir habe ich an nichts Lust auf der Erde.
26Vergeht mein Fleisch und mein Herz, meines Herzens Fels und mein Teil ist Gott auf ewig.
27Denn siehe, es werden umkommen, die dir ferne sind; du vertilgst alle, die buhlerisch von dir abweichen.
28Ich aber, Gott zu nahen ist mir gut; ich habe meine Zuversicht auf den Herrn, Jehova, gesetzt, um zu erzählen alle deine Taten.
Psalm 74
1Ein Maskil; von Asaph. Gott, warum hast du verworfen für immer, raucht dein Zorn wider die Herde deiner Weide?
2Gedenke deiner Gemeinde, die du erworben hast vor alters, erlöst als dein Erbteil, des Berges Zion, auf welchem du gewohnt hast!
3Erhebe deine Tritte zu den immerwährenden Trümmern! Alles im Heiligtum hat der Feind verderbt.
4Es brüllen deine Widersacher inmitten deiner Versammlungsstätte; sie haben ihre Zeichen als Zeichen gesetzt.
5Sie erscheinen wie einer, der die Axt emporhebt im Dickicht des Waldes;
6und jetzt zerschlagen sie sein Schnitzwerk allzumal mit Beilen und mit Hämmern.
7Sie haben dein Heiligtum in Brand gesteckt, zu Boden entweiht die Wohnung deines Namens.
8Sie sprachen in ihrem Herzen: Laßt uns sie niederzwingen allesamt! Verbrannt haben sie alle Versammlungsstätten Gottes im Lande.
9Unsere Zeichen sehen wir nicht; kein Prophet ist mehr da, und keiner bei uns, welcher weiß, bis wann.
10Bis wann, o Gott, soll höhnen der Bedränger, soll der Feind deinen Namen verachten immerfort?
11Warum ziehst du deine Hand und deine Rechte zurück? Hervor aus deinem Busen, mache ein Ende!
12Gott ist ja mein König von alters her, der Rettungen schafft inmitten des Landes.
13Du zerteiltest das Meer durch deine Macht, zerschelltest die Häupter der Wasserungeheuer auf den Wassern.
14Du zerschmettertest die Häupter des Leviathans, gabst ihn zur Speise dem Volke, den Bewohnern der Wüste.
15Du ließest Quell und Bach hervorbrechen, immerfließende Ströme trocknetest du aus.
16Dein ist der Tag, dein auch die Nacht; den Mond und die Sonne hast du bereitet.
17Du hast festgestellt alle Grenzen der Erde; Sommer und Winter, du hast sie gebildet.
18Gedenke dessen: der Feind hat Jehova gehöhnt, und ein törichtes Volk hat deinen Namen verachtet.
19Gib nicht dem Raubtiere hin die Seele deiner Turteltaube; die Schar deiner Elenden vergiß nicht für immer!
20Schaue hin auf den Bund! Denn die finsteren Örter der Erde sind voll von Wohnungen der Gewalttat.
21Nicht kehre beschämt zurück der Unterdrückte; laß den Elenden und Armen deinen Namen loben!
22Stehe auf, o Gott, führe deinen Rechtsstreit! Gedenke deiner Verhöhnung von den Toren den ganzen Tag!
23Vergiß nicht die Stimme deiner Widersacher! Das Getöse derer, die sich wider dich erheben, steigt auf beständig.
Psalm 75
1Dem Vorsänger, "Verdirb nicht!" Ein Psalm von Asaph, ein Lied. Wir preisen dich, o Gott, wir preisen dich; und nahe ist dein Name, deine Wundertaten verkündigen es.
2"Wenn ich die Versammlung empfangen werde, will ich in Geradheit richten.
3Zerschmolzen sind die Erde und alle ihre Bewohner: Ich habe ihre Säulen festgestellt." (Sela.)
4Ich sprach zu den Übermütigen: Seid nicht übermütig! und zu den Gesetzlosen: Erhebet nicht das Horn!
5Erhebet nicht hoch euer Horn; redet nicht Freches mit gerecktem Halse!
6Denn nicht von Osten, noch von Westen, und nicht von Süden her kommt Erhöhung.
7Denn Gott ist Richter; diesen erniedrigt er, und jenen erhöht er.
8Denn ein Becher ist in der Hand Jehovas, und er schäumt von Wein, ist voll von Würzwein, und er schenkt daraus: ja, seine Hefen müssen schlürfend trinken alle Gesetzlosen der Erde.
9Ich aber, ich will es verkünden ewiglich, will Psalmen singen dem Gott Jakobs.
10Und alle Hörner der Gesetzlosen werde ich abhauen; es werden erhöht werden die Hörner der Gerechten.
Psalm 76
1Dem Vorsänger, mit Saitenspiel. Ein Psalm von Asaph, ein Lied. Bekannt ist Gott in Juda, in Israel groß sein Name.
2Und in Salem ist seine Hütte, und seine Wohnung in Zion.
3Dort zerbrach er des Bogens Blitze, Schild und Schwert und Krieg. (Sela.)
4Glanzvoller bist du, herrlicher als die Berge des Raubes.
5Zur Beute sind geworden die Starkherzigen, sie schlafen ihren Schlaf; und keiner der tapferen Männer fand seine Hände.
6Vor deinem Schelten, Gott Jakobs, sind in tiefen Schlaf gesunken sowohl Wagen als Roß.
7Du, du bist furchtbar, und wer kann vor dir bestehen, sobald du erzürnst!
8Du ließest Gericht hören von den Himmeln her; die Erde fürchtete sich und ward stille.
9Als Gott aufstand zum Gericht, um zu retten alle Sanftmütigen des Landes. (Sela.)
10Denn der Grimm des Menschen wird dich preisen; mit dem Rest des Grimmes wirst du dich gürten.
11Tut und bezahlet Gelübde Jehova, eurem Gott; mögen alle, die rings um ihn her sind, Geschenke bringen dem Furchtbaren!
12Er wird abmähen den Geist der Fürsten, er ist furchtbar den Königen der Erde.
Psalm 77
1Dem Vorsänger, für Jeduthun. Von Asaph, ein Psalm. Meine Stimme ist zu Gott, und ich will schreien; meine Stimme ist zu Gott, und er wird mir Gehör schenken.
2Am Tage meiner Drangsal suchte ich den Herrn; meine Hand war des Nachts ausgestreckt und ließ nicht ab; meine Seele weigerte sich getröstet zu werden.
3Ich gedachte Gottes, und ich stöhnte; ich sann nach, und mein Geist ermattete. (Sela.)
4Du hieltest fest die Lider meiner Augen; ich war voll Unruhe und redete nicht.
5Ich durchdachte die Tage vor alters, die Jahre der Urzeit.
6Ich gedachte meines Saitenspiels in der Nacht; ich sann nach in meinem Herzen, und es forschte mein Geist.
7Wird der Herr auf ewig verwerfen, und hinfort keine Gunst mehr erweisen?
8Ist zu Ende seine Güte für immer? Hat das Wort aufgehört von Geschlecht zu Geschlecht?
9Hat Gott vergessen gnädig zu sein? Hat er im Zorn verschlossen seine Erbarmungen? (Sela.)
10Da sprach ich: Das ist mein Kranksein. Der Jahre der Rechten des Höchsten,
11will ich gedenken, der Taten des Jah; denn deiner Wunder von alters her will ich gedenken;
12und ich will nachdenken über all dein Tun, und über deine Taten will ich sinnen.
13Gott! Dein Weg ist im Heiligtum; wer ist ein großer Gott wie Gott?
14Du bist der Gott, der Wunder tut, du hast deine Stärke kundwerden lassen unter den Völkern.
15Du hast dein Volk erlöst mit erhobenem Arm, die Söhne Jakobs und Josephs. (Sela.)
16Dich sahen die Wasser, o Gott, dich sahen die Wasser: sie bebten; ja, es erzitterten die Tiefen.
17Die Wolken ergossen Wasser; das Gewölk ließ eine Stimme erschallen, und deine Pfeile fuhren hin und her.
18Die Stimme deines Donners war im Wirbelwind, Blitze erleuchteten den Erdkreis; es zitterte und bebte die Erde.
19Im Meere ist dein Weg, und deine Pfade in großen Wassern, und deine Fußstapfen sind nicht bekannt.
20Du hast dein Volk geleitet wie eine Herde durch die Hand Moses und Aarons.
Psalm 78
1Ein Maskil; von Asaph. Horche, mein Volk, auf mein Gesetz! Neiget euer Ohr zu den Worten meines Mundes!
2Ich will meinen Mund auftun zu einem Spruche, will Rätsel hervorströmen lassen aus der Vorzeit.
3Was wir gehört und erfahren und unsere Väter uns erzählt haben,
4wollen wir nicht verhehlen ihren Söhnen, dem künftigen Geschlecht erzählend den Ruhm Jehovas und seine Stärke, und seine Wunderwerke, die er getan hat.
5Denn er hat ein Zeugnis aufgerichtet in Jakob, und ein Gesetz gestellt in Israel, die er unseren Vätern geboten hat, um sie ihren Söhnen kundzutun;
6damit sie kennte das künftige Geschlecht, die Söhne, die geboren werden sollten, und sie aufständen und sie ihren Söhnen erzählten;
7und auf Gott ihr Vertrauen setzten, und die Taten Gottes nicht vergäßen, und seine Gebote bewahrten;
8und nicht würden wie ihre Väter, ein widersetzliches und widerspenstiges Geschlecht, ein Geschlecht, das sein Herz nicht befestigte, und dessen Geist nicht treu war gegen Gott.
9Die Söhne Ephraims, gerüstete Bogenschützen, wandten um am Tage des Kampfes.
10Sie hielten nicht den Bund Gottes und weigerten sich, in seinem Gesetz zu wandeln;
11und sie vergaßen seine Taten und seine Wunderwerke, die er sie hatte schauen lassen.
12Er tat Wunder vor ihren Vätern, im Lande Ägypten, dem Gefilde Zoans.
13Er spaltete das Meer und ließ sie hindurchgehen, und ließ die Wasser stehen wie einen Damm.
14Und er leitete sie des Tages mit der Wolke und die ganze Nacht mit dem Lichte eines Feuers.
15Er spaltete Felsen in der Wüste und tränkte sie reichlich wie aus Tiefen.
16Und er ließ Bäche hervorkommen aus dem Felsen und Wasser herablaufen gleich Flüssen.
17Doch sie fuhren weiter fort, wider ihn zu sündigen, indem sie gegen den Höchsten widerspenstig waren in der Wüste.
18Und sie versuchten Gott in ihren Herzen, indem sie Speise forderten für ihr Gelüst.
19Und sie redeten wider Gott; sie sprachen: Sollte Gott in der Wüste einen Tisch zu bereiten vermögen?
20Siehe, den Felsen hat er geschlagen, und Wasser flossen heraus, und Bäche strömten; wird er auch Brot zu geben vermögen, oder wird er seinem Volke Fleisch verschaffen?
21Darum, als Jehova es hörte, ergrimmte er, und Feuer entzündete sich gegen Jakob, und auch Zorn stieg auf gegen Israel;
22weil sie Gott nicht glaubten und nicht vertrauten auf seine Rettung.
23Und doch hatte er den Wolken oben geboten und die Türen des Himmels geöffnet
24und Manna auf sie regnen lassen, damit sie äßen, und ihnen Himmelsgetreide gegeben.
25Der Mensch aß Brot der Starken, Speise sandte er ihnen bis zur Sättigung.
26Er führte den Ostwind herbei am Himmel, und durch seine Stärke trieb er herbei den Südwind;
27und er ließ Fleisch auf sie regnen wie Staub, und geflügeltes Gevögel wie Sand der Meere,
28und ließ es fallen in ihr Lager, rings um ihre Wohnungen.
29Und sie aßen und sättigten sich sehr, und ihr Gelüst führte er ihnen zu.
30Noch hatten sie sich nicht abgewandt von ihrem Gelüst, noch war ihre Speise in ihrem Munde,
31da stieg der Zorn Gottes wider sie auf; und er würgte unter ihren Kräftigen, und die Auserlesenen Israels streckte er nieder.
32Bei alledem sündigten sie wiederum und glaubten nicht durch seine Wunderwerke.
33Da ließ er in Eitelkeit hinschwinden ihre Tage, und ihre Jahre in Schrecken.
34Wenn er sie tötete, dann fragten sie nach ihm, und kehrten um und suchten Gott eifrig;
35und sie gedachten daran, daß Gott ihr Fels sei, und Gott, der Höchste, ihr Erlöser.
36Und sie heuchelten ihm mit ihrem Munde, und mit ihrer Zunge logen sie ihm;
37denn ihr Herz war nicht fest gegen ihn, und sie hielten nicht treulich an seinem Bunde.
38Er aber war barmherzig, er vergab die Ungerechtigkeit und verderbte sie nicht; und oftmals wandte er seinen Zorn ab und ließ nicht erwachen seinen ganzen Grimm.
39Und er gedachte daran, daß sie Fleisch seien, ein Hauch, der dahinfährt und nicht wiederkehrt.
40Wie oft waren sie widerspenstig gegen ihn in der Wüste, betrübten ihn in der Einöde!
41Und sie versuchten Gott wiederum und kränkten den Heiligen Israels.
42Sie gedachten nicht an seine Hand, an den Tag, da er sie von dem Bedränger erlöste,
43als er seine Zeichen tat in Ägypten und seine Wunder in dem Gefilde Zoans:
44Er verwandelte ihre Ströme in Blut, so daß sie ihre fließenden Wasser nicht trinken konnten.
45Er sandte Hundsfliegen unter sie, welche sie fraßen, und Frösche, die sie verderbten.
46Und er gab der Grille ihren Ertrag, und ihre Arbeit der Heuschrecke.
47Ihren Weinstock schlug er nieder mit Hagel, und ihre Maulbeerfeigenbäume mit Schloßen.
48Und er gab ihr Vieh dem Hagel preis, und ihre Herden den Blitzen.
49Er ließ gegen sie los seines Zornes Glut, Wut und Grimm und Drangsal, eine Schar von Unglücksengeln.
50Er bahnte seinem Zorne einen Weg, entzog nicht dem Tode ihre Seele und gab ihr Leben der Pest preis.
51Und er schlug alle Erstgeburt in Ägypten, die Erstlinge der Kraft in den Zelten Hams.
52Und er ließ sein Volk wegziehen gleich Schafen, und leitete sie gleich einer Herde in der Wüste;
53und er führte sie sicher, so daß sie sich nicht fürchteten; und ihre Feinde bedeckte das Meer.
54Und er brachte sie zu der Grenze seines Heiligtums, zu diesem Berge, den seine Rechte erworben.
55Und er vertrieb Nationen vor ihnen, und verloste sie als Schnur des Erbteils und ließ in ihren Zelten wohnen die Stämme Israels.
56Aber sie versuchten Gott, den Höchsten, und waren widerspenstig gegen ihn, und seine Zeugnisse bewahrten sie nicht.
57Und sie wichen zurück und handelten treulos wie ihre Väter; sie wandten sich um gleich einem trügerischen Bogen.
58Und sie erbitterten ihn durch ihre Höhen und reizten ihn zur Eifersucht durch ihre geschnitzten Bilder.
59Gott hörte es und ergrimmte, und er verachtete Israel sehr.
60Und er verließ die Wohnung zu Silo, das Zelt, welches er unter den Menschen aufgeschlagen hatte.
61Und er gab in die Gefangenschaft seine Kraft, und seine Herrlichkeit in die Hand des Bedrängers.
62Und er gab sein Volk dem Schwerte preis, und gegen sein Erbteil ergrimmte er.
63Seine Jünglinge fraß das Feuer, und seine Jungfrauen wurden nicht besungen;
64seine Priester fielen durch das Schwert, und seine Witwen weinten nicht.
65Da erwachte, gleich einem Schlafenden, der Herr, gleich einem Helden, der da jauchzt vom Wein;
66und er schlug seine Feinde von hinten, gab ihnen ewige Schmach.
67Und er verwarf das Zelt Josephs, und den Stamm Ephraim erwählte er nicht;
68sondern er erwählte den Stamm Juda, den Berg Zion, den er geliebt hat.
69Und er baute gleich Höhen sein Heiligtum, gleich der Erde, die er auf ewig gegründet hat.
70Und er erwählte David, seinen Knecht, und nahm ihn von den Hürden der Schafe;
71hinter den Säugenden weg ließ er ihn kommen, um Jakob, sein Volk, zu weiden, und Israel, sein Erbteil.
72Und er weidete sie nach der Lauterkeit seines Herzens, und mit der Geschicklichkeit seiner Hände leitete er sie.
Psalm 79
1Ein Psalm; von Asaph. Gott! Die Nationen sind in dein Erbteil gekommen, haben deinen heiligen Tempel verunreinigt, haben Jerusalem zu Trümmerhaufen gemacht.
2Die Leichen deiner Knechte haben sie den Vögeln des Himmels zur Speise gegeben, das Fleisch deiner Frommen den wilden Tieren der Erde.
3Sie haben ihr Blut wie Wasser vergossen rings um Jerusalem, und niemand war da, der begrub.
4Wir sind ein Hohn geworden unseren Nachbarn, ein Spott und Schimpf denen, die uns umgeben.
5Bis wann, Jehova? Willst du immerfort zürnen, soll wie Feuer brennen dein Eifer?
6Schütte deinen Grimm aus über die Nationen, die dich nicht kennen, und auf die Königreiche, die deinen Namen nicht anrufen!
7Denn man hat Jakob aufgezehrt, und seine Wohnung haben sie verwüstet.
8Gedenke uns nicht die Ungerechtigkeiten der Vorfahren; laß eilends uns entgegenkommen deine Erbarmungen! Denn sehr gering sind wir geworden.
9Hilf uns, Gott unseres Heils, um der Herrlichkeit deines Namens willen; und errette uns, und vergib unsere Sünden um deines Namens willen!
10Warum sollen die Nationen sagen: Wo ist ihr Gott? Laß unter den Nationen vor unseren Augen kundwerden die Rache für das vergossene Blut deiner Knechte!
11Laß vor dich kommen das Seufzen des Gefangenen; nach der Größe deines Armes laß übrigbleiben die Kinder des Todes!
12Und gib unseren Nachbarn ihren Hohn, womit sie dich, Herr, gehöhnt haben, siebenfach in ihren Busen zurück!
13So werden wir, dein Volk, und die Herde deiner Weide, dich preisen ewiglich, dein Lob erzählen von Geschlecht zu Geschlecht.
Psalm 80
1Dem Vorsänger, nach Schoschannim-Eduth. Von Asaph, ein Psalm. Hirte Israels, nimm zu Ohren! Der du Joseph leitest wie eine Herde, der du thronst zwischen den Cherubim, strahle hervor!
