Altes Testament · 31 Kapitel

Sprüche

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Sprüche 1

1Sprüche Salomos, des Sohnes Davids, des Königs von Israel:

2um Weisheit und Unterweisung zu kennen, um Worte des Verstandes zu verstehen,

3um zu empfangen einsichtsvolle Unterweisung, Gerechtigkeit und Recht und Geradheit;

4um Einfältigen Klugheit zu geben, dem Jüngling Erkenntnis und Besonnenheit.

5Der Weise wird hören und an Kenntnis zunehmen, und der Verständige wird sich weisen Rat erwerben;

6um einen Spruch zu verstehen und verschlungene Rede, Worte der Weisen und ihre Rätsel.

7Die Furcht Jehovas ist der Erkenntnis Anfang; die Narren verachten Weisheit und Unterweisung.

8Höre, mein Sohn, die Unterweisung deines Vaters, und verlaß nicht die Belehrung deiner Mutter!

9Denn sie werden ein anmutiger Kranz sein deinem Haupte und ein Geschmeide deinem Halse.

10Mein Sohn, wenn Sünder dich locken, so willige nicht ein.

11Wenn sie sagen: Geh mit uns, wir wollen auf Blut lauern, wollen den Unschuldigen nachstellen ohne Ursache;

12wir wollen sie lebendig verschlingen wie der Scheol, und unverletzt, gleich denen, welche plötzlich in die Grube hinabfahren;

13wir werden allerlei kostbares Gut erlangen, werden unsere Häuser mit Beute füllen;

14du sollst dein Los mitten unter uns werfen, wir alle werden einen Beutel haben:

15Mein Sohn, wandle nicht mit ihnen auf dem Wege, halte deinen Fuß zurück von ihrem Pfade;

16denn ihre Füße laufen dem Bösen zu, und sie eilen, Blut zu vergießen.

17Denn vergeblich wird das Netz ausgespannt vor den Augen alles Geflügelten;

18sie aber lauern auf ihr eigenes Blut, stellen ihren eigenen Seelen nach.

19So sind die Pfade aller derer, welche der Habsucht frönen: sie nimmt ihrem eigenen Herrn das Leben.

20Die Weisheit schreit draußen, sie läßt auf den Straßen ihre Stimme erschallen.

21Sie ruft an der Ecke lärmender Plätze; an den Eingängen der Tore, in der Stadt redet sie ihre Worte:

22Bis wann, ihr Einfältigen, wollt ihr Einfältigkeit lieben, und werden Spötter ihre Lust haben an Spott, und Toren Erkenntnis hassen?

23Wendet euch um zu meiner Zucht! Siehe, ich will euch meinen Geist hervorströmen lassen, will euch kundtun meine Reden.

24Weil ich gerufen, und ihr euch geweigert habt, meine Hand ausgestreckt, und niemand aufgemerkt hat,

25und ihr all meinen Rat verworfen, und meine Zucht nicht gewollt habt:

26so werde auch ich bei eurem Unglück lachen, werde spotten, wenn euer Schrecken kommt;

27wenn euer Schrecken kommt wie ein Unwetter, und euer Unglück hereinbricht wie ein Sturm, wenn Bedrängnis und Angst über euch kommen.

28Dann werden sie zu mir rufen, und ich werde nicht antworten; sie werden mich eifrig suchen, und mich nicht finden:

29darum, daß sie Erkenntnis gehaßt und die Furcht Jehovas nicht erwählt,

30nicht eingewilligt haben in meinen Rat, verschmäht alle meine Zucht.

31Und sie werden essen von der Frucht ihres Weges, und von ihren Ratschlägen sich sättigen.

32Denn die Abtrünnigkeit der Einfältigen wird sie töten, und die Sorglosigkeit der Toren sie umbringen;

33wer aber auf mich hört, wird sicher wohnen, und wird ruhig sein vor des Übels Schrecken.

Sprüche 2

1Mein Sohn, wenn du meine Reden annimmst und meine Gebote bei dir verwahrst,

2so daß du dein Ohr auf Weisheit merken läßt, dein Herz neigst zum Verständnis;

3ja, wenn du dem Verstande rufst, deine Stimme erhebst zum Verständnis;

4wenn du ihn suchst wie Silber, und wie nach verborgenen Schätzen ihm nachspürst:

5dann wirst du die Furcht Jehovas verstehen und die Erkenntnis Gottes finden.

6Denn Jehova gibt Weisheit; aus seinem Munde kommen Erkenntnis und Verständnis.

7Er bewahrt klugen Rat auf für die Aufrichtigen, er ist ein Schild denen, die in Vollkommenheit wandeln;

8indem er die Pfade des Rechts behütet und den Weg seiner Frommen bewahrt.

9Dann wirst du Gerechtigkeit verstehen und Recht und Geradheit, jede Bahn des Guten.

10Denn Weisheit wird in dein Herz kommen, und Erkenntnis wird deiner Seele lieblich sein;

11Besonnenheit wird über dich wachen, Verständnis dich behüten:

12um dich zu erretten von dem bösen Wege, von dem Manne, der Verkehrtes redet;

13die da verlassen die Pfade der Geradheit, um auf den Wegen der Finsternis zu wandeln;

14die sich freuen, Böses zu tun, über boshafte Verkehrtheit frohlocken;

15deren Pfade krumm sind, und die abbiegen in ihren Bahnen:

16um dich zu erretten von dem fremden Weibe, von der Fremden, die ihre Worte glättet;

17welche den Vertrauten ihrer Jugend verläßt und den Bund ihres Gottes vergißt.