2Vor Ephraim und Benjamin und Manasse erwecke deine Macht und komm zu unserer Rettung!
3O Gott! Führe uns zurück, und laß dein Angesicht leuchten, so werden wir gerettet werden.
4Jehova, Gott der Heerscharen! Bis wann raucht dein Zorn wider das Gebet deines Volkes?
5Du hast sie mit Tränenbrot gespeist, und sie maßweise getränkt mit Zähren.
6Du setztest uns zum Streit unseren Nachbarn, und unsere Feinde spotten untereinander.
7O Gott der Heerscharen! Führe uns zurück, und laß dein Angesicht leuchten, so werden wir gerettet werden.
8Einen Weinstock zogest du aus Ägypten, vertriebest Nationen und pflanztest ihn.
9Du machtest Raum vor ihm, und er schlug Wurzeln und erfüllte das Land;
10die Berge wurden bedeckt von seinem Schatten, und seine Äste waren gleich Zedern Gottes;
11er streckte seine Reben aus bis ans Meer, und bis zum Strome hin seine Schößlinge.
12Warum hast du seine Mauern niedergerissen, so daß ihn berupfen alle, die des Weges vorübergehen?
13Es zerwühlt ihn der Eber aus dem Walde, und das Wild des Gefildes weidet ihn ab.
14Gott der Heerscharen! Kehre doch wieder; schaue vom Himmel und sieh, und suche heim diesen Weinstock,
15und den Setzling, den deine Rechte gepflanzt, und das Reis, das du dir gestärkt hattest!
16Er ist mit Feuer verbrannt, er ist abgeschnitten; vor dem Schelten deines Angesichts kommen sie um.
17Deine Hand sei auf dem Manne deiner Rechten, auf dem Menschensohne, den du dir gestärkt hast!
18So werden wir nicht von dir abweichen; belebe uns, und wir werden deinen Namen anrufen.
19Jehova, Gott der Heerscharen! Führe uns zurück; laß dein Angesicht leuchten, so werden wir gerettet werden.
Psalm 81
1Dem Vorsänger, auf der Gittith. Von Asaph. Jubelt Gott, unserer Stärke! Jauchzet dem Gott Jakobs!
2Erhebet Gesang und lasset das Tamburin ertönen, die liebliche Laute samt der Harfe!
3Stoßet am Neumonde in die Posaune, am Vollmonde zum Tage unseres Festes!
4Denn eine Satzung für Israel ist es, eine Verordnung des Gottes Jakobs.
5Er setzte es ein als ein Zeugnis in Joseph, als er auszog gegen das Land Ägypten, wo ich eine Sprache hörte, die ich nicht kannte.
6Ich entzog der Last seine Schulter, seine Hände entgingen dem Tragkorbe.
7In der Bedrängnis riefest du, und ich befreite dich; ich antwortete dir in des Donners Hülle; ich prüfte dich an den Wassern von Meriba. (Sela.)
8Höre, mein Volk, und ich will wider dich zeugen. O Israel, wenn du mir gehorchtest!
9Es soll kein fremder Gott unter dir sein, und du sollst dich nicht bücken vor einem Gott des Auslandes.
10Ich bin Jehova, dein Gott, der dich aus dem Lande Ägypten heraufgeführt hat; tue deinen Mund weit auf, und ich will ihn füllen.
11Aber mein Volk hat nicht auf meine Stimme gehört, und Israel ist nicht willig gegen mich gewesen.
12Und ich gab sie dahin der Verstocktheit ihres Herzens; sie wandelten nach ihren Ratschlägen.
13O daß mein Volk auf mich gehört, daß Israel in meinen Wegen gewandelt hätte!
14Bald würde ich ihre Feinde gebeugt und meine Hand gewendet haben gegen ihre Bedränger.
15Die Hasser Jehovas würden sich ihm mit Schmeichelei unterworfen haben, und ihre Zeit würde ewig gewesen sein;
16und mit dem Fette des Weizens würde er es gespeist, und mit Honig aus dem Felsen würde ich dich gesättigt haben.
Psalm 82
1Ein Psalm; von Asaph. Gott steht in der Versammlung Gottes, inmitten der Götter richtet er.
2Bis wann wollt ihr ungerecht richten und die Person der Gesetzlosen ansehen? (Sela.)
3Schaffet Recht dem Geringen und der Waise; dem Elenden und dem Armen lasset Gerechtigkeit widerfahren!
4Befreiet den Geringen und den Dürftigen, errettet ihn aus der Hand der Gesetzlosen!
5Sie wissen nichts und verstehen nichts, in Finsternis wandeln sie einher: es wanken alle Grundfesten der Erde.
6Ich habe gesagt: Ihr seid Götter, und Söhne des Höchsten ihr alle!
7Doch wie ein Mensch werdet ihr sterben, und wie einer der Fürsten werdet ihr fallen.
8Stehe auf, o Gott, richte die Erde! Denn du wirst zum Erbteil haben alle Nationen.
Psalm 83
1Ein Lied, ein Psalm. Von Asaph. Gott, schweige nicht; verstumme nicht und sei nicht stille, o Gott!
2Denn siehe, deine Feinde toben, und deine Hasser erheben das Haupt.
3Wider dein Volk machen sie listige Anschläge, und beraten sich wider deine Geborgenen.
4Sie sprechen: Kommet und lasset uns sie vertilgen, daß sie keine Nation mehr seien, daß nicht mehr gedacht werde des Namens Israel!
5Denn sie haben sich beraten mit einmütigem Herzen, sie haben einen Bund wider dich gemacht:
6Die Zelte Edoms und die Ismaeliter, Moab und die Hageriter,
7Gebal und Ammon und Amalek, Philistäa samt den Bewohnern von Tyrus;
8auch Assur hat sich ihnen angeschlossen; sie sind zu einem Arm geworden den Söhnen Lots. (Sela.)
9Tue ihnen wie Midian, wie Sisera, wie Jabin am Bache Kison;
10die vertilgt wurden zu En-Dor, die dem Erdboden zum Dünger wurden!
11Mache sie, ihre Edlen, wie Oreb und wie Seeb, und wie Sebach und wie Zalmunna alle ihre Herrscher!
12Weil sie gesagt haben: Lasset uns in Besitz nehmen die Wohnungen Gottes!
13Mein Gott, mache sie gleich einem Staubwirbel, gleich Stoppeln vor dem Winde!
14Wie Feuer den Wald verbrennt, und wie eine Flamme die Berge entzündet,
15also verfolge sie mit deinem Wetter, und mit deinem Sturmwinde schrecke sie hinweg!
16Fülle ihr Angesicht mit Schande, damit sie deinen Namen, Jehova, suchen!
17Laß sie beschämt und hinweggeschreckt werden für immer, und mit Scham bedeckt werden und umkommen,
18und erkennen, daß du allein, dessen Name Jehova ist, der Höchste bist über die ganze Erde!
Psalm 84
1Dem Vorsänger, auf der Gittith. Von den Söhnen Korahs, ein Psalm. Wie lieblich sind deine Wohnungen, Jehova der Heerscharen!
2Es sehnt sich, ja, es schmachtet meine Seele nach den Vorhöfen Jehovas; mein Herz und mein Fleisch rufen laut nach dem lebendigen Gott.
3Selbst der Sperling hat ein Haus gefunden, und die Schwalbe ein Nest für sich, wo sie ihre Jungen hingelegt... deine Altäre, Jehova der Heerscharen, mein König und mein Gott!
4Glückselig, die da wohnen in deinem Hause! Stets werden sie dich loben. (Sela.)
5Glückselig der Mensch, dessen Stärke in dir ist, in deren Herzen gebahnte Wege sind!
6Durch das Tränental gehend, machen sie es zu einem Quellenort; ja, mit Segnungen bedeckt es der Frühregen.
7Sie gehen von Kraft zu Kraft; sie erscheinen vor Gott in Zion.
8Jehova, Gott der Heerscharen, höre mein Gebet; nimm zu Ohren, du Gott Jakobs! (Sela.)
9Du, unser Schild, sieh, o Gott; und schaue an das Antlitz deines Gesalbten!
10Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend; ich will lieber an der Schwelle stehen im Hause meines Gottes, als wohnen in den Zelten der Gesetzlosen.
11Denn Jehova, Gott, ist Sonne und Schild; Gnade und Herrlichkeit wird Jehova geben, kein Gutes vorenthalten denen, die in Lauterkeit wandeln.
12Jehova der Heerscharen! Glückselig der Mensch, der auf dich vertraut!
Psalm 85
1Dem Vorsänger. Von den Söhnen Korahs, ein Psalm. Jehova, du hast Gunst erzeigt deinem Lande, hast die Gefangenschaft Jakobs gewendet;
2du hast vergeben die Ungerechtigkeit deines Volkes, all ihre Sünde hast du zugedeckt. (Sela.)
3Du hast zurückgezogen all deinen Grimm, hast dich abgewendet von der Glut deines Zornes.
4Führe uns zurück, Gott unseres Heils, und mache deinem Unwillen gegen uns ein Ende!
5Willst du ewiglich wider uns zürnen? Willst du deinen Zorn währen lassen von Geschlecht zu Geschlecht?
6Willst du uns nicht wieder beleben, daß dein Volk sich in dir erfreue?
7Laß uns, Jehova, deine Güte sehen, und dein Heil gewähre uns!
8Hören will ich, was Gott, Jehova, reden wird; denn Frieden wird er reden zu seinem Volke und zu seinen Frommen, nur daß sie nicht zur Torheit zurückkehren!
9Fürwahr, nahe ist sein Heil denen, die ihn fürchten, damit die Herrlichkeit wohne in unserem Lande.
10Güte und Wahrheit sind sich begegnet, Gerechtigkeit und Friede haben sich geküßt.
11Wahrheit wird sprossen aus der Erde, und Gerechtigkeit herniederschauen vom Himmel.
12Auch wird Jehova das Gute geben, und unser Land wird darreichen seinen Ertrag.
13Die Gerechtigkeit wird vor ihm einhergehen und ihre Tritte zu seinem Wege machen.
Psalm 86
1Ein Gebet. Von David. Neige, Jehova, dein Ohr, erhöre mich! Denn ich bin elend und arm.
2Bewahre meine Seele, denn ich bin fromm; rette du, mein Gott, deinen Knecht, der auf dich vertraut!
3Sei mir gnädig, Herr! Denn zu dir rufe ich den ganzen Tag.
4Erfreue die Seele deines Knechtes! Denn zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele.
5Denn du, Herr, bist gut und zum Vergeben bereit, und groß an Güte gegen alle, die dich anrufen.
6Nimm zu Ohren, Jehova, mein Gebet, und horche auf die Stimme meines Flehens!
7Am Tage meiner Bedrängnis werde ich dich anrufen, denn du wirst mich erhören.
8Keiner ist wie du, Herr, unter den Göttern, und nichts gleich deinen Werken.
9Alle Nationen, die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, Herr, und deinen Namen verherrlichen.
10Denn groß bist du und Wunder tuend, du bist Gott, du allein.
11Lehre mich, Jehova, deinen Weg: ich werde wandeln in deiner Wahrheit; einige mein Herz zur Furcht deines Namens.
12Ich will dich priesen, Herr, mein Gott, mit meinem ganzen Herzen, und deinen Namen verherrlichen ewiglich.
13Denn deine Güte ist groß gegen mich, und du hast meine Seele errettet aus dem untersten Scheol.
14Gott! Übermütige sind wider mich aufgestanden, und der Gewalttätigen Rotte trachtet nach meinem Leben; und sie haben dich nicht vor sich gestellt.
15Du aber, Herr, bist ein Gott, barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und groß an Güte und Wahrheit.
16Wende dich zu mir und sei mir gnädig! Gewähre deinem Knechte deine Kraft und rette den Sohn deiner Magd!
17Erweise mir ein Zeichen zum Guten, daß meine Hasser es sehen und beschämt werden, weil du, Jehova, mir geholfen und mich getröstet hast.
Psalm 87
1Von den Söhnen Korahs, ein Psalm, ein Lied. Seine Gründung ist auf den Bergen der Heiligkeit;
2Jehova liebt die Tore Zions mehr als alle Wohnungen Jakobs.
3Herrliches ist von dir geredet, du Stadt Gottes. (Sela.)
4Erwähnen will ich Rahabs und Babels bei denen, die mich kennen; siehe, Philistäa und Tyrus samt Äthiopien: dieser ist daselbst geboren.
5Und von Zion wird gesagt werden: Der und der ist darin geboren; und der Höchste, er wird es befestigen.
6Jehova wird schreiben beim Verzeichnen der Völker: Dieser ist daselbst geboren. (Sela.)
7Und singend und den Reigen tanzend werden sie sagen: Alle meine Quellen sind in dir!
Psalm 88
1Ein Lied, ein Psalm von den Söhnen Korahs; dem Vorsänger, nach Machalath Leannoth; ein Maskil, von Heman, dem Esrachiter. Jehova, Gott meiner Rettung! Des Tages habe ich geschrieen und des Nachts vor dir.
2Es komme vor dich mein Gebet! Neige dein Ohr zu meinem Schreien!
3Denn satt ist meine Seele von Leiden, und mein Leben ist nahe am Scheol.
4Ich bin gerechnet zu denen, die in die Grube hinabfahren; ich bin wie ein Mann, der keine Kraft hat;
5unter den Toten hingestreckt, gleich Erschlagenen, die im Grabe liegen, derer du nicht mehr gedenkst; denn sie sind von deiner Hand abgeschnitten.
6Du hast mich in die tiefste Grube gelegt, in Finsternisse, in Tiefen.
7Auf mir liegt schwer dein Grimm, und mit allen deinen Wellen hast du mich niedergedrückt. (Sela.)
8Meine Bekannten hast du von mir entfernt, hast mich ihnen zum Greuel gesetzt; ich bin eingeschlossen und kann nicht herauskommen.
9Mein Auge verschmachtet vor Elend; zu dir, Jehova, habe ich jeden Tag gerufen, zu dir habe ich meine Hände ausgebreitet.
10Wirst du an den Toten Wunder tun? Oder werden die Schatten aufstehen, dich preisen? (Sela.)
11Wird deine Güte erzählt werden im Grabe, im Abgrund deine Treue?
12Werden in der Finsternis bekannt werden deine Wunder, und deine Gerechtigkeit in dem Lande der Vergessenheit?
13Ich aber, Jehova, schreie zu dir, und am Morgen kommt mein Gebet dir zuvor.
14Warum, Jehova, verwirfst du meine Seele, verbirgst dein Angesicht vor mir?
15Elend bin ich und verscheidend von Jugend auf; ich trage deine Schrecken, bin verwirrt.
16Deine Zorngluten sind über mich hingegangen, deine Schrecknisse haben mich vernichtet.
17Sie haben mich umringt wie Wasser den ganzen Tag, sie haben mich umgeben allesamt.
18Freund und Genossen hast du von mir entfernt; meine Bekannten sind Finsternis.
Psalm 89
1Ein Maskil; von Ethan, dem Esrachiter. Die Gütigkeiten Jehovas will ich besingen ewiglich, von Geschlecht zu Geschlecht mit meinem Munde kundmachen deine Treue.
2Denn ich sagte: Auf ewig wird die Güte gebaut werden; die Himmel, in ihnen wirst du feststellen deine Treue.
3Einen Bund habe ich mit meinem Auserwählten gemacht, habe David, meinem Knechte, geschworen:
4"Bis in Ewigkeit will ich feststellen deinen Samen, und auf alle Geschlechter hin bauen deinen Thron." (Sela.)
5Und die Himmel werden deine Wunder preisen, Jehova, und deine Treue in der Versammlung der Heiligen.
6Denn wer in den Wolken ist mit Jehova zu vergleichen? Wer ist Jehova gleich unter den Söhnen der Starken?
7Er ist ein Gott, gar erschrecklich in der Versammlung der Heiligen, und furchtbar über alle, die rings um ihn her sind.
8Jehova, Gott der Heerscharen, wer ist mächtig wie du, o Jah? Und deine Treue ist rings um dich her.
9Du beherrschest des Meeres Toben; erheben sich seine Wogen, du stillest sie.
10Du hast Rahab zertreten wie einen Erschlagenen; mit deinem starken Arme hast du deine Feinde zerstreut.
11Dein sind die Himmel und dein die Erde; der Erdkreis und seine Fülle, du hast sie gegründet.
12Norden und Süden, du hast sie erschaffen; Tabor und Hermon jubeln in deinem Namen.
13Du hast einen gewaltigen Arm, stark ist deine Hand, hoch deine Rechte.
14Gerechtigkeit und Gericht sind deines Thrones Grundfeste; Güte und Wahrheit gehen vor deinem Angesicht her.
15Glückselig das Volk, das den Jubelschall kennt! Jehova, im Lichte deines Angesichts wandeln sie.
16In deinem Namen frohlocken sie den ganzen Tag, und durch deine Gerechtigkeit werden sie erhöht.
17Denn die Zierde ihrer Stärke bist du; und durch deine Gunst wird erhöht werden unser Horn.
18Denn Jehova ist unser Schild, und der Heilige Israels unser König.
19Dazumal redetest du im Gesicht von deinem Frommen und sagtest: Hilfe habe ich auf einen Mächtigen gelegt, ich habe einen Auserwählten erhöht aus dem Volke.
20Ich habe David gefunden, meinen Knecht, mit meinem heiligen Öle habe ich ihn gesalbt-
21mit welchem fest bleiben soll meine Hand, und mein Arm soll ihn stärken.
22Nicht soll ihn drängen der Feind, und der Sohn der Ungerechtigkeit ihn nicht bedrücken;
23und ich will seine Bedränger vor ihm zerschmettern, und seine Hasser will ich schlagen.
24Und meine Treue und meine Güte werden mit ihm sein, und durch meinen Namen wird sein Horn erhöht werden.
25Und ich will seine Hand an das Meer legen, und seine Rechte an die Ströme.
26Er wird mir zurufen: Mein Vater bist du, mein Gott, und der Fels meiner Rettung!
27So will auch ich ihn zum Erstgeborenen machen, zum Höchsten der Könige der Erde.
28Ewig will ich ihm meine Güte bewahren, und mein Bund soll ihm fest bleiben.
29Und ich will seinen Samen einsetzen für immer, und seinen Thron wie die Tage der Himmel.
30Wenn seine Söhne mein Gesetz verlassen und nicht wandeln in meinen Rechten,
31wenn sie meine Satzungen entweihen und meine Gebote nicht halten,
32so werde ich mit der Rute heimsuchen ihre Übertretung, und mit Schlägen ihre Ungerechtigkeit.
33Aber meine Güte werde ich nicht von ihm weichen lassen, und nicht verleugnen meine Treue.
34Nicht werde ich entweihen meinen Bund, und nicht ändern, was hervorgegangen ist aus meinen Lippen.
35Einmal habe ich geschworen bei meiner Heiligkeit: Wenn ich dem David lüge!
36Sein Same wird ewig sein, und sein Thron wie die Sonne vor mir;
37ewiglich wird er feststehen wie der Mond; und der Zeuge in den Wolken ist treu. (Sela.)
38Du aber hast verworfen und verstoßen, bist sehr zornig gewesen gegen deinen Gesalbten;
39Du hast verworfen den Bund deines Knechtes, hast zu Boden entweiht seine Krone;
40Du hast niedergerissen alle seine Mauern, hast seine Festen in Trümmer gelegt.
41Es haben ihn beraubt alle, die des Weges vorübergehen; er ist zum Hohn geworden seinen Nachbarn.
42Du hast erhöht die Rechte seiner Bedränger, hast erfreut alle seine Feinde;
43auch hast du zurückgewandt die Schärfe seines Schwertes, und hast ihn nicht bestehen lassen im Kampfe;
44Du hast aufhören lassen seinen Glanz und zur Erde gestürzt seinen Thron;
45Du hast verkürzt die Tage seiner Jugend, mit Schmach hast du ihn bedeckt. (Sela.)
46Bis wann, Jehova, willst du dich immerfort verbergen, soll wie Feuer brennen dein Grimm?
47Gedenke, was meine Lebensdauer ist, zu welcher Nichtigkeit du alle Menschenkinder erschaffen hast!
48Welcher Mann lebt und wird den Tod nicht sehen, wird seine Seele befreien von der Gewalt des Scheols? (Sela.)
49Wo sind, o Herr, deine früheren Gütigkeiten, die du David zugeschworen hast in deiner Treue?
50Gedenke, Herr, des Hohnes deiner Knechte, daß ich in meinem Busen trage den Hohn all der vielen Völker,
51womit deine Feinde gehöhnt haben, Jehova, womit sie gehöhnt haben die Fußstapfen deines Gesalbten!
52Gepriesen sei Jehova ewiglich! Amen, ja, Amen!
Psalm 90
1Ein Gebet von Mose, dem Manne Gottes. Herr, du bist unsere Wohnung gewesen von Geschlecht zu Geschlecht.
2Ehe geboren waren die Berge, und du die Erde und den Erdkreis erschaffen hattest ja, von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du Gott.
3Du lässest zum Staube zurückkehren den Menschen, und sprichst: Kehret zurück, ihr Menschenkinder!
4Denn tausend Jahre sind in deinen Augen wie der gestrige Tag, wenn er vergangen ist, und wie eine Wache in der Nacht.
5Du schwemmst sie hinweg, sie sind wie ein Schlaf, am Morgen wie Gras, das aufsproßt;
6am Morgen blüht es und sproßt auf; am Abend wird es abgemäht und verdorrt.
7Denn wir vergehen durch deinen Zorn, und durch deinen Grimm werden wir hinweggeschreckt.
8Du hast unsere Ungerechtigkeiten vor dich gestellt, unser verborgenes Tun vor das Licht deines Angesichts.
9Denn alle unsere Tage schwinden durch deinen Grimm, wir bringen unsere Jahre zu wie einen Gedanken.
10Die Tage unserer Jahre, ihrer sind siebzig Jahre, und, wenn in Kraft, achtzig Jahre, und ihr Stolz ist Mühsal und Nichtigkeit, denn schnell eilt es vorüber, und wir fliegen dahin.
11Wer erkennt die Stärke deines Zornes, und, deiner Furcht gemäß, deinen Grimm?
12So lehre uns denn zählen unsere Tage, auf daß wir ein weises Herz erlangen!
13Kehre wieder, Jehova! Bis wann? Und laß dich's gereuen über deine Knechte!
14Sättige uns früh mit deiner Güte, so werden wir jubeln und uns freuen in allen unseren Tagen.
15Erfreue uns nach den Tagen, da du uns gebeugt hast, nach den Jahren, da wir Übles gesehen!
16Laß deinen Knechten erscheinen dein Tun, und deine Majestät ihren Söhnen!
17Und die Huld des Herrn, unseres Gottes, sei über uns! Und befestige über uns das Werk unserer Hände; ja, das Werk unserer Hände, befestige es!
Psalm 91
1Wer im Schirm des Höchsten sitzt, wird bleiben im Schatten des Allmächtigen.
2Ich sage von Jehova: Meine Zuflucht und meine Burg; mein Gott, auf ihn will ich vertrauen.
3Denn er wird dich erretten von der Schlinge des Vogelstellers, von der verderblichen Pest.
4Mit seinen Fittichen wird er dich decken, und du wirst Zuflucht finden unter seinen Flügeln; Schild und Tartsche ist seine Wahrheit.
5Du wirst dich nicht fürchten vor dem Schrecken der Nacht, vor dem Pfeile, der bei Tage fliegt,
6vor der Pest, die im Finstern wandelt, vor der Seuche, die am Mittag verwüstet.
7Tausend werden fallen an deiner Seite, und zehntausend an deiner Rechten, dich wird es nicht erreichen.
8Nur schauen wirst du es mit deinen Augen, und wirst sehen die Vergeltung der Gesetzlosen.
9Weil du Jehova, meine Zuflucht, den Höchsten, gesetzt hast zu deiner Wohnung,
10so wird dir kein Unglück widerfahren, und keine Plage deinem Zelte nahen;
11denn er wird seinen Engeln über dir befehlen, dich zu bewahren auf allen deinen Wegen.
12Auf den Händen werden sie dich tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.
13Auf Löwen und Ottern wirst du treten, junge Löwen und Schlangen wirst du niedertreten.
14Weil er Wonne an mir hat, will ich ihn erretten; ich will ihn in Sicherheit setzen, weil er meinen Namen kennt.
15Er wird mich anrufen, und ich werde ihm antworten, ich werde bei ihm sein in der Bedrängnis; ich werde ihn befreien und ihn verherrlichen.
16Ich werde ihn sättigen mit Länge des Lebens und ihn schauen lassen meine Rettung.
Psalm 92
1Ein Psalm, ein Lied. Für den Tag des Sabbaths. Es ist gut, Jehova zu preisen, und Psalmen zu singen deinem Namen, o Höchster!
2Am Morgen zu verkünden deine Güte, und deine Treue in den Nächten,
3zum Zehnsait und zur Harfe, zum Saitenspiel mit der Laute.
4Denn du hast mich erfreut, Jehova, durch dein Tun; über die Werke deiner Hände will ich jubeln.
5Wie groß sind deine Werke, Jehova! Sehr tief sind deine Gedanken.
6Ein unvernünftiger Mensch erkennt es nicht, und ein Tor versteht solches nicht.
7Wenn die Gesetzlosen sprossen wie Gras, und alle, die Frevel tun, blühen, so geschieht es, damit sie vertilgt werden für immer.
8Du aber bist erhaben auf ewig, Jehova!
9Denn siehe, deine Feinde, Jehova, denn siehe, deine Feinde werden umkommen; es werden zerstreut werden alle, die Frevel tun.
10Aber du wirst mein Horn erhöhen gleich dem eines Wildochsen; mit frischem Öle werde ich übergossen werden.
11Und mein Auge wird seine Lust sehen an meinen Feinden, meine Ohren werden ihre Lust hören an den Übeltätern, die wider mich aufstehen.
12Der Gerechte wird sprossen wie der Palmbaum, wie eine Zeder auf dem Libanon wird er emporwachsen.
13Die gepflanzt sind in dem Hause Jehovas, werden blühen in den Vorhöfen unseres Gottes.
14Noch im Greisenalter treiben sie, sind saftvoll und grün,
15um zu verkünden, daß Jehova gerecht ist. Er ist mein Fels, und kein Unrecht ist in ihm.
Psalm 93
1Jehova regiert, er hat sich bekleidet mit Hoheit; Jehova hat sich bekleidet, er hat sich umgürtet mit Stärke; auch steht der Erdkreis fest, er wird nicht wanken.
2Dein Thron steht fest von alters her, von Ewigkeit her bist du.
3Ströme erhoben, Jehova, Ströme erhoben ihre Stimme, Ströme erhoben ihre Brandung.
4Jehova in der Höhe ist gewaltiger als die Stimmen großer Wasser, als die gewaltigen Wogen des Meeres.
5Deine Zeugnisse sind sehr zuverlässig. Deinem Hause geziemt Heiligkeit, Jehova, auf immerdar.
Psalm 94
1Gott der Rache, Jehova, Gott der Rache, strahle hervor!
2Erhebe dich, Richter der Erde, vergilt den Hoffärtigen ihr Tun!
3Bis wann werden die Gesetzlosen, Jehova, bis wann werden die Gesetzlosen frohlocken,
4werden übersprudeln, Freches reden, sich rühmen alle, die Frevel tun?
5Dein Volk, Jehova, zertreten und dein Erbteil bedrücken sie.
6Sie töten die Witwe und den Fremdling, und sie ermorden die Waisen,
7und sagen: Jah sieht es nicht, und der Gott Jakobs merkt es nicht.
8Habet Einsicht, ihr Unvernünftigen unter dem Volke! Und ihr Toren, wann werdet ihr verständig werden?
9Der das Ohr gepflanzt hat, sollte er nicht hören? Der das Auge gebildet, sollte er nicht sehen?
10Der die Nationen zurechtweist, sollte er nicht strafen, er, der Erkenntnis lehrt den Menschen?
11Jehova kennt die Gedanken des Menschen, daß sie Eitelkeit sind.
12Glückselig der Mann, den du züchtigst, Jehova, und den du belehrst aus deinem Gesetz,
13um ihm Ruhe zu geben vor den bösen Tagen, bis dem Gesetzlosen die Grube gegraben wird!
14Denn Jehova wird sein Volk nicht verstoßen, und nicht verlassen sein Erbteil;
15denn zur Gerechtigkeit wird zurückkehren das Gericht, und alle von Herzen Aufrichtigen werden ihm folgen.
16Wer wird für mich aufstehen wider die Übeltäter? Wer wird für mich auftreten wider die, welche Frevel tun?
17Wäre nicht Jehova mir eine Hilfe gewesen, wenig fehlte, so hätte im Schweigen gewohnt meine Seele.
18Wenn ich sagte: Mein Fuß wankt, so unterstützte mich deine Güte, Jehova.
19Bei der Menge meiner Gedanken in meinem Innern erfüllten deine Tröstungen meine Seele mit Wonne.
20Sollte mit dir vereint sein der Thron des Verderbens, der aus Frevel eine Satzung macht?
21Sie dringen ein auf die Seele des Gerechten, und unschuldiges Blut verurteilen sie.
22Doch Jehova ist meine hohe Feste, und mein Gott der Fels meiner Zuflucht.
23Und er läßt ihre Ungerechtigkeit auf sie zurückkehren, und durch ihre Bosheit wird er sie vertilgen; vertilgen wird sie Jehova, unser Gott.
Psalm 95
1Kommet, lasset uns Jehova zujubeln, lasset uns zujauchzen dem Felsen unseres Heils!
2Lasset uns ihm entgegengehen mit Lob, lasset uns mit Psalmen ihm zujauchzen!
3Denn ein großer Gott ist Jehova, und ein großer König über alle Götter;
4in dessen Hand die Tiefen der Erde, und dessen die Höhen der Berge sind;
5dessen das Meer ist, er hat es ja gemacht; und das Trockene, seine Hände haben es gebildet.
6Kommet, lasset uns anbeten und uns niederbeugen, lasset uns niederknien vor Jehova, der uns gemacht hat!
7Denn er ist unser Gott, und wir sind das Volk seiner Weide und die Herde seiner Hand. Heute, wenn ihr seine Stimme höret,
8verhärtet euer Herz nicht, wie zu Meriba, wie am Tage von Massa in der Wüste;
9als eure Väter mich versuchten, mich prüften, und sie sahen doch mein Werk!
10Vierzig Jahre hatte ich Ekel an dem Geschlecht, und ich sprach: Ein Volk irrenden Herzens sind sie. Aber sie haben meine Wege nicht erkannt;
11so daß ich schwur in meinem Zorn: Wenn sie in meine Ruhe eingehen werden!
Psalm 96
1Singet Jehova ein neues Lied, singet Jehova, ganze Erde!
2Singet Jehova, preiset seinen Namen, verkündet von Tag zu Tag seine Rettung!
3Erzählet unter den Nationen seine Herrlichkeit, unter allen Völkern seine Wundertaten!
4Denn groß ist Jehova und sehr zu loben, furchtbar ist er über alle Götter.
5Denn alle Götter der Völker sind Nichtigkeiten, aber Jehova hat die Himmel gemacht.
6Majestät und Pracht sind vor seinem Angesicht, Stärke und Herrlichkeit in seinem Heiligtum.
7Gebet Jehova, ihr Völkerstämme, gebet Jehova Herrlichkeit und Stärke!
8Gebet Jehova die Herrlichkeit seines Namens; bringet eine Opfergabe und kommet in seine Vorhöfe!
9Betet Jehova an in heiliger Pracht! Erzittert vor ihm, ganze Erde!
10Saget unter den Nationen: Jehova regiert! Auch steht der Erdkreis fest, er wird nicht wanken. Er wird die Völker richten in Geradheit.
11Es freue sich der Himmel, und es frohlocke die Erde! Es brause das Meer und seine Fülle!
12Es frohlocke das Gefilde und alles, was darauf ist! Dann werden jubeln alle Bäume des Waldes-
13vor Jehova; denn er kommt, denn er kommt, die Erde zu richten: er wird den Erdkreis richten in Gerechtigkeit, und die Völker in seiner Treue.
Psalm 97
1Jehova regiert. Es frohlocke die Erde, mögen sich freuen die vielen Inseln!
2Gewölk und Dunkel sind um ihn her; Gerechtigkeit und Gericht sind seines Thrones Grundfeste.
3Feuer geht vor ihm her und entzündet seine Feinde ringsum.
4Seine Blitze erleuchteten den Erdkreis: die Erde sah es und bebte.
5Die Berge zerschmolzen wie Wachs, vor Jehova, vor dem Herrn der ganzen Erde.
6Die Himmel verkündeten seine Gerechtigkeit, und alle Völker sahen seine Herrlichkeit.
7Mögen beschämt werden alle Diener der Bilder, die der Nichtigkeiten sich rühmen; fallet vor ihm nieder, ihr Götter alle!
8Zion hörte es und freute sich, und es frohlockten die Töchter Judas, wegen deiner Gerichte, Jehova.
9Denn du, Jehova, bist der Höchste über die ganze Erde; du bist sehr erhaben über alle Götter.
10Die ihr Jehova liebet, hasset das Böse! Er bewahrt die Seelen seiner Frommen; aus der Hand der Gesetzlosen errettet er sie.
11Licht ist gesät dem Gerechten, und Freude den von Herzen Aufrichtigen.
12Freuet euch, ihr Gerechten, in Jehova, und preiset sein heiliges Gedächtnis!
Psalm 98
1Ein Psalm. Singet Jehova ein neues Lied! Denn er hat Wunder getan; Rettung hat ihm verschafft seine Rechte und sein heiliger Arm.
2Jehova hat kundgetan seine Rettung, vor den Augen der Nationen geoffenbart seine Gerechtigkeit.
3Er hat seiner Güte und seiner Treue gedacht dem Hause Israel; alle Enden der Erde haben die Rettung unseres Gottes gesehen.
4Jauchzet Jehova, ganze Erde! Brechet in Jubel aus und singet Psalmen!
5Singet Psalmen Jehova mit der Laute mit der Laute und der Stimme des Gesanges!
6Mit Trompeten und dem Schall der Posaune jauchzet vor dem König Jehova!
7Es brause das Meer und seine Fülle, der Erdkreis und die darauf wohnen!
8Mögen die Ströme in die Hände klatschen, mögen jubeln die Berge allzumal-
9vor Jehova! Denn er kommt, die Erde zu richten: Er wird den Erdkreis richten in Gerechtigkeit und die Völker in Geradheit.
Psalm 99
1Jehova regiert: es zittern die Völker; er thront zwischen den Cherubim: es wankt die Erde.
2Groß ist Jehova in Zion, und hoch ist er über alle Völker.
3Preisen sollen sie deinen Namen, den großen und furchtbaren, heilig ist er!
4Und die Stärke des Königs, der das Recht liebt! Du stellst fest die Geradheit, du übst Recht und Gerechtigkeit in Jakob.
5Erhebet Jehova, unseren Gott, und fallet nieder vor dem Schemel seiner Füße! Heilig ist er.
6Mose und Aaron unter seinen Priestern, und Samuel unter denen, die seinen Namen anrufen, riefen zu Jehova, und er antwortete ihnen.
7In der Wolkensäule redete er zu ihnen; sie bewahrten seine Zeugnisse und die Satzung, die er ihnen gegeben.
8Jehova, unser Gott, du hast ihnen geantwortet! Ein vergebender Gott warst du ihnen, und ein Rächer ihrer Taten.
9Erhebet Jehova, unseren Gott, und fallet nieder an seinem heiligen Berge! Denn heilig ist Jehova, unser Gott.
Psalm 100
1Ein Lobpsalm. Jauchzet Jehova, ganze Erde!
2Dienet Jehova mit Freuden; kommet vor sein Angesicht mit Jubel!
3Erkennet, daß Jehova Gott ist! Er hat uns gemacht, und nicht wir selbst, sein Volk und die Herde seiner Weide.
4Kommet in seine Tore mit Lob, in seine Vorhöfe mit Lobgesang! Lobet ihn, preiset seinen Namen!
5Denn gut ist Jehova; seine Güte währt ewiglich, und seine Treue von Geschlecht zu Geschlecht.
Psalm 101
1Von David; ein Psalm. Von Güte und Recht will ich singen; dir, Jehova, will ich Psalmen singen.
2Ich will weislich handeln auf vollkommenem Wege; wann wirst du zu mir kommen? im Innern meines Hauses will ich wandeln in Lauterkeit meines Herzens.
3Ich will kein Belialsstück vor meine Augen stellen; das Tun der Abtrünnigen hasse ich: es soll mir nicht ankleben.
4Ein verkehrtes Herz soll von mir weichen, den Bösen will ich nicht kennen.
5Wer seinen Nächsten heimlich verleumdet, den will ich vertilgen; wer stolzer Augen und hochmütigen Herzens ist, den will ich nicht dulden.
6Meine Augen werden gerichtet sein auf die Treuen im Lande, damit sie bei mir wohnen; wer auf vollkommenem Wege wandelt, der soll mir dienen.
7Nicht soll wohnen im Innern meines Hauses, wer Trug übt; wer Lügen redet, soll nicht bestehen vor meinen Augen.
8Jeden Morgen will ich vertilgen alle Gesetzlosen des Landes, um aus der Stadt Jehovas auszurotten alle, die Frevel tun.
Psalm 102
1Gebet eines Elenden, wenn er verschmachtet und seine Klage vor Jehova ausschüttet. Jehova, höre mein Gebet, und laß zu dir kommen mein Schreien!
2Verbirg dein Angesicht nicht vor mir am Tage meiner Bedrängnis; neige zu mir dein Ohr; an dem Tage, da ich rufe, erhöre mich eilends!
3Denn wie Rauch entschwinden meine Tage, und meine Gebeine glühen wie ein Brand.
4Wie Kraut ist versengt und verdorrt mein Herz, daß ich vergessen habe, mein Brot zu essen.
5Ob der Stimme meines Seufzens klebt mein Gebein an meinem Fleische.
6Ich gleiche dem Pelikan der Wüste, bin wie die Eule der Einöden.
7Ich wache, und bin wie ein einsamer Vogel auf dem Dache.
8Den ganzen Tag höhnen mich meine Feinde; die wider mich rasen, schwören bei mir.
9Denn Asche esse ich wie Brot, und meinen Trank vermische ich mit Tränen
10vor deinem Zorn und deinem Grimm; denn du hast mich emporgehoben und hast mich hingeworfen.
11Meine Tage sind wie ein gestreckter Schatten, und ich verdorre wie Kraut.
12Du aber, Jehova, bleibst auf ewig, und dein Gedächtnis ist von Geschlecht zu Geschlecht.
13Du wirst aufstehen, wirst dich Zions erbarmen; denn es ist Zeit, es zu begnadigen, denn gekommen ist die bestimmte Zeit;
14denn deine Knechte haben Gefallen an seinen Steinen und haben Mitleid mit seinem Schutt.
15Und die Nationen werden den Namen Jehovas fürchten, und alle Könige der Erde deine Herrlichkeit.
16Denn Jehova wird Zion aufbauen, wird erscheinen in seiner Herrlichkeit;
17Er wird sich wenden zum Gebete des Entblößten, und ihr Gebet wird er nicht verachten.
18Das wird aufgeschrieben werden für das künftige Geschlecht; und ein Volk, das erschaffen werden soll, wird Jehova loben.
19Denn er hat herniedergeblickt von der Höhe seines Heiligtums, Jehova hat herabgeschaut vom Himmel auf die Erde,
20um zu hören das Seufzen des Gefangenen, um zu lösen die Kinder des Todes;
21damit man den Namen Jehovas verkündige in Zion, und in Jerusalem sein Lob,
22wenn die Völker sich versammeln werden allzumal, und die Königreiche, um Jehova zu dienen.
23Er hat meine Kraft gebeugt auf dem Wege, hat verkürzt meine Tage.
24Ich sprach: Mein Gott, nimm mich nicht hinweg in der Hälfte meiner Tage! Von Geschlecht zu Geschlecht sind deine Jahre.
25Du hast vormals die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk.
26Sie werden untergehen, du aber bleibst; und sie alle werden veralten wie ein Kleid; wie ein Gewand wirst du sie verwandeln, und sie werden verwandelt werden;
27Du aber bist derselbe, und deine Jahre enden nicht.
28Die Söhne deiner Knechte werden wohnen, und ihr Same wird vor dir feststehen.
Psalm 103
1Von David. Preise Jehova, meine Seele, und all mein Inneres seinen heiligen Namen!
2Preise Jehova, meine Seele, und vergiß nicht alle seine Wohltaten!
3Der da vergibt alle deine Ungerechtigkeit, der da heilt alle deine Krankheiten;
4der dein Leben erlöst von der Grube, der dich krönt mit Güte und Erbarmungen;
5der mit Gutem sättigt dein Alter; deine Jugend erneuert sich wie die des Adlers.
6Jehova übt Gerechtigkeit und schafft Recht allen, die bedrückt werden.
7Er tat seine Wege kund dem Mose, den Kindern Israel seine Taten.
8Barmherzig und gnädig ist Jehova, langsam zum Zorn und groß an Güte;
9Er wird nicht immerdar rechten und nicht ewiglich nachtragen.
10Er hat uns nicht getan nach unseren Sünden, und nach unseren Ungerechtigkeiten uns nicht vergolten.
11Denn so hoch die Himmel über der Erde sind, ist gewaltig seine Güte über die, welche ihn fürchten;
12so weit der Osten ist vom Westen, hat er von uns entfernt unsere Übertretungen.
13Wie ein Vater sich über die Kinder erbarmt, so erbarmt sich Jehova über die, welche ihn fürchten.
14Denn er kennt unser Gebilde, ist eingedenk, daß wir Staub sind.
15Der Mensch, wie Gras sind seine Tage; wie die Blume des Feldes, also blüht er.
16Denn ein Wind fährt darüber, und sie ist nicht mehr, und ihre Stätte kennt sie nicht mehr.
17Die Güte Jehovas aber ist von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, welche ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskinder hin;
18für die, welche seinen Bund halten, und seiner Vorschriften gedenken, um sie zu tun.
19Jehova hat in den Himmeln festgestellt seinen Thron, und sein Reich herrscht über alles.
20Preiset Jehova, ihr seine Engel, ihr Gewaltigen an Kraft, Täter seines Wortes, gehorsam der Stimme seines Wortes!
21Preiset Jehova, alle seine Heerscharen, ihr seine Diener, Täter seines Wohlgefallens!
22Preiset Jehova, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft! Preise Jehova, meine Seele!
Psalm 104
1Preise Jehova, meine Seele! Jehova, mein Gott, du bist sehr groß, mit Majestät und Pracht bist du bekleidet;
2Du, der in Licht sich hüllt wie in ein Gewand, der die Himmel ausspannt gleich einer Zeltdecke;
3der seine Obergemächer bälkt in den Wassern, der Wolken macht zu seinem Gefährt, der da einherzieht auf den Fittichen des Windes;
4der seine Engel zu Winden macht, seine Diener zu flammendem Feuer.
5Er hat die Erde gegründet auf ihre Grundfesten; sie wird nicht wanken immer und ewiglich.
6Mit der Tiefe hattest du sie bedeckt wie mit einem Gewande; die Wasser standen über den Bergen.
7Vor deinem Schelten flohen sie, vor der Stimme deines Donners eilten sie hinweg-
8die Berge erhoben sich, es senkten sich die Täler an den Ort, den du ihnen festgesetzt.
9Du hast ihnen eine Grenze gesetzt, die sie nicht überschreiten werden; sie werden nicht zurückkehren, die Erde zu bedecken.
10Du, der Quellen entsendet in die Täler; zwischen den Bergen fließen sie dahin;
11sie tränken alle Tiere des Feldes, die Wildesel stillen ihren Durst;
12An denselben wohnen die Vögel des Himmels, zwischen den Zweigen hervor lassen sie ihre Stimme erschallen.
13Du, der die Berge tränkt aus seinen Obergemächern; von der Frucht deiner Werke wird die Erde gesättigt.
14Der Gras hervorsprossen läßt für das Vieh, und Kraut zum Dienste der Menschen: um Brot hervorzubringen aus der Erde.
15und damit Wein des Menschen Herz erfreue; um das Angesicht glänzen zu machen von Öl, und damit Brot des Menschen Herz stärke.
16Es werden gesättigt die Bäume Jehovas, die Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat,
17woselbst die Vögel nisten; der Storch, Zypressen sind sein Haus.
18Die hohen Berge sind für die Steinböcke, die Felsen eine Zuflucht für die Klippendächse.
19Er hat den Mond gemacht für die bestimmten Zeiten; die Sonne weiß ihren Untergang.
20Du machst Finsternis, und es wird Nacht; in ihr regen sich alle Tiere des Waldes;
21die jungen Löwen brüllen nach Raub und fordern von Gott ihre Speise.
22Die Sonne geht auf: sie ziehen sich zurück und lagern sich in ihre Höhlen.
23Der Mensch geht aus an sein Werk und an seine Arbeit, bis zum Abend.
24Wie viele sind deiner Werke, Jehova! Du hast sie alle mit Weisheit gemacht, voll ist die Erde deiner Reichtümer.
25Dieses Meer, groß und ausgedehnt nach allen Seiten hin: daselbst wimmelt's, ohne Zahl, von Tieren klein und groß.
26Daselbst ziehen Schiffe einher, der Leviathan, den du gebildet hast, um sich darin zu tummeln.
27Sie alle warten auf dich, daß du ihnen ihre Speise gebest zu seiner Zeit.
28Du gibst ihnen: sie sammeln ein; du tust deine Hand auf: sie werden gesättigt mit Gutem.
29Du verbirgst dein Angesicht: sie erschrecken; du nimmst ihren Odem hinweg: sie hauchen aus und kehren zurück zu ihrem Staube.
30Du sendest deinen Odem aus: sie werden erschaffen, und du erneuerst die Fläche des Erdbodens.
31Jehovas Herrlichkeit wird ewig sein, Jehova wird sich freuen seiner Werke;
32der die Erde anschaut, und sie bebt; er rührt die Berge an, und sie rauchen.
33Singen will ich Jehova mein Leben lang, will meinem Gott Psalmen singen, solange ich bin.
34Möge ihm angenehm sein mein Sinnen! Ich, ich werde mich in Jehova erfreuen.
35Die Sünder werden schwinden von der Erde, und die Gesetzlosen nicht mehr sein. Preise Jehova, meine Seele! Lobet Jehova!
Psalm 105
1Preiset Jehova, rufet an seinen Namen, machet kund unter den Völkern seine Taten!
2Singet ihm, singet ihm Psalmen; sinnet über alle seine Wunderwerke!
3Rühmet euch seines heiligen Namens! Es freue sich das Herz derer, die Jehova suchen!
4Trachtet nach Jehova und seiner Stärke, suchet sein Angesicht beständig!
5Gedenket seiner Wunderwerke, die er getan hat, seiner Wunderzeichen und der Gerichte seines Mundes!
6Du Same Abrahams, seines Knechtes, ihr Söhne Jakobs, seine Auserwählten!
7Er, Jehova, ist unser Gott; seine Gerichte sind auf der ganzen Erde.
8Er gedenkt ewiglich seines Bundes, des Wortes, das er geboten hat auf tausend Geschlechter hin,
9Den er gemacht hat mit Abraham, und seines Eides, den er Isaak geschworen hat.
10Und er stellte ihn Jakob zur Satzung, Israel zum ewigen Bunde,
11indem er sprach: Dir will ich das Land Kanaan geben als Schnur eures Erbteils;
12als sie ein zählbares Häuflein waren, gar wenige und Fremdlinge darin;
13und als sie wanderten von Nation zu Nation, von einem Reiche zu einem anderen Volke.
14Er ließ keinem Menschen zu, sie zu bedrücken, und ihretwegen strafte er Könige:
15"Tastet meine Gesalbten nicht an, und meinen Propheten tut nichts Übles!"
16Und er rief eine Hungersnot über das Land herbei; jede Stütze des Brotes zerbrach er.
17Er sandte einen Mann vor ihnen her, Joseph wurde zum Knechte verkauft.
18Man preßte seine Füße in den Stock, er kam in das Eisen.
19Bis zur Zeit, da sein Wort eintraf; das Wort Jehovas läuterte ihn.
20Der König sandte hin und ließ ihn los, der Herrscher über Völker, und befreite ihn;
21er setzte ihn zum Herrn über sein Haus, und zum Herrscher über all sein Besitztum,
22um seine Fürsten zu fesseln nach seiner Lust, und daß er seine Ältesten Weisheit lehre.
23Und Israel kam nach Ägypten, und Jakob hielt sich auf im Lande Hams.
24Und er machte sein Volk sehr fruchtbar, und machte es stärker als seine Bedränger.
25Er wandelte ihr Herz, sein Volk zu hassen, Arglist zu üben an seinen Knechten.
26Er sandte Mose, seinen Knecht, Aaron, den er auserwählt hatte.
27Sie taten unter ihnen seine Zeichen, und Wunder im Lande Hams.
28Er sandte Finsternis und machte finster; und sie waren nicht widerspenstig gegen seine Worte.
29Er verwandelte ihre Wasser in Blut, und ließ sterben ihre Fische.
30Es wimmelte ihr Land von Fröschen, in den Gemächern ihrer Könige.
31Er sprach, und es kamen Hundsfliegen, Stechmücken in alle ihre Grenzen.
32Er gab ihnen Hagel als Regen, flammendes Feuer in ihrem Lande;
33und er schlug ihre Weinstöcke und Feigenbäume, und zerbrach die Bäume ihres Landes.
34Er sprach, und es kamen Heuschrecken und Grillen ohne Zahl;
35und sie fraßen alles Kraut in ihrem Lande und fraßen die Frucht ihres Bodens.
36Und er schlug alle Erstgeburt in ihrem Lande, die Erstlinge all ihrer Kraft.
37Und er führte sie heraus mit Silber und Gold, und kein Strauchelnder war in seinen Stämmen.
38Froh war Ägypten, daß sie auszogen; denn ihr Schrecken war auf sie gefallen.
39Er breitete eine Wolke aus zur Decke, und ein Feuer, die Nacht zu erleuchten.
40Sie forderten, und er ließ Wachteln kommen; und mit Himmelsbrot sättigte er sie.
41Er öffnete den Felsen, und es flossen Wasser heraus; sie liefen in den dürren Örtern wie ein Strom.
42Denn er gedachte seines heiligen Wortes, Abrahams, seines Knechtes;
43und er führte sein Volk heraus mit Freuden, mit Jubel seine Auserwählten.
44Und er gab ihnen die Länder der Nationen, und das von den Völkerschaften Errungene nahmen sie in Besitz;
45damit sie seine Satzungen beobachteten und seine Gesetze bewahrten. Lobet Jehova!
Psalm 106
1Lobet Jehova! Preiset Jehova! Denn er ist gut, denn seine Güte währt ewiglich.
2Wer wird aussprechen die Machttaten Gottes, hören lassen all sein Lob?
3Glückselig die das Recht bewahren, der Gerechtigkeit übt zu aller Zeit!
4Gedenke meiner, Jehova, mit der Gunst gegen dein Volk; suche mich heim mit deiner Rettung!
5Daß ich anschaue die Wohlfahrt deiner Auserwählten, mich erfreue an der Freude deiner Nation, mich rühme mit deinem Erbteil.
6Wir haben gesündigt samt unseren Vätern, haben unrecht getan, haben gesetzlos gehandelt.
7Unsere Väter in Ägypten beachteten nicht deine Wundertaten, gedachten nicht der Menge deiner Gütigkeiten und waren widerspenstig am Meere, beim Schilfmeere.
8Aber er rettete sie um seines Namens willen, um kundzutun seine Macht.
9Und er schalt das Schilfmeer, und es ward trocken; und er ließ sie durch die Tiefen gehen wie durch eine Wüste.
10Und er rettete sie aus der Hand des Hassers, und erlöste sie aus der Hand des Feindes.
11Und die Wasser bedeckten ihre Bedränger, nicht einer von ihnen blieb übrig.
12Da glaubten sie seinen Worten, sie sangen sein Lob.
13Schnell vergaßen sie seine Taten, warteten nicht auf seinen Rat;
14und sie wurden lüstern in der Wüste und versuchten Gott in der Einöde.
15Da gab er ihnen ihr Begehr, aber er sandte Magerkeit in ihre Seelen.
16Und sie wurden eifersüchtig auf Mose im Lager, auf Aaron, den Heiligen Jehovas.
17Die Erde tat sich auf, und verschlang Dathan und bedeckte die Rotte Abirams;
18und ein Feuer brannte unter ihrer Rotte, eine Flamme verzehrte die Gesetzlosen.
19Sie machten ein Kalb am Horeb und bückten sich vor einem gegossenen Bilde;
20und sie vertauschten ihre Herrlichkeit gegen das Bild eines Stieres, der Gras frißt.
21Sie vergaßen Gottes, ihres Retters, der Großes getan in Ägypten,
22Wundertaten im Lande Hams, Furchtbares am Schilfmeer.
23Da sprach er, daß er sie vertilgen wollte, wenn nicht Mose, sein Auserwählter, vor ihm in dem Riß gestanden hätte, um seinen Grimm vom Verderben abzuwenden.
24Und sie verschmähten das köstliche Land, glaubten nicht seinem Worte;
25und sie murrten in ihren Zelten, hörten nicht auf die Stimme Jehovas.
26Da schwur er ihnen, sie niederzuschlagen in der Wüste,
27und ihren Samen niederzuschlagen unter den Nationen und sie zu zerstreuen in die Länder.
28Und sie hängten sich an Baal-Peor und aßen Schlachtopfer der Toten;
29und sie erbitterten ihn durch ihre Handlungen, und eine Plage brach unter sie ein.
30Da stand Pinehas auf und übte Gericht, und der Plage ward gewehrt.
31Und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet von Geschlecht zu Geschlecht bis in Ewigkeit.
32Und sie erzürnten ihn an dem Wasser von Meriba, und es erging Mose übel ihretwegen;
33denn sie reizten seinen Geist, so daß er unbedacht redete mit seinen Lippen.
34Sie vertilgten die Völker nicht, wie doch Jehova ihnen gesagt hatte;
35und sie vermischten sich mit den Nationen und lernten ihre Werke;
36und sie dienten ihren Götzen, und sie wurden ihnen zum Fallstrick.
37Und sie opferten ihre Söhne und ihre Töchter den Dämonen.
38Und sie vergossen unschuldiges Blut, das Blut ihrer Söhne und ihrer Töchter, welche sie den Götzen Kanaans opferten; und das Land wurde durch Blut entweiht.
39Und sie verunreinigten sich durch ihre Werke und hurten durch ihre Handlungen.
40Da entbrannte der Zorn Jehovas wider sein Volk, und er verabscheute sein Erbteil;
41und er gab sie in die Hand der Nationen, und ihre Hasser herrschten über sie;
42und ihre Feinde bedrückten sie, und sie wurden gebeugt unter ihre Hand.
43Oftmals errettete er sie; sie aber waren widerspenstig in ihren Anschlägen, und sie sanken hin durch ihre Ungerechtigkeit.
44Und er sah an ihre Bedrängnis, wenn er ihr Schreien hörte;
45und er gedachte ihnen zugut an seinen Bund, und es reute ihn nach der Menge seiner Gütigkeiten.
46Und er ließ sie Erbarmen finden vor allen, die sie gefangen weggeführt hatten.
47Rette uns, Jehova, unser Gott, und sammle uns aus den Nationen, daß wir deinen heiligen Namen preisen, daß wir uns rühmen deines Lobes!
48Gepriesen sei Jehova, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und alles Volk sage: Amen! Lobet Jehova!
Psalm 107
1Preiset Jehova, denn er ist gut, denn seine Güte währt ewiglich!
2So sollen sagen die Erlösten Jehovas, die er aus der Hand des Bedrängers erlöst,
3und die er gesammelt hat aus den Ländern, von Osten und von Westen, von Norden und vom Meere.
4Sie irrten umher in der Wüste, auf ödem Wege, sie fanden keine Wohnstadt.
5Hungrig waren sie und durstig, es verschmachtete in ihnen ihre Seele.
6Da schrieen sie zu Jehova in ihrer Bedrängnis, und aus ihren Drangsalen errettete er sie.
7Und er leitete sie auf rechtem Wege, daß sie zu einer Wohnstadt gelangten.
8Mögen sie Jehova preisen wegen seiner Güte und wegen seiner Wundertaten an den Menschenkindern!
9Denn er hat die durstende Seele gesättigt und die hungernde Seele mit Gutem erfüllt.
10Die Bewohner der Finsternis und des Todesschattens, gefesselt in Elend und Eisen:
11Weil sie widerspenstig gewesen waren gegen die Worte Gottes und verachtet hatten den Rat des Höchsten,
12so beugte er ihr Herz durch Mühsal; sie strauchelten, und kein Helfer war da.
13Da schrieen sie zu Jehova in ihrer Bedrängnis, und aus ihren Drangsalen rettete er sie.
14Er führte sie heraus aus der Finsternis und dem Todesschatten, und zerriß ihre Fesseln.
15Mögen sie Jehova preisen wegen seiner Güte und wegen seiner Wundertaten an den Menschenkindern!
16Denn er hat zerbrochen die ehernen Türen und die eisernen Riegel zerschlagen.
17Die Toren leiden ob des Weges ihrer Übertretung und ob ihrer Ungerechtigkeiten.
18Ihre Seele verabscheut jede Speise, und sie kommen bis an die Pforten des Todes.
19Dann schreien sie zu Jehova in ihrer Bedrängnis, und aus ihren Drangsalen rettet er sie.
20Er sendet sein Wort und heilt sie, und er errettet sie aus ihren Gruben.
21Mögen sie Jehova preisen wegen seiner Güte und wegen seiner Wundertaten an den Menschenkindern;
22und Opfer des Lobes opfern und mit Jubel erzählen seine Taten!
23Die sich auf Schiffen aufs Meer hinabbegeben, auf großen Wassern Handel treiben,
24diese sehen die Taten Jehovas und seine Wunderwerke in der Tiefe:
25Er spricht und bestellt einen Sturmwind, der hoch erhebt seine Wellen.
26Sie fahren hinauf zum Himmel, sinken hinab in die Tiefen; es zerschmilzt in der Not ihre Seele.
27Sie taumeln und schwanken wie ein Trunkener, und zunichte wird alle ihre Weisheit.
28Dann schreien sie zu Jehova in ihrer Bedrängnis, und er führt sie heraus aus ihren Drangsalen.
29Er verwandelt den Sturm in Stille, und es legen sich die Wellen.
30Und sie freuen sich, daß sie sich beruhigen, und er führt sie in den ersehnten Hafen.
31Mögen sie Jehova preisen wegen seiner Güte, und wegen seiner Wundertaten an den Menschenkindern.
32Und ihn erheben in der Versammlung des Volkes, und in der Sitzung der Ältesten ihn loben!
33Er macht Ströme zur Wüste und Wasserquellen zu dürrem Lande,
34fruchtbares Land zur Salzsteppe wegen der Bosheit der darin Wohnenden.
35Er macht zum Wasserteich die Wüste und dürres Land zu Wasserquellen;
36und er läßt Hungrige daselbst wohnen und sie gründen eine Wohnstadt.
37Und sie besäen Felder und pflanzen Weinberge, welche Frucht bringen als Ertrag;
38und er segnet sie, und sie mehren sich sehr, und ihres Viehes läßt er nicht wenig sein.
39Und sie vermindern sich und werden gebeugt durch Bedrückung, Unglück und Jammer.
40Er schüttet Verachtung auf Fürsten, und läßt sie umherirren in pfadloser Einöde;
41und er hebt den Armen empor aus dem Elend, und macht Herden gleich seine Geschlechter.
42Die Aufrichtigen werden es sehen und sich freuen, und alle Ungerechtigkeit wird ihren Mund verschließen.
43Wer weise ist, der wird dieses beachten, und verstehen werden sie die Gütigkeiten Jehovas.
Psalm 108
1Ein Lied, ein Psalm. Von David. Befestigt ist mein Herz, o Gott! Ich will singen und Psalmen singen; auch meine Seele.
2Wachet auf, Harfe und Laute! Ich will aufwecken die Morgenröte.
3Ich will dich preisen unter den Völkern, Jehova, und dich besingen unter den Völkerschaften;
4denn groß ist deine Güte über die Himmel hinaus, und bis zu den Wolken deine Wahrheit.
5Erhebe dich über die Himmel, o Gott! Und über der ganzen Erde sei deine Herrlichkeit!
6Damit befreit werden deine Geliebten, rette durch deine Rechte und erhöre uns!
7Gott hat geredet in seiner Heiligkeit: Frohlocken will ich, will Sichem verteilen, und das Tal Sukkoth ausmessen.
8Mein ist Gilead, mein Manasse, und Ephraim ist die Wehr meines Hauptes, Juda mein Herrscherstab.
9Moab ist mein Waschbecken; auf Edom will ich meine Sandale werfen, über Philistäa will ich jauchzen.
10Wer wird mich führen in die befestigte Stadt, wer wird mich leiten bis nach Edom?
11Nicht du, Gott, der du uns verworfen hast und nicht auszogest, o Gott, mit unseren Heeren?
12Schaffe uns Hilfe aus der Bedrängnis! Menschenrettung ist ja eitel.
13Mit Gott werden wir mächtige Taten tun; und er, er wird unsere Bedränger zertreten.
Psalm 109
1Dem Vorsänger. Von David, ein Psalm. Gott meines Lobes, schweige nicht!
2Denn der Mund des Gesetzlosen und der Mund des Truges haben sich wider mich geöffnet, mit Lügenzunge haben sie zu mir geredet;
3Und mit Worten des Hasses haben sie mich umgeben und haben wider mich gestritten ohne Ursache.
4Für meine Liebe feindeten sie mich an; ich aber bin stets im Gebet.
5Und sie haben mir Böses für Gutes erwiesen und Haß für meine Liebe.
6Bestelle einen Gesetzlosen über ihn, und ein Widersacher stehe zu seiner Rechten!
7Wenn er gerichtet wird, gehe er schuldig aus, und sein Gebet werde zur Sünde!
8Seiner Tage seien wenige, sein Amt empfange ein anderer!
9Seine Söhne seien Waisen, und sein Weib eine Witwe!
10Und mögen seine Söhne umherschweifen und betteln und fern von ihren verwüsteten Wohnungen nach Brot suchen!
11Der Wucherer umgarne alles, was er hat, und Fremde mögen rauben seine Arbeit!
12Er habe niemand, der ihm Güte bewahre, und es sei niemand, der seinen Waisen gnädig sei!
13Seine Nachkommen mögen ausgerottet werden; im folgenden Geschlecht erlösche ihr Name!
14Gedacht werde vor Jehova der Ungerechtigkeit seiner Väter, und nicht werde ausgelöscht die Sünde seiner Mutter!
15Sie seien beständig vor Jehova, und er rotte ihr Gedächtnis aus von der Erde!
16Darum daß er nicht gedachte, Güte zu üben, und verfolgte den elenden und armen Mann, und den, der verzagten Herzens war, um ihn zu töten.
17Und er liebte den Fluch, so komme er auf ihn! Und er hatte kein Gefallen an Segen, so sei er fern von ihm!
18Und er zog den Fluch an wie sein Kleid, so dringe er wie Wasser in sein Inneres und wie Öl in seine Gebeine!
19Er sei ihm wie ein Gewand, in das er sich hüllt, und zu einem Gürtel, womit er stets sich gürtet!
20Das sei der Lohn meiner Widersacher von seiten Jehovas, und derer, die Böses reden wider meine Seele!
21Du aber, Jehova, Herr, wirke für mich um deines Namens willen; weil deine Güte gut ist, errette mich!
22Denn ich, ich bin elend und arm, und mein Herz ist verwundet in meinem Innern.
23Wie ein Schatten, wenn er sich streckt, gehe ich dahin, werde hinweggescheucht wie die Heuschrecke.
24Meine Knie wanken vom Fasten, und mein Fleisch ist abgemagert.
25Und ich, ich bin ihnen zum Hohn geworden; wenn sie mich sehen, schütteln sie ihren Kopf.
26Hilf mir, Jehova, mein Gott! Rette mich nach deiner Güte!
27Damit sie wissen, daß dies deine Hand ist, daß du, Jehova, es getan hast.
28Mögen sie fluchen, du aber segne! Stehen sie auf, so laß sie beschämt werden, und deinen Knecht sich freuen!
29Laß meine Widersacher bekleidet werden mit Schande, und in ihre Schmach sich hüllen wie in einen Mantel!
30Ich werde Jehova sehr preisen mit meinem Munde, und inmitten vieler werde ich ihn loben.
31Denn er stand zur Rechten des Armen, um ihn zu retten von denen, die seine Seele richteten.
Psalm 110
1Von David. Ein Psalm. Jehova sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße!
2Den Stab deiner Macht wird Jehova aus Zion senden; herrsche inmitten deiner Feinde!
3Dein Volk wird voller Willigkeit sein am Tage deiner Macht; in heiliger Pracht, aus dem Schoße der Morgenröte wird dir der Tau deiner Jugend kommen.
4Geschworen hat Jehova, und es wird ihn nicht gereuen: "Du bist Priester in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks!"
5Der Herr zu deiner Rechten zerschmettert Könige am Tage seines Zornes.
6Er wird richten unter den Nationen, er füllt alles mit Leichen; das Haupt über ein großes Land zerschmettert er.
7Auf dem Wege wird er trinken aus dem Bache, darum wird er das Haupt erheben.
Psalm 111
1Lobet Jehova! Preisen will ich Jehova von ganzem Herzen im Kreise der Aufrichtigen und in der Gemeinde.
2Groß sind die Taten Jehovas, sie werden erforscht von allen, die Lust an ihnen haben.
3Majestät und Pracht ist sein Tun; und seine Gerechtigkeit besteht ewiglich.
4Er hat ein Gedächtnis gestiftet seinen Wundertaten; gnädig und barmherzig ist Jehova.
5Er hat Speise gegeben denen, die ihn fürchten; er gedenkt in Ewigkeit seines Bundes.
6Er hat seinem Volke kundgemacht die Kraft seiner Taten, um ihnen zu geben das Erbteil der Nationen.
7Die Taten seiner Hände sind Wahrheit und Recht; zuverlässig sind alle seine Vorschriften,
8festgestellt auf immer, auf ewig, ausgeführt in Wahrheit und Geradheit.
9Er hat Erlösung gesandt seinem Volke, seinen Bund verordnet auf ewig; heilig und furchtbar ist sein Name.
10Die Furcht Jehovas ist der Weisheit Anfang; gute Einsicht haben alle, die sie ausüben. Sein Lob besteht ewiglich.
Psalm 112
1Lobet Jehova! Glückselig der Mann, der Jehova fürchtet, der große Lust hat an seinen Geboten!
2Sein Same wird mächtig sein im Lande; es wird gesegnet werden das Geschlecht der Aufrichtigen.
3Vermögen und Reichtum wird in seinem Hause sein, und seine Gerechtigkeit besteht ewiglich.
4Den Aufrichtigen geht Licht auf in der Finsternis; er ist gnädig und barmherzig und gerecht.
5Wohl dem Manne, der gnädig ist und leiht! Er wird seine Sachen durchführen im Gericht;
6denn in Ewigkeit wird er nicht wanken. Zum ewigen Andenken wird der Gerechte sein.
7Nicht wird er sich fürchten vor böser Kunde; fest ist sein Herz, vertrauend auf Jehova.
8Befestigt ist sein Herz; er fürchtet sich nicht, bis er seine Lust sieht an seinen Bedrängern.
9Er streut aus, gibt den Armen; seine Gerechtigkeit besteht ewiglich; sein Horn wird erhöht werden in Ehre.
10Der Gesetzlose wird es sehen und sich ärgern; mit seinen Zähnen wird er knirschen und vergehen; das Begehren der Gesetzlosen wird untergehen.
Psalm 113
1Lobet Jehova! Lobet, ihr Knechte Jehovas, lobet den Namen Jehovas!
2Gepriesen sei der Name Jehovas von nun an bis in Ewigkeit!
3Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobt der Name Jehovas!
4Hoch über alle Nationen ist Jehova, über die Himmel seine Herrlichkeit.
5Wer ist wie Jehova, unser Gott, der hoch oben thront;
6der sich herabneigt, um auf die Himmel und auf die Erde zu schauen?
7Der aus dem Staube emporhebt den Geringen, aus dem Kote erhöht den Armen,
8um ihn sitzen zu lassen bei den Edlen, bei den Edlen seines Volkes.
9Der die Unfruchtbare des Hauses wohnen läßt als eine fröhliche Mutter von Söhnen. Lobet Jehova!
Psalm 114
1Als Israel aus Ägypten zog, das Haus Jakob aus dem Volke fremder Sprache,
2da war Juda sein Heiligtum, Israel seine Herrschaft.
3Das Meer sah es und floh, der Jordan wandte sich zurück;
4die Berge hüpften wie Widder, die Hügel wie junge Schafe.
5Was war dir, du Meer, daß du flohest? Du Jordan, daß du dich zurückwandtest?
6Ihr Berge, daß ihr hüpftet wie Widder? ihr Hügel, wie junge Schafe?
7Erbebe vor dem Herrn, du Erde, vor dem Gott Jakobs,
8Der den Felsen verwandelte in einen Wasserteich, den Kieselfelsen in einen Wasserquell!
Psalm 115
1Nicht uns, Jehova, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre, um deiner Güte, um deiner Wahrheit willen!
2Warum sollen die Nationen sagen: Wo ist denn ihr Gott?
3Aber unser Gott ist in den Himmeln; alles was ihm wohlgefällt, tut er.
4Ihre Götzen sind Silber und Gold, ein Werk von Menschenhänden.
5Einen Mund haben sie und reden nicht; Augen haben sie und sehen nicht;
6Ohren haben sie und hören nicht; eine Nase haben sie und riechen nicht;
7sie haben Hände und tasten nicht, Füße, und sie gehen nicht; keinen Laut geben sie mit ihrer Kehle.
8Ihnen gleich sind die, die sie machen, ein jeder, der auf sie vertraut.
9Israel, vertraue auf Jehova! Ihre Hilfe und ihr Schild ist er.
10Haus Aaron, vertrauet auf Jehova! Ihre Hilfe und ihr Schild ist er.
11Ihr, die ihr Jehova fürchtet, vertrauet auf Jehova! Ihre Hilfe und ihr Schild ist er.
12Jehova hat unser gedacht, er wird segnen; er wird segnen das Haus Israel, segnen das Haus Aaron.
13Er wird segnen, die Jehova fürchten, die Kleinen mit den Großen.
14Jehova wird zu euch hinzufügen, zu euch und zu euren Kindern.
15Gesegnet seid ihr von Jehova, der Himmel und Erde gemacht hat.
16Die Himmel sind die Himmel Jehovas, die Erde aber hat er den Menschenkindern gegeben.
17Die Toten werden Jehova nicht loben, noch alle, die zum Schweigen hinabfahren;
18wir aber, wir werden Jehova preisen von nun an bis in Ewigkeit. Lobet Jehova!
Psalm 116
1Ich liebe Jehova; denn er hörte meine Stimme, mein Flehen;
2denn er hat zu mir geneigt sein Ohr; und ich will ihn anrufen in allen meinen Tagen.
3Es umfingen mich die Bande des Todes, und die Bedrängnisse des Scheols erreichten mich; ich fand Drangsal und Kummer.
4Und ich rief an den Namen Jehovas: Bitte, Jehova, errette meine Seele!
5Gnädig ist Jehova und gerecht, und unser Gott ist barmherzig.
6Jehova bewahrt die Einfältigen; ich war elend, und er hat mich gerettet.
7Kehre wieder, meine Seele, zu deiner Ruhe! Denn Jehova hat wohlgetan an dir.
8Denn du hast meine Seele errettet vom Tode, meine Augen von Tränen, meinen Fuß vom Sturz.
9Ich werde wandeln vor Jehova in dem Lande der Lebendigen.
10Ich glaubte, darum redete ich. Ich bin sehr gebeugt gewesen.
11Ich sprach in meiner Bestürzung: Alle Menschen sind Lügner!
12Wie soll ich Jehova alle seine Wohltaten an mir vergelten?
13Den Becher der Rettungen will ich nehmen und anrufen den Namen Jehovas.
14Ich will Jehova meine Gelübde bezahlen, ja, in der Gegenwart seines ganzen Volkes.
15Kostbar ist in den Augen Jehovas der Tod seiner Frommen.
16Bitte, Jehova! Denn ich bin dein Knecht; ich bin dein Knecht, der Sohn deiner Magd; gelöst hast du meine Bande.
17Dir will ich Opfer des Lobes opfern, und anrufen den Namen Jehovas.
18Ich will Jehova meine Gelübde bezahlen, ja, in der Gegenwart seines ganzen Volkes.
19In den Vorhöfen des Hauses Jehovas, in deiner Mitte, Jerusalem. Lobet Jehova!
Psalm 117
Psalm 118
1Preiset Jehova! Denn er ist gut, denn seine Güte währt ewiglich.
2Es sage doch Israel: denn seine Güte währt ewiglich.
3Es sage doch das Haus Aaron: denn seine Güte währt ewiglich.
4Es sagen doch, die Jehova fürchten: denn seine Güte währt ewiglich.
5Aus der Bedrängnis rief ich zu Jah; Jah erhörte mich und setzte mich in einen weiten Raum.
6Jehova ist für mich, ich werde mich nicht fürchten; was sollte der Mensch mir tun?
7Jehova ist für mich unter meinen Helfern, und ich werde meine Lust sehen an meinen Hassern.
8Es ist besser, auf Jehova zu trauen, als sich zu verlassen auf den Menschen.
9Es ist besser, auf Jehova zu trauen, als sich zu verlassen auf Fürsten.
10Alle Nationen hatten mich umringt; gewiß, im Namen Jehovas vertilgte ich sie.
11Sie hatten mich umringt, ja, mich umringt; gewiß, im Namen Jehovas vertilgte ich sie.
12Sie hatten mich umringt wie Bienen; sie sind erloschen wie Dornenfeuer; gewiß, im Namen Jehovas vertilgte ich sie.
13Hart hast du mich gestoßen, um mich zu Fall zu bringen; aber Jehova hat mir geholfen.
14Meine Stärke und mein Gesang ist Jah, und er ist mir zur Rettung geworden.
15Die Stimme des Jubels und der Rettung ist in den Zelten der Gerechten; die Rechte Jehovas tut mächtige Taten.
16Die Rechte Jehovas ist erhoben, die Rechte Jehovas tut mächtige Taten.
17Ich werde nicht sterben, sondern leben und die Taten Jahs erzählen.
18Hart hat mich Jah gezüchtigt, aber dem Tode hat er mich nicht übergeben.
19Öffnet mir die Tore der Gerechtigkeit: ich will durch sie eingehen, Jah will ich preisen.
20Dies ist das Tor Jehovas: Die Gerechten werden durch dasselbe eingehen.
21Ich will dich preisen, denn du hast mich erhört und bist mir zur Rettung geworden.
22Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.
23Von Jehova ist dies geschehen; wunderbar ist es in unseren Augen.
24Dies ist der Tag, den Jehova gemacht hat; frohlocken wir und freuen wir uns in ihm.
25Bitte, Jehova, rette doch! Bitte, Jehova, gib doch Wohlfahrt!
26Gesegnet, der da kommt im Namen Jehovas! Von dem Hause Jehovas aus haben wir euch gesegnet.
27Jehova ist Gott, und er hat uns Licht gegeben; bindet das Festopfer mit Stricken bis an die Hörner des Altars.
28Du bist mein Gott, und ich will dich preisen; mein Gott, ich will dich erheben.
29Preiset Jehova! Denn er ist gut, denn seine Güte währt ewiglich.
Psalm 119
1Glückselig, die im Wege untadelig sind, die da wandeln im Gesetze Jehovas!
2Glückselig, die seine Zeugnisse bewahren, die von ganzem Herzen ihn suchen,
3Die auch kein Unrecht tun, in seinen Wegen wandeln!
4Du hast deine Vorschriften geboten, um sie fleißig zu beobachten.
5O daß meine Wege gerichtet wären, um deine Satzungen zu beobachten!
6Dann werde ich nicht beschämt werden, wenn ich achthabe auf alle deine Gebote.
7Preisen werde ich dich in Aufrichtigkeit des Herzens, wenn ich gelernt habe die Rechte deiner Gerechtigkeit.
8Deine Satzungen werde ich beobachten; verlaß mich nicht ganz und gar!
9Wodurch wird ein Jüngling seinen Pfad in Reinheit wandeln? Indem er sich bewahrt nach deinem Worte.
10Mit meinem ganzen Herzen habe ich dich gesucht: laß mich nicht abirren von deinen Geboten!
11In meinem Herzen habe ich dein Wort verwahrt, auf daß ich nicht wider dich sündige.
12Gepriesen seiest du, Jehova! Lehre mich deine Satzungen!
13Mit meinen Lippen habe ich erzählt alle Rechte deines Mundes.
14An dem Wege deiner Zeugnisse habe ich mich erfreut wie über allen Reichtum.
15Über deine Vorschriften will ich sinnen und achthaben auf deine Pfade.
16An deinen Satzungen habe ich meine Wonne; deines Wortes werde ich nicht vergessen.
17Tue wohl an deinem Knechte, so werde ich leben; und ich will dein Wort bewahren.
18Öffne meine Augen, damit ich Wunder schaue in deinem Gesetz!
19Ein Fremdling bin ich im Lande, verbirg nicht vor mir deine Gebote!
20Zermalmt ist meine Seele vor Verlangen nach deinen Rechten zu aller Zeit.
21Gescholten hast du die Übermütigen, die Verfluchten, welche abirren von deinen Geboten.
22Wälze von mir Hohn und Verachtung! Denn deine Zeugnisse habe ich bewahrt.
23Sitzen auch Fürsten und bereden sich wider mich, dein Knecht sinnt über deine Satzungen.
24Deine Zeugnisse sind auch meine Wonne, meine Ratgeber.
25Am Staube klebt meine Seele; belebe mich nach deinem Worte!
26Meine Wege habe ich erzählt, und du hast mich erhört; lehre mich deine Satzungen!
27Laß mich verstehen den Weg deiner Vorschriften, und sinnen will ich über deine Wundertaten.
28Vor Traurigkeit zerfließt in Tränen meine Seele; richte mich auf nach deinem Worte!
29Wende von mir ab den Weg der Lüge und gewähre mir dein Gesetz!
30Den Weg der Treue habe ich erwählt, habe vor mich gestellt deine Rechte.
31Ich hange an deinen Zeugnissen; Jehova, laß mich nicht beschämt werden!
32Den Weg deiner Gebote werde ich laufen, wenn du Raum gemacht haben wirst meinem Herzen.
33Lehre mich, Jehova, den Weg deiner Satzungen, und ich will ihn bewahren bis ans Ende.
34Gib mir Einsicht, und ich will dein Gesetz bewahren und es halten von ganzem Herzen.
35Laß mich wandeln auf dem Pfade deiner Gebote! Denn an ihm habe ich meine Lust.
36Neige mein Herz zu deinen Zeugnissen und nicht zum Gewinn!
37Wende meine Augen ab, daß sie Eitles nicht sehen! Belebe mich in deinen Wegen!
38Bestätige deinem Knechte deine Zusage, welche deiner Furcht entspricht!
39Wende ab meinen Hohn, den ich fürchte! Denn deine Rechte sind gut.
40Siehe, ich verlange nach deinen Vorschriften; belebe mich in deiner Gerechtigkeit!
41Und laß über mich kommen deine Gütigkeiten, Jehova, deine Rettung nach deiner Zusage!
42So werde ich Antwort geben dem mich Höhnenden; denn ich vertraue auf dein Wort.
43Und entziehe meinem Munde nicht gänzlich das Wort der Wahrheit! Denn ich harre auf deine Rechte.
44Und halten will ich dein Gesetz beständig, immer und ewiglich.
45Und ich werde wandeln in weitem Raume; denn nach deinen Vorschriften habe ich getrachtet.
46Und vor Königen will ich reden von deinen Zeugnissen und mich nicht schämen.
47Und ich werde meine Wonne haben an deinen Geboten, die ich liebe,
48und werde meine Hände aufheben zu deinen Geboten, die ich liebe; und über deine Satzungen will ich sinnen.
49Gedenke des Wortes an deinen Knecht, auf welches du mich hast harren lassen!
50Dies ist mein Trost in meinem Elende, daß deine Zusage mich belebt hat.
51Die Übermütigen haben mich über die Maßen verspottet; von deinem Gesetz bin ich nicht abgewichen.
52Ich gedachte, Jehova, deiner Rechte von alters her, und ich tröstete mich.
53Zornglut hat mich ergriffen wegen der Gesetzlosen, die dein Gesetz verlassen.
54Deine Satzungen sind meine Gesänge gewesen im Hause meiner Fremdlingschaft.
55Des Nachts habe ich deines Namens gedacht, Jehova, und ich habe dein Gesetz gehalten.
56Dies ist mir geschehen, weil ich deine Vorschriften bewahrt habe.
57Mein Teil, Jehova, habe ich gesagt, ist, deine Worte zu bewahren.
58Von ganzem Herzen habe ich dich angefleht; sei mir gnädig nach deiner Zusage!
59Ich habe meine Wege überdacht, und meine Füße gekehrt zu deinen Zeugnissen.
60Ich habe geeilt und nicht gesäumt, deine Gebote zu halten.
61Die Bande der Gesetzlosen haben mich umgeben; dein Gesetz habe ich nicht vergessen.
62Um Mitternacht stehe ich auf, um dich zu preisen wegen der Rechte deiner Gerechtigkeit.
63Ich bin der Gefährte aller, die dich fürchten, und derer, die deine Vorschriften beobachten.
64Von deiner Güte, Jehova, ist die Erde erfüllt; lehre mich deine Satzungen!
65Du hast Gutes getan an deinem Knechte, Jehova, nach deinem Worte.
66Gute Einsicht und Erkenntnis lehre mich! Denn ich habe deinen Geboten geglaubt.
67Bevor ich gedemütigt ward, irrte ich; jetzt aber bewahre ich dein Wort.
68Du bist gut und guttätig; lehre mich deine Satzungen!
69Lügen haben die Übermütigen wider mich erdichtet; ich bewahre deine Vorschriften von ganzem Herzen.
70Ihr Herz ist dick geworden wie Fett; ich habe meine Wonne an deinem Gesetz.
71Es ist gut für mich, daß ich gedemütigt ward, damit ich deine Satzungen lernte.
72Besser ist mir das Gesetz deines Mundes als Tausende von Gold und Silber.
73Deine Hände haben mich gemacht und bereitet; gib mir Einsicht, und ich will deine Gebote lernen.
74Die dich fürchten, werden mich sehen und sich freuen; denn ich habe auf dein Wort geharrt.
75Ich weiß, Jehova, daß deine Gerichte Gerechtigkeit sind und daß du mich gedemütigt hast in Treue.
76Laß doch deine Güte mir zum Troste sein, nach deiner Zusage an deinen Knecht!
77Laß deine Erbarmungen über mich kommen, so werde ich leben; denn dein Gesetz ist meine Wonne.
78Laß beschämt werden die Übermütigen! Denn sie haben mich gebeugt ohne Grund; ich, ich sinne über deine Vorschriften.
79Laß sich zu mir kehren, die dich fürchten und die deine Zeugnisse kennen!
80Laß mein Herz untadelig sein in deinen Satzungen, damit ich nicht beschämt werde!
81Meine Seele schmachtet nach deiner Rettung, ich harre auf dein Wort.
82Meine Augen schmachten nach deiner Zusage, indem ich spreche: Wann wirst du mich trösten?
83Denn wie ein Schlauch im Rauche bin ich geworden; deine Satzungen habe ich nicht vergessen.
84Wie viele werden der Tage deines Knechtes sein? Wann wirst du Gericht üben an meinen Verfolgern?
85Die Übermütigen haben mir Gruben gegraben, sie, die nicht nach deinem Gesetz sind.
86Alle deine Gebote sind Treue. Sie haben mich verfolgt ohne Grund: hilf mir!
87Wenig fehlte, so hätten sie mich vernichtet auf der Erde; ich aber, ich habe deine Vorschriften nicht verlassen.
88Belebe mich nach deiner Güte, und ich will bewahren das Zeugnis deines Mundes.
89In Ewigkeit, Jehova, steht dein Wort fest in den Himmeln;
90von Geschlecht zu Geschlecht währt deine Treue; du hast die Erde festgestellt, und sie steht.
91Nach deinen Verordnungen stehen sie heute da, denn alle Dinge dienen dir.
92Wäre nicht dein Gesetz meine Wonne gewesen, dann würde ich umgekommen sein in meinem Elende.
93Nimmermehr werde ich deine Vorschriften vergessen, denn durch sie hast du mich belebt.
94Ich bin dein, rette mich! Denn ich habe nach deinen Vorschriften getrachtet.
95Die Gesetzlosen haben mir aufgelauert, um mich umzubringen; ich achte auf deine Zeugnisse.
96Von aller Vollkommenheit habe ich ein Ende gesehen; sehr ausgedehnt ist dein Gebot.
97Wie liebe ich dein Gesetz! Es ist mein Sinnen den ganzen Tag.
98Weiser als meine Feinde machen mich deine Gebote, denn immer sind sie bei mir.
99Verständiger bin ich als alle meine Lehrer, denn deine Zeugnisse sind mein Sinnen.
100Mehr Einsicht habe ich als die Alten, denn deine Vorschriften habe ich bewahrt.
101Von jedem bösen Pfade habe ich meine Füße zurückgehalten, damit ich dein Wort bewahre.
102Nicht bin ich von deinen Rechten gewichen, denn du, du hast mich unterwiesen.
103Wie süß sind meinem Gaumen deine Worte, mehr als Honig meinem Munde!
104Aus deinen Vorschriften empfange ich Einsicht; darum hasse ich jeden Lügenpfad.
105Dein Wort ist Leuchte meinem Fuße und Licht für meinen Pfad.
106Ich habe geschworen und halte es aufrecht, zu beobachten die Rechte deiner Gerechtigkeit.
107Ich bin über die Maßen gebeugt; Jehova, belebe mich nach deinem Worte!
108Laß dir doch wohlgefallen, Jehova, die freiwilligen Opfer meines Mundes, lehre mich deine Rechte!
109Mein Leben ist stets in meiner Hand, aber dein Gesetz habe ich nicht vergessen.
110Die Gesetzlosen haben mir eine Schlinge gelegt, aber von deinen Vorschriften bin ich nicht abgeirrt.
111Deine Zeugnisse habe ich mir als Erbteil genommen auf ewig, denn meines Herzens Freude sind sie.
112Ich habe mein Herz geneigt, deine Satzungen zu tun ewiglich bis ans Ende.
113Die Doppelherzigen hasse ich, und ich liebe dein Gesetz.
114Mein Bergungsort und mein Schild bist du; auf dein Wort harre ich.
115Weichet von mir, ihr Übeltäter: ich will die Gebote meines Gottes bewahren.
116Unterstütze mich nach deiner Zusage, so werde ich leben; und laß mich nicht beschämt werden in meiner Hoffnung!
117Stütze mich, so werde ich gerettet werden; und ich will stets schauen auf deine Satzungen.
118Verworfen hast du alle, die von deinen Satzungen abirren; denn Lüge ist ihr Trug.
119Wie Schlacken hast du hinweggeräumt alle Gesetzlosen der Erde; darum liebe ich deine Zeugnisse.
120Vor deinem Schrecken schaudert mein Fleisch, und ich fürchte mich vor deinen Gerichten.
121Ich habe Recht und Gerechtigkeit geübt; überlaß mich nicht meinen Bedrückern!
122Sei Bürge für deinen Knecht zum Guten; laß die Übermütigen mich nicht bedrücken!
123Meine Augen schmachten nach deiner Rettung und nach der Zusage deiner Gerechtigkeit.
124Handle mit deinem Knechte nach deiner Güte, und lehre mich deine Satzungen!
125Dein Knecht bin ich, gib mir Einsicht, so werde ich deine Zeugnisse erkennen.
126Es ist Zeit für Jehova zu handeln: sie haben dein Gesetz gebrochen.
127Darum liebe ich deine Gebote mehr als Gold und gediegenes Gold;
128darum halte ich alle deine Vorschriften für recht; jeden Lügenpfad hasse ich.
129Wunderbar sind deine Zeugnisse, darum bewahrt sie meine Seele.
130Die Eröffnung deines Wortes erleuchtet, gibt Einsicht den Einfältigen.
131Ich habe meinen Mund weit aufgetan und gelechzt, denn ich habe verlangt nach deinen Geboten.
132Wende dich zu mir und sei mir gnädig, nach dem Rechte derer, die deinen Namen lieben!
133Befestige meine Schritte in deinem Worte, und laß kein Unrecht mich beherrschen!
134Erlöse mich von der Bedrückung des Menschen, und ich will deine Vorschriften beobachten.
135Laß dein Angesicht leuchten über deinen Knecht, und lehre mich deine Satzungen!
136Wasserbäche fließen herab aus meinen Augen, weil sie dein Gesetz nicht halten.
137Gerecht bist du, Jehova, und gerade sind deine Gerichte.
138Du hast in Gerechtigkeit deine Zeugnisse geboten und in Treue gar sehr.
139Verzehrt hat mich mein Eifer, denn meine Bedränger haben deine Worte vergessen.
140Wohlgeläutert ist dein Wort, und dein Knecht hat es lieb.
141Gering bin ich und verachtet; deine Vorschriften habe ich nicht vergessen.
142Deine Gerechtigkeit ist eine ewige Gerechtigkeit, und dein Gesetz ist Wahrheit.
143Angst und Bedrängnis haben mich erreicht; deine Gebote sind meine Wonne.
144Gerechtigkeit sind deine Zeugnisse ewiglich; gib mir Einsicht, so werde ich leben.
145Von ganzem Herzen habe ich gerufen; erhöre mich, Jehova! Ich will deine Satzungen beobachten.
146Zu dir habe ich gerufen, rette mich! Und ich will deine Zeugnisse bewahren.
147Der Morgendämmerung bin ich zuvorgekommen und habe geschrieen; auf dein Wort habe ich geharrt.
148Meine Augen sind den Nachtwachen zuvorgekommen, um zu sinnen über dein Wort.
149Höre meine Stimme nach deiner Güte; Jehova, belebe mich nach deinen Rechten!
150Es haben sich genaht, die bösen Plänen nachjagen; fern sind sie von deinem Gesetz.
151Du bist nahe, Jehova; und alle deine Gebote sind Wahrheit.
152Von alters her habe ich aus deinen Zeugnissen gewußt, daß du sie gegründet hast auf ewig.
153Sieh an mein Elend und befreie mich! Denn dein Gesetz habe ich nicht vergessen.
154Führe meinen Rechtsstreit und erlöse mich! Belebe mich nach deiner Zusage!
155Fern ist von den Gesetzlosen Rettung, denn nach deinen Satzungen trachten sie nicht.
156Deiner Erbarmungen sind viele, Jehova; belebe mich nach deinen Rechten!
157Viele sind meiner Verfolger und meiner Bedränger; von deinen Zeugnissen bin ich nicht abgewichen.
158Die Treulosen habe ich gesehen, und es ekelte mich an, weil sie dein Wort nicht bewahrten.
159Sieh, daß ich deine Vorschriften lieb habe; nach deiner Güte, Jehova, belebe mich!
160Die Summe deines Wortes ist Wahrheit, und alles Recht deiner Gerechtigkeit währt ewiglich.
161Fürsten haben mich verfolgt ohne Ursache; aber vor deinem Worte hat mein Herz sich gefürchtet.
162Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute findet.
163Lüge hasse und verabscheue ich; ich liebe dein Gesetz.
164Siebenmal des Tages lobe ich dich um der Rechte deiner Gerechtigkeit willen.
165Große Wohlfahrt haben die, die dein Gesetz lieben, und kein Fallen gibt es für sie.
166Ich habe auf deine Rettung gewartet, Jehova; und deine Gebote habe ich getan.
167Meine Seele hat deine Zeugnisse bewahrt, und ich liebe sie sehr.
168Deine Vorschriften und deine Zeugnisse habe ich bewahrt, denn alle meine Wege sind vor dir.
169Laß mein Schreien nahe vor dich kommen, Jehova; gib mir Einsicht nach deinem Worte!
170Laß vor dich kommen mein Flehen; errette mich nach deiner Zusage!
171Meine Lippen sollen dein Lob hervorströmen lassen, wenn du mich gelehrt hast deine Satzungen.
172Meine Zunge soll laut reden von deinem Worte, denn alle deine Gebote sind Gerechtigkeit.
173Laß deine Hand mir zu Hilfe kommen! Denn ich habe deine Vorschriften erwählt.
174Ich sehne mich nach deiner Rettung, Jehova; und dein Gesetz ist meine Wonne.
175Laß meine Seele leben, und sie wird dich loben; und deine Rechte mögen mir helfen!
176Ich bin umhergeirrt wie ein verlorenes Schaf; suche deinen Knecht! Denn ich habe deine Gebote nicht vergessen.
Psalm 120
1Ein Stufenlied. Zu Jehova rief ich in meiner Bedrängnis, und er erhörte mich.
2Jehova, errette meine Seele von der Lippe der Lüge, von der Zunge des Truges!
3Was soll man dir geben und was dir hinzufügen, du Zunge des Truges?
4Scharfe Pfeile eines Gewaltigen, samt glühenden Kohlen der Ginster.
5Wehe mir, daß ich weile in Mesech, daß ich wohne bei den Zelten Kedars!
6Lange hat meine Seele bei denen gewohnt, die den Frieden hassen.
7Ich will nur Frieden; aber wenn ich rede, so sind sie für Krieg.
Psalm 121
1Ein Stufenlied. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, woher meine Hilfe kommen wird.
2Meine Hilfe kommt von Jehova, der Himmel und Erde gemacht hat.
3Er wird nicht zulassen, daß dein Fuß wanke; dein Hüter schlummert nicht.
4Siehe, der Hüter Israels, nicht schlummert noch schläft er.
5Jehova ist dein Hüter, Jehova ist dein Schatten über deiner rechten Hand.
6Nicht wird die Sonne dich stechen des Tages, noch der Mond des Nachts.
7Jehova wird dich behüten vor allem Übel, er wird behüten deine Seele.
8Jehova wird behüten deinen Ausgang und deinen Eingang, von nun an bis in Ewigkeit.
Psalm 122
1Ein Stufenlied. Von David. Ich freute mich, als sie zu mir sagten: Lasset uns zum Hause Jehovas gehen!
2Unsere Füße werden in deinen Toren stehen, Jerusalem!
3Jerusalem, die du aufgebaut bist als eine fest in sich geschlossene Stadt,
4wohin die Stämme hinaufziehen, die Stämme Jahs, ein Zeugnis für Israel, zu preisen den Namen Jehovas!
5Denn daselbst stehen die Throne zum Gericht, die Throne des Hauses Davids.
6Bittet um die Wohlfahrt Jerusalems! Es gehe wohl denen, die dich lieben!
7Wohlfahrt sei in deinen Festungswerken, sichere Ruhe in deinen Palästen!
8Um meiner Brüder und meiner Genossen willen will ich sagen: Wohlfahrt sei in dir!
9Um des Hauses Jehovas, unseres Gottes, willen will ich dein Bestes suchen.
Psalm 123
1Ein Stufenlied. Ich hebe meine Augen auf zu dir, der du thronst in den Himmeln!
2Siehe, wie die Augen der Knechte auf die Hand ihres Herrn, wie die Augen der Magd auf die Hand ihrer Gebieterin, also sind unsere Augen gerichtet auf Jehova, unseren Gott, bis er uns gnädig ist.
3Sei uns gnädig, Jehova, sei uns gnädig! Denn reichlich sind wir mit Verachtung gesättigt;
4reichlich ist unsere Seele gesättigt mit dem Spotte der Sorglosen, mit der Verachtung der Hoffärtigen.
Psalm 124
1Ein Stufenlied. Von David. Wenn nicht Jehova für uns gewesen wäre, sage doch Israel,
2wenn nicht Jehova für uns gewesen wäre, als die Menschen wider uns aufstanden,
3dann würden sie uns lebendig verschlungen haben, als ihr Zorn gegen uns entbrannte;
4dann würden die Wasser uns überflutet haben, würde ein Strom über unsere Seele gegangen sein;
5dann würden über unsere Seele gegangen sein die stolzen Wasser.
6Gepriesen sei Jehova, der uns nicht zum Raube gab ihren Zähnen!
7Unsere Seele ist entronnen wie ein Vogel aus der Schlinge der Vogelsteller; die Schlinge ist zerrissen, und wir sind entronnen.
8Unsere Hilfe ist im Namen Jehovas, der Himmel und Erde gemacht hat.
Psalm 125
1Ein Stufenlied. Die auf Jehova vertrauen, sind gleich dem Berge Zion, der nicht wankt, der ewiglich bleibt.
2Jerusalem, Berge sind rings um sie her: so ist Jehova rings um sein Volk, von nun an bis in Ewigkeit.
3Denn die Rute der Gesetzlosigkeit wird auf dem Lose der Gerechten nicht ruhen, damit die Gerechten ihre Hände nicht ausstrecken nach Unrecht.
4Tue Gutes, Jehova, den Guten und denen, die aufrichtig sind in ihren Herzen!
5Die aber auf ihre krummen Wege abbiegen, die wird Jehova dahinfahren lassen mit denen, welche Frevel tun. Wohlfahrt über Israel!
Psalm 126
1Ein Stufenlied. Als Jehova die Gefangenen Zions zurückführte, waren wir wie Träumende.
2Da ward unser Mund voll Lachens, und unsere Zunge voll Jubels; da sagte man unter den Nationen: Jehova hat Großes an ihnen getan!
3Jehova hat Großes an uns getan: wir waren fröhlich!
4Führe unsere Gefangenen zurück, Jehova, gleich Bächen im Mittagslande!
5Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten.
6Er geht hin unter Weinen und trägt den Samen zur Aussaat; er kommt heim mit Jubel und trägt seine Garben.
Psalm 127
1Ein Stufenlied. Von Salomo. Wenn Jehova das Haus nicht baut, vergeblich arbeiten daran die Bauleute; wenn Jehova die Stadt nicht bewacht, vergeblich wacht der Wächter.
2Vergeblich ist es für euch, daß ihr früh aufstehet, spät aufbleibet, das Brot der Mühsal esset; also gibt er seinem Geliebten im Schlaf.
3Siehe, ein Erbteil Jehovas sind Söhne, eine Belohnung die Leibesfrucht;
4wie Pfeile in der Hand eines Helden, so sind die Söhne der Jugend:
5Glückselig der Mann, der mit ihnen seinen Köcher gefüllt hat! Sie werden nicht beschämt werden, wenn sie mit Feinden reden im Tore.
Psalm 128
1Ein Stufenlied. Glückselig ein jeder, der Jehova fürchtet, der da wandelt in seinen Wegen!
2Denn essen wirst du die Arbeit deiner Hände; glückselig wirst du sein, und es wird dir wohlgehen.
3Dein Weib wird gleich einem fruchtbaren Weinstock sein im Innern deines Hauses, deine Söhne gleich Ölbaumsprossen rings um deinen Tisch.
4Siehe, also wird gesegnet sein der Mann, der Jehova fürchtet.
5Segnen wird dich Jehova von Zion aus, und du wirst das Wohl Jerusalems schauen alle Tage deines Lebens,
6und sehen deiner Kinder Kinder. Wohlfahrt über Israel!
Psalm 129
1Ein Stufenlied. Oftmals haben sie mich bedrängt von meiner Jugend an, sage doch Israel,
2oftmals haben sie mich bedrängt von meiner Jugend an; dennoch haben sie mich nicht übermocht.
3Pflüger haben auf meinem Rücken gepflügt, haben lang gezogen ihre Furchen.
4Jehova ist gerecht; er hat durchschnitten das Seil der Gesetzlosen.
5Mögen beschämt werden und zurückweichen alle, die Zion hassen!
6Mögen sie sein wie das Gras der Dächer, welches verdorrt, ehe man es ausrauft,
7womit der Schnitter seine Hand nicht füllt, noch der Garbenbinder seinen Schoß;
8und die Vorübergehenden sagen nicht: Jehovas Segen über euch! Wir segnen euch im Namen Jehovas.
Psalm 130
1Ein Stufenlied. Aus den Tiefen rufe ich zu dir, Jehova!
2Herr, höre auf meine Stimme! Laß deine Ohren aufmerksam sein auf die Stimme meines Flehens!
3Wenn du, Jehova, merkst auf die Ungerechtigkeiten: Herr, wer wird bestehen?
4Doch bei dir ist Vergebung, damit du gefürchtet werdest.
5Ich warte auf Jehova, meine Seele wartet; und auf sein Wort harre ich.
6Meine Seele harrt auf den Herrn, mehr als die Wächter auf den Morgen, die Wächter auf den Morgen.
7Harre, Israel, auf Jehova! Denn bei Jehova ist die Güte, und viel Erlösung bei ihm.
8Und er, er wird Israel erlösen von allen seinen Ungerechtigkeiten.
Psalm 131
1Ein Stufenlied. Von David. Jehova! Nicht hoch ist mein Herz, noch tragen sich hoch meine Augen; und ich wandle nicht in Dingen, die zu groß und zu wunderbar für mich sind.
2Habe ich meine Seele nicht beschwichtigt und gestillt? Gleich einem entwöhnten Kinde bei seiner Mutter, gleich dem entwöhnten Kinde ist meine Seele in mir.
3Harre, Israel, auf Jehova, von nun an bis in Ewigkeit!
Psalm 132
1Ein Stufenlied. Gedenke, Jehova, dem David alle seine Mühsal!
2Welcher Jehova schwur, ein Gelübde tat dem Mächtigen Jakobs:
3"Wenn ich hineingehe in das Zelt meines Hauses, wenn ich steige auf das Lager meines Bettes;
4wenn ich Schlaf gestatte meinen Augen, Schlummer meinen Augenlidern;
5bis ich eine Stätte finde für Jehova, Wohnungen für den Mächtigen Jakobs!"
6Siehe, wir hörten von ihr in Ephrata, wir fanden sie in dem Gefilde Jaars.
7Lasset uns eingehen in seine Wohnungen, niederfallen vor dem Schemel seiner Füße!
8Stehe auf, Jehova, zu deiner Ruhe, du und die Lade deiner Stärke!
9Laß deine Priester bekleidet werden mit Gerechtigkeit, und deine Frommen jubeln!
10Um Davids, deines Knechtes, willen weise nicht ab das Angesicht deines Gesalbten!
11Jehova hat dem David geschworen in Wahrheit, er wird nicht davon abweichen: "Von der Frucht deines Leibes will ich auf deinen Thron setzen.
12Wenn deine Söhne meinen Bund und meine Zeugnisse bewahren, welche ich sie lehren werde, so sollen auch ihre Söhne auf deinem Throne sitzen immerdar."
13Denn Jehova hat Zion erwählt, hat es begehrt zu seiner Wohnstätte:
14Dies ist meine Ruhe immerdar; hier will ich wohnen, denn ich habe es begehrt.
15Seine Speise will ich reichlich segnen, seine Armen mit Brot sättigen.
16Und seine Priester will ich bekleiden mit Heil, und seine Frommen werden laut jubeln.
17Dort will ich das Horn Davids wachsen lassen, habe eine Leuchte zugerichtet meinem Gesalbten.
18Seine Feinde will ich bekleiden mit Schande, und auf ihm wird seine Krone blühen.
Psalm 133
1Ein Stufenlied. Siehe, wie gut und wie lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen!
2Wie das köstliche Öl auf dem Haupte, das herabfließt auf den Bart, auf den Bart Aarons, das herabfließt auf den Saum seiner Kleider;
3wie der Tau des Hermon, der herabfällt auf die Berge Zions; denn dort hat Jehova den Segen verordnet, Leben bis in Ewigkeit.
Psalm 134
Psalm 135
1Lobet Jehova! Lobet den Namen Jehovas! Lobet, ihr Knechte Jehovas,
2die ihr stehet im Hause Jehovas, in den Vorhöfen des Hauses unseres Gottes!
3Lobet Jehova! Denn gut ist Jehova; singet Psalmen seinem Namen! Denn er ist lieblich.
4Denn Jehova hat sich Jakob erwählt, Israel zu seinem Eigentum.
5Denn ich weiß, daß Jehova groß ist, und unser Herr groß vor allen Göttern.
6Alles, was Jehova wohlgefällt, tut er in den Himmeln und auf der Erde, in den Meeren und in allen Tiefen;
7der Dünste aufsteigen läßt vom Ende der Erde, der Blitze macht zum Regen, der den Wind herausführt aus seinen Vorratskammern;
8der die Erstgeborenen Ägyptens schlug vom Menschen bis zum Vieh,
9Zeichen und Wunder sandte in deine Mitte, Ägypten, wider den Pharao und wider alle seine Knechte;
10der große Nationen schlug und starke Könige tötete:
11Sihon, den König der Amoriter, und Og, den König von Basan, und alle Königreiche Kanaans;
12und ihr Land als Erbteil gab, als Erbteil seinem Volke Israel.
13Jehova, dein Name währt ewiglich, Jehova, dein Gedächtnis von Geschlecht zu Geschlecht.
14Denn Jehova wird sein Volk richten, und er wird sich's gereuen lassen über seine Knechte.
15Die Götzen der Nationen sind Silber und Gold, ein Werk von Menschenhänden.
16Einen Mund haben sie und reden nicht; Augen haben sie und sehen nicht;
17Ohren haben sie und hören nicht; auch ist kein Odem in ihrem Munde.
18Ihnen gleich sind die, die sie machen, ein jeder, der auf sie vertraut.
19Haus Israel, preiset Jehova! Haus Aaron, preiset Jehova!
20Haus Levi, preiset Jehova! Die ihr Jehova fürchtet, preiset Jehova!
21Gepriesen sei Jehova von Zion aus, der zu Jerusalem wohnt! Lobet Jehova!
Psalm 136
1Preiset Jehova! Denn er ist gütig, denn seine Güte währt ewiglich.
2Preiset den Gott der Götter, denn seine Güte währt ewiglich.
3Preiset den Herrn der Herren! Denn seine Güte währt ewiglich;
4den, der große Wunder tut, er allein, denn seine Güte währt ewiglich;
5Den, der die Himmel gemacht hat mit Einsicht, denn seine Güte währt ewiglich.
6Den, der die Erde ausgebreitet hat über den Wassern, denn seine Güte währt ewiglich;
7Den, der große Lichter gemacht hat, denn seine Güte währt ewiglich:
8Die Sonne zur Beherrschung des Tages, denn seine Güte währt ewiglich,
9den Mond und die Sterne zur Beherrschung der Nacht, denn seine Güte währt ewiglich;
10den, der Ägypten schlug an seinen Erstgeborenen, denn seine Güte währt ewiglich,
11und Israel herausführte aus ihrer Mitte, denn seine Güte währt ewiglich,
12mit starker Hand und mit ausgestrecktem Arm, denn seine Güte währt ewiglich;
13den, der das Schilfmeer in zwei Teile zerteilte, denn seine Güte währt ewiglich;
14und Israel mitten hindurchgehen ließ, denn seinen Güte währt ewiglich,
15und den Pharao und sein Heer ins Schilfmeer stürzte, denn seine Güte währt ewiglich;
16den, der sein Volk durch die Wüste führte, denn seine Güte währt ewiglich;
17den, der große Könige schlug, denn seine Güte währt ewiglich,
18und mächtige Könige schlug, denn seine Güte währt ewiglich,
19Sihon, den König der Amoriter, denn seine Güte währt ewiglich,
20und Og, den König von Basan, denn seine Güte währt ewiglich,
21und ihr Land zum Erbteil gab, denn seine Güte währt ewiglich,
22zum Erbteil seinem Knechte Israel, denn seine Güte währt ewiglich;
23der unser gedachte in unserer Niedrigkeit, denn seine Güte währt ewiglich,
24und uns errettete von unseren Bedrängern, denn seine Güte währt ewiglich;
25der Speise gibt allem Fleische, denn seine Güte währt ewiglich.
26Preiset den Gott der Himmel! Denn seine Güte währt ewiglich.
Psalm 137
1An den Flüssen Babels, da saßen wir und weinten, indem wir Zions gedachten.
2An die Weiden in ihr hängten wir unsere Lauten.
3Denn die uns gefangen weggeführt hatten, forderten daselbst von uns die Worte eines Liedes, und die uns wehklagen machten, Freude: "Singet uns eines von Zions Liedern!"
4Wie sollten wir ein Lied Jehovas singen auf fremder Erde?
5Wenn ich dein vergesse, Jerusalem, so vergesse meine Rechte!
6Es klebe meine Zunge an meinem Gaumen, wenn ich deiner nicht gedenke, wenn ich Jerusalem nicht erhebe über die höchste meiner Freuden!
7Gedenke, Jehova, den Kindern Edom den Tag Jerusalems, die da sprachen: Entblößet, entblößet sie bis auf ihre Grundfeste!
8Tochter Babel, du Verwüstete! Glückselig, der dir dasselbe vergilt, was du uns getan hast!
9Glückselig, der deine Kindlein ergreift und sie hinschmettert an den Felsen!
Psalm 138
1Von David. Preisen will ich dich mit meinem ganzen Herzen, will dich besingen vor den Göttern.
2Ich will anbeten gegen deinen heiligen Tempel, und deinen Namen preisen um deiner Güte und deiner Wahrheit willen; denn du hast dein Wort groß gemacht über all deinen Namen.
3An dem Tage, da ich rief, antwortetest du mir; du hast mich ermutigt: in meiner Seele war Kraft.
4Alle Könige der Erde werden dich preisen, Jehova, wenn sie gehört haben die Worte deines Mundes;
5und sie werden die Wege Jehovas besingen, denn groß ist die Herrlichkeit Jehovas.
6Denn Jehova ist hoch, und er sieht den Niedrigen, und den Hochmütigen erkennt er von ferne.
7Wenn ich inmitten der Drangsal wandle, wirst du mich beleben; wider den Zorn meiner Feinde wirst du deine Hand ausstrecken, und deine Rechte wird mich retten.
8Jehova wird's für mich vollenden. Jehova, deine Güte währt ewiglich. Laß nicht die Werke deiner Hände!
Psalm 139
1Dem Vorsänger. Von David, ein Psalm. Jehova! Du hast mich erforscht und erkannt.
2Du kennst mein Sitzen und mein Aufstehen, du verstehst meine Gedanken von ferne.
3Du sichtest mein Wandeln und mein Liegen und bist vertraut mit allen meinen Wegen.
4Denn das Wort ist noch nicht auf meiner Zunge, siehe, Jehova, du weißt es ganz.
5Von hinten und von vorn hast du mich eingeengt, und auf mich gelegt deine Hand.
6Kenntnis, zu wunderbar für mich, zu hoch: ich vermag sie nicht zu erfassen!
7Wohin sollte ich gehen vor deinem Geiste, und wohin fliehen vor deinem Angesicht?
8Führe ich auf zum Himmel, du bist da; und bettete ich mir in dem Scheol, siehe, du bist da.
9Nähme ich Flügel der Morgenröte, ließe ich mich nieder am äußersten Ende des Meeres,
10auch daselbst würde deine Hand mich leiten, und deine Rechte mich fassen.
11Und spräche ich: Nur Finsternis möge mich umhüllen, und Nacht werde das Licht um mich her:
12Auch Finsternis würde vor dir nicht verfinstern, und die Nacht würde leuchten wie der Tag, die Finsternis wäre wie das Licht.
13Denn du besaßest meine Nieren; du wobest mich in meiner Mutter Leibe.
14Ich preise dich darüber, daß ich auf eine erstaunliche, ausgezeichnete Weise gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke, und meine Seele weiß es sehr wohl.
15Nicht verhohlen war mein Gebein vor dir, als ich gemacht ward im Verborgenen, gewirkt wie ein Stickwerk in den untersten Örtern der Erde.
16Meinen Keim sahen deine Augen, und in dein Buch waren sie alle eingeschrieben; während vieler Tage wurden sie gebildet, als nicht eines von ihnen war.
17Und wie köstlich sind mir deine Gedanken, o Gott! Wie gewaltig sind ihre Summen!
18Wollte ich sie zählen, ihrer sind mehr als des Sandes. Ich erwache und bin noch bei dir.
19Möchtest du, o Gott, den Gesetzlosen töten! Und ihr Blutmenschen, weichet von mir! ...
20Sie, die dich nennen zum Verbrechen, die zu Eitlem schwören, deine Feinde.
21Hasse ich nicht, Jehova, die dich hassen, und verabscheue ich nicht, die wider dich aufstehen?
22Mit vollkommenem Hasse hasse ich sie; sie sind Feinde für mich.
23Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne meine Gedanken!
24Und sieh, ob ein Weg der Mühsal bei mir ist, und leite mich auf ewigem Wege!
Psalm 140
1Dem Vorsänger. Ein Psalm von David. Befreie mich, Jehova, von dem bösen Menschen; vor dem Manne der Gewalttaten behüte mich!
2Welche Bosheiten ersinnen im Herzen, täglich Krieg erregen.
3Sie schärfen ihre Zunge wie eine Schlange; Otterngift ist unter ihren Lippen. (Sela.)
4Bewahre mich, Jehova, vor den Händen des Gesetzlosen, vor dem Manne der Gewalttaten behüte mich, welche darauf sinnen, meine Tritte umzustoßen!
5Die Hoffärtigen haben mir heimlich eine Schlinge und Fallstricke gelegt, ein Netz ausgespannt zur Seite des Weges, sie haben mir Fallen gestellt. (Sela.)
6Ich sprach zu Jehova: Du bist mein Gott! Nimm zu Ohren, Jehova, die Stimme meines Flehens!
7Jehova, der Herr, ist die Stärke meiner Rettung; du hast mein Haupt beschirmt am Tage der Waffen.
8Gewähre nicht, Jehova, die Gelüste des Gesetzlosen, laß sein Vorhaben nicht gelingen: sie würden sich erheben. (Sela.)
9Die Häupter derer, die mich umringen, das Unheil ihrer Lippen bedecke sie!
10Mögen feurige Kohlen auf sie herabfallen! Ins Feuer stürze er sie, in Wasserfluten, daß sie nicht aufstehen!
11Der Mann von böser Zunge möge nicht feststehen im Lande; der Mann der Gewalttat, das Böse möge ihn jagen bis zum Sturz!
12Ich weiß, daß Jehova ausführen wird die Rechtssache des Elenden, das Recht der Armen.
13Ja, die Gerechten werden deinen Namen preisen, die Aufrichtigen werden vor deinem Angesicht wohnen.
Psalm 141
1Ein Psalm. Von David. Jehova! Zu dir habe ich gerufen, eile zu mir; nimm zu Ohren meine Stimme, wenn ich zu dir rufe!
2Laß als Räucherwerk vor dir bestehen mein Gebet, die Erhebung meiner Hände als Abendopfer!
3Setze, Jehova, eine Wache meinem Munde; behüte die Tür meiner Lippen!
4Neige nicht mein Herz zu einer bösen Sache, um in Gesetzlosigkeit Handlungen zu verüben mit Männern, die Frevel tun; und möge ich nicht essen von ihren Leckerbissen!
5Der Gerechte schlage mich: es ist Güte, und er strafe mich: es ist Öl des Hauptes; nicht wird mein Haupt sich weigern; denn noch ist in ihren Unglücksfällen mein Gebet für sie.
6Sind ihre Richter die Felsen hinabgestürzt worden, so werden sie meine Worte hören, daß sie lieblich sind.
7Wie einer die Erde schneidet und spaltet, so sind unsere Gebeine hingestreut am Rande des Scheols.
8Doch auf dich, Jehova, Herr, sind meine Augen gerichtet, auf dich traue ich; gib meine Seele nicht preis!
9Bewahre mich vor der Schlinge, die sie mir gelegt haben, und vor den Fallstricken derer, die Frevel tun!
10Laß die Gesetzlosen in ihre eigenen Netze fallen, während ich vorübergehe!
Psalm 142
1Ein Maskil von David. Ein Gebet, als er in der Höhle war. Mit meiner Stimme schreie ich zu Jehova, mit meiner Stimme flehe ich zu Jehova.
2Ich schütte meine Klage vor ihm aus, meine Bedrängnis tue ich vor ihm kund.
3Als mein Geist in mir ermattete, da kanntest du meinen Pfad. Auf dem Wege, den ich wandelte, haben sie mir heimlich eine Schlinge gelegt.
4Schaue zur Rechten, und sieh: ich habe ja niemand, der mich erkennt; verloren ist mir jede Zuflucht, niemand fragt nach meiner Seele.
5Zu dir habe ich geschrieen, Jehova! Ich habe gesagt: Du bist meine Zuflucht, mein Teil im Lande der Lebendigen.
6Horche auf mein Schreien, denn ich bin sehr elend; errette mich von meinen Verfolgern, denn sie sind mir zu mächtig!
7Führe aus dem Gefängnis heraus meine Seele, damit ich deinen Namen preise! Die Gerechten werden mich umringen, wenn du mir wohlgetan hast.
Psalm 143
1Ein Psalm. Von David. Jehova! Höre mein Gebet, nimm zu Ohren mein Flehen; erhöre mich in deiner Treue, in deiner Gerechtigkeit!
2Und gehe nicht ins Gericht mit deinem Knechte! Denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht.
3Denn der Feind verfolgt meine Seele, zertritt zur Erde mein Leben, macht mich wohnen in Finsternissen gleich den Toten der Urzeit.
4Und mein Geist ermattet in mir, mein Herz ist betäubt in meinem Innern.
5Ich gedenke der Tage der Vorzeit, überlege all dein Tun; ich sinne über das Werk deiner Hände.
6Zu dir breite ich meine Hände aus; gleich einem lechzenden Lande lechzt meine Seele nach dir. (Sela.)
7Eilends erhöre mich, Jehova! Es verschmachtet mein Geist. Verbirg dein Angesicht nicht vor mir! Sonst werde ich denen gleich sein, die zur Grube hinabfahren.
8Laß mich früh hören deine Güte, denn auf dich vertraue ich; tue mir kund den Weg, den ich wandeln soll, denn zu dir erhebe ich meine Seele!
9Errette mich, Jehova, von meinen Feinden! Zu dir nehme ich meine Zuflucht.
10Lehre mich tun dein Wohlgefallen! Denn du bist mein Gott; dein guter Geist leite mich in ebenem Lande!
11Um deines Namens willen, Jehova, belebe mich; in deiner Gerechtigkeit führe meine Seele aus der Bedrängnis!
12Und in deiner Güte vertilge meine Feinde, und alle Bedränger meiner Seele bringe um! Denn ich bin dein Knecht.
Psalm 144
1Von David. Gepriesen sei Jehova, mein Fels, der meine Hände unterweist zum Kampf, meine Finger zum Kriege:
2Meine Güte und meine Burg, meine hohe Feste und mein Erretter; mein Schild und der, auf den ich traue, der mir mein Volk unterwirft!
3Jehova, was ist der Mensch, daß du Kenntnis von ihm nimmst, der Sohn des Menschen, daß du ihn beachtest?
4Der Mensch gleicht dem Hauche; seine Tage sind wie ein vorübergehender Schatten.
5Jehova, neige deine Himmel und fahre hernieder; rühre die Berge an, daß sie rauchen!
6Blitze mit Blitzen und zerstreue sie; schieße deine Pfeile und verwirre sie!
7Strecke deine Hände aus von der Höhe; reiße mich und errette mich aus großen Wassern, aus der Hand der Söhne der Fremde,
8deren Mund Eitelkeit redet, und deren Rechte eine Rechte der Lüge ist!
9Gott! Ein neues Lied will ich dir singen, mit der Harfe von zehn Saiten will ich dir Psalmen singen;
10dir, der Rettung gibt den Königen, der seinen Knecht David entreißt dem verderblichen Schwerte.
11Reiße mich und errette mich aus der Hand der Söhne der Fremde, deren Mund Eitelkeit redet, und deren Rechte eine Rechte der Lüge ist;
12daß unsere Söhne in ihrer Jugend seien gleich hochgezogenen Pflanzen, unsere Töchter gleich behauenen Ecksäulen nach der Bauart eines Palastes;
13daß unsere Speicher voll seien, spendend von allerlei Art; daß unser Kleinvieh sich tausendfach mehre, zehntausendfach auf unseren Triften;
14daß unsere Rinder trächtig seien; daß kein Einbruch und kein Ausfall sei und kein Klaggeschrei auf unseren Straßen!
15Glückselig das Volk, dem also ist! Glückselig das Volk, dessen Gott Jehova ist!
Psalm 145
1Ein Lobgesang. Von David. Ich will dich erheben, mein Gott, du König, und deinen Namen preisen immer und ewiglich.
2Jeden Tag will ich dich preisen, und deinen Namen loben immer und ewiglich.
3Groß ist Jehova und sehr zu loben, und seine Größe ist unerforschlich.
4Ein Geschlecht wird dem anderen rühmen deine Werke, und deine Machttaten werden sie verkünden.
5Reden will ich von der herrlichen Pracht deiner Majestät und von deinen Wundertaten.
6Und sie werden sprechen von der Kraft deiner furchtbaren Taten, und deine Großtaten werde ich erzählen.
7Das Gedächtnis deiner großen Güte werden sie hervorströmen lassen, und deine Gerechtigkeit jubelnd preisen.
8Gnädig und barmherzig ist Jehova, langsam zum Zorn und groß an Güte.
9Jehova ist gut gegen alle, und seine Erbarmungen sind über alle seine Werke.
10Es werden dich loben, Jehova, alle deine Werke, und deine Frommen dich preisen.
11Sie werden sprechen von der Herrlichkeit deines Reiches und werden reden von deiner Macht,
12um den Menschenkindern kundzutun seine Machttaten und die prachtvolle Herrlichkeit seines Reiches.
13Dein Reich ist ein Reich aller Zeitalter, und deine Herrschaft durch alle Geschlechter hindurch.
14Jehova stützt alle Fallenden und richtet auf alle Niedergebeugten.
15Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit;
16Du tust deine Hand auf und sättigst alles Lebendige nach Begehr.
17Jehova ist gerecht in allen seinen Wegen und gütig in allen seinen Taten.
18Nahe ist Jehova allen, die ihn anrufen, allen, die ihn anrufen in Wahrheit.
19Er tut das Verlangen derer, die ihn fürchten; ihr Schreien hört er und rettet sie.
20Jehova bewahrt alle, die ihn lieben, und alle Gesetzlosen vertilgt er.
21Mein Mund soll das Lob Jehovas aussprechen; und alles Fleisch preise seinen heiligen Namen immer und ewiglich!
Psalm 146
1Lobet Jehova! Lobe Jehova, meine Seele!
2Loben will ich Jehova mein Leben lang, will Psalmen singen meinem Gott, solange ich bin.
3Vertrauet nicht auf Fürsten, auf einen Menschensohn, bei welchem keine Rettung ist!
4Sein Geist geht aus, er kehrt wieder zu seiner Erde: an selbigem Tage gehen seine Pläne zu Grunde.
5Glückselig der, dessen Hilfe der Gott Jakobs, dessen Hoffnung auf Jehova, seinen Gott, ist!
6Der Himmel und Erde gemacht hat, das Meer und alles, was in ihnen ist; der Wahrheit hält auf ewig;
7der Recht schafft den Bedrückten, der Brot gibt den Hungrigen. Jehova löst die Gebundenen.
8Jehova öffnet die Augen der Blinden, Jehova richtet auf die Niedergebeugten, Jehova liebt die Gerechten;
9Jehova bewahrt die Fremdlinge, die Waise und die Witwe hält er aufrecht; aber er krümmt den Weg der Gesetzlosen.
10Jehova wird regieren in Ewigkeit, dein Gott, Zion, von Geschlecht zu Geschlecht. Lobet Jehova!
Psalm 147
1Lobet Jehova! Denn es ist gut, unseren Gott zu besingen; denn es ist lieblich, es geziemt sich Lobgesang.
2Jehova baut Jerusalem, die Vertriebenen Israels sammelt er.
3Der da heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und ihre Wunden verbindet;
4der da zählt die Zahl der Sterne, sie alle nennt mit Namen.
5Groß ist unser Herr, und groß an Macht; seiner Einsicht ist kein Maß.
6Jehova hält aufrecht die Elenden; er erniedrigt bis zur Erde die Gesetzlosen.
7Stimmet Jehova einen Lobgesang an, singet Psalmen unserem Gott mit der Laute!
8Ihm, der die Himmel mit Wolken bedeckt, der Regen bereitet für die Erde, der Gras sprossen läßt auf den Bergen;
9der dem Vieh sein Futter gibt, den jungen Raben, die da rufen.
10Er hat nicht Lust an der Stärke des Rosses, noch Gefallen an den Beinen des Mannes;
11Jehova hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, an denen, die auf seine Güte harren.
12Rühme, Jerusalem, Jehova! Lobe, Zion, deinen Gott!
13Denn er hat befestigt die Riegel deiner Tore, hat deine Kinder gesegnet in deiner Mitte;
14Er, der Frieden stellt in deine Grenzen, dich sättigt mit dem Fette des Weizens;
15der seinen Befehl auf die Erde sendet: sehr schnell läuft sein Wort;
16der Schnee gibt wie Wolle, Reif wie Asche streut;
17der sein Eis wirft wie Brocken: wer kann bestehen vor seinem Frost?
18Er sendet sein Wort und schmelzt sie; er läßt seinen Wind wehen: es rieseln die Wasser.
19Er verkündet Jakob sein Wort, Israel seine Satzungen und seine Rechte.
20Keiner Nation hat er also getan; und die Rechte, sie haben sie nicht gekannt. Lobet Jehova!
Psalm 148
1Lobet Jehova! Lobet Jehova von den Himmeln her; lobet ihn in den Höhen!
2Lobet ihn, alle seine Engel; lobet ihn, alle seine Heerscharen!
3Lobet ihn, Sonne und Mond; lobet ihn, alle ihr leuchtenden Sterne!
4Lobet ihn, ihr Himmel der Himmel, und ihr Wasser, die ihr oberhalb der Himmel seid!
5Loben sollen sie den Namen Jehovas! Denn er gebot, und sie waren geschaffen;
6und er stellte sie hin für immer und ewig; er gab ihnen eine Satzung, und sie werden sie nicht überschreiten.
7Lobet Jehova von der Erde her, ihr Wasserungeheuer und alle Tiefen!
8Feuer und Hagel, Schnee und Nebel, du Sturmwind, der du ausrichtest sein Wort;
9ihr Berge und alle Hügel, Fruchtbäume und alle Zedern;
10wildes Getier und alles Vieh, kriechende Tiere und geflügeltes Gevögel!
11Ihr Könige der Erde und alle Völkerschaften, ihr Fürsten und alle Richter der Erde;
12ihr Jünglinge und auch ihr Jungfrauen, ihr Alten samt den Jungen!
13Loben sollen sie den Namen Jehovas! Denn sein Name ist hoch erhaben, er allein; seine Majestät ist über Erde und Himmel.
14Und er hat erhöht das Horn seines Volkes, das Lob all seiner Frommen, der Kinder Israel, des Volkes, das ihm nahe ist. Lobet Jehova!
Psalm 149
1Lobet Jehova! Singet Jehova ein neues Lied, sein Lob in der Versammlung der Frommen!
2Israel freue sich seines Schöpfers; die Kinder Zions sollen frohlocken über ihren König!
3Loben sollen sie seinen Namen mit Reigen, mit Tamburin und Laute ihm Psalmen singen!
4Denn Jehova hat Wohlgefallen an seinem Volke; er schmückt die Sanftmütigen mit Rettung.
5Es sollen jubeln die Frommen in Herrlichkeit, jauchzen auf ihren Lagern!
6Lobeserhebungen Gottes seien in ihrer Kehle, und ein zweischneidiges Schwert in ihrer Hand,
7um Rache auszuüben an den Nationen, Bestrafungen an den Völkerschaften;
8ihre Könige zu binden mit Ketten, und ihre Edlen mit eisernen Fesseln;
9an ihnen auszuüben das geschriebene Gericht! Das ist die Ehre aller seiner Frommen. Lobet Jehova!
Psalm 150
1Lobet Jehova! Lobet Gott in seinem Heiligtum; lobet ihn in der Feste seiner Stärke!
2Lobet ihn wegen seiner Machttaten; lobet ihn nach der Fülle seiner Größe!
3Lobet ihn mit Posaunenschall; lobet ihn mit Harfe und Laute!
4Lobet ihn mit Tamburin und Reigen; lobet ihn mit Saitenspiel und Schalmei!
5Lobet ihn mit klingenden Zimbeln; lobet ihn mit schallenden Zimbeln!
6Alles, was Odem hat, lobe Jah! Lobet Jehova!
Elberfelder Bibel (1905), gemeinfrei. Abgerufen von getbible.net; Verse werden nie von Hand getippt oder erzeugt.