18Denn zum Tode sinkt ihr Haus hinab, und ihre Bahnen zu den Schatten;

19alle, die zu ihr eingehen, kehren nicht wieder und erreichen nicht die Pfade des Lebens:

20Damit du wandelst auf dem Wege der Guten und die Pfade der Gerechten einhältst.

21Denn die Aufrichtigen werden das Land bewohnen, und die Vollkommenen darin übrigbleiben;

22aber die Gesetzlosen werden aus dem Lande ausgerottet, und die Treulosen daraus weggerissen werden.

Sprüche 3

1Mein Sohn, vergiß nicht meine Belehrung, und dein Herz bewahre meine Gebote.

2Denn Länge der Tage und Jahre des Lebens und Frieden werden sie dir mehren.

3Güte und Wahrheit mögen dich nicht verlassen; binde sie um deinen Hals, schreibe sie auf die Tafel deines Herzens;

4so wirst du Gunst finden und gute Einsicht in den Augen Gottes und der Menschen.

5Vertraue auf Jehova mit deinem ganzen Herzen, und stütze dich nicht auf deinen Verstand.

6Erkenne ihn auf allen deinen Wegen, und er wird gerade machen deine Pfade.

7Sei nicht weise in deinen Augen, fürchte Jehova und weiche vom Bösen:

8es wird Heilung sein für deinen Nabel und Saft für deine Gebeine.

9Ehre Jehova von deinem Vermögen und von den Erstlingen all deines Ertrages;

10so werden deine Speicher sich füllen mit Überfluß, und deine Kufen von Most überfließen.

11Mein Sohn, verwirf nicht die Unterweisung Jehovas, und laß dich seine Zucht nicht verdrießen.

12Denn wen Jehova liebt, den züchtigt er, und zwar wie ein Vater den Sohn, an dem er Wohlgefallen hat.

13Glückselig der Mensch, der Weisheit gefunden hat, und der Mensch, der Verständnis erlangt!

14Denn ihr Erwerb ist besser als der Erwerb von Silber, und ihr Gewinn besser als feines Gold;

15kostbarer ist sie als Korallen, und alles, was du begehren magst, kommt ihr an Wert nicht gleich.

16Länge des Lebens ist in ihrer Rechten, in ihrer Linken Reichtum und Ehre.

17Ihre Wege sind liebliche Wege, und alle ihre Pfade sind Frieden.

18Ein Baum des Lebens ist sie denen, die sie ergreifen, und wer sie festhält, ist glückselig.

19Jehova hat durch Weisheit die Erde gegründet, und durch Einsicht die Himmel festgestellt.

20Durch seine Erkenntnis sind hervorgebrochen die Tiefen, und die Wolken träufelten Tau herab.

21Mein Sohn, laß sie nicht von deinen Augen weichen, bewahre klugen Rat und Besonnenheit;

22so werden sie Leben sein für deine Seele und Anmut deinem Halse.

23Dann wirst du in Sicherheit deinen Weg gehen, und dein Fuß wird nicht anstoßen.

24Wenn du dich niederlegst, wirst du nicht erschrecken; und liegst du, so wird dein Schlaf süß sein.

25Fürchte dich nicht vor plötzlichem Schrecken, noch vor der Verwüstung der Gesetzlosen, wenn sie kommt;

26denn Jehova wird deine Zuversicht sein, und wird deinen Fuß vor dem Fange bewahren.

27Enthalte kein Gutes dem vor, welchem es zukommt, wenn es in der Macht deiner Hand steht, es zu tun.

28Sage nicht zu deinem Nächsten: Geh hin und komm wieder, und morgen will ich geben! da es doch bei dir ist.

29Schmiede nichts Böses wider deinen Nächsten, während er vertrauensvoll bei dir wohnt.

30Hadere nicht mit einem Menschen ohne Ursache, wenn er dir nichts Böses angetan hat.

31Beneide nicht den Mann der Gewalttat, und erwähle keinen von seinen Wegen.

32Denn der Verkehrte ist Jehova ein Greuel, aber sein Geheimnis ist bei den Aufrichtigen.

33Der Fluch Jehovas ist im Hause des Gesetzlosen, aber er segnet die Wohnung der Gerechten.

34Fürwahr, der Spötter spottet er, den Demütigen aber gibt er Gnade.

35Die Weisen erben Ehre, aber die Toren erhöht die Schande.

Sprüche 4

1Höret, Söhne, die Unterweisung des Vaters, und merket auf, um Verstand zu kennen!

2Denn gute Lehre gebe ich euch: verlasset meine Belehrung nicht.

3Denn ein Sohn bin ich meinem Vater gewesen, ein zarter und einziger vor meiner Mutter.

4Und er lehrte mich und sprach zu mir: Dein Herz halte meine Worte fest; beobachte meine Gebote und lebe.

5Erwirb Weisheit, erwirb Verstand; vergiß nicht und weiche nicht ab von den Reden meines Mundes.

6Verlaß sie nicht, und sie wird dich behüten; liebe sie, und sie wird dich bewahren.

7Der Weisheit Anfang ist: Erwirb Weisheit; und um alles, was du erworben hast, erwirb Verstand.

8Halte sie hoch, und sie wird dich erhöhen; sie wird dich zu Ehren bringen, wenn du sie umarmst.

9Sie wird deinem Haupte einen anmutigen Kranz verleihen, wird dir darreichen eine prächtige Krone.

10Höre, mein Sohn, und nimm meine Reden an! Und des Lebens Jahre werden sich dir mehren.

11Ich unterweise dich in dem Wege der Weisheit, leite dich auf Bahnen der Geradheit.

12Wenn du gehst, wird dein Schritt nicht beengt werden, und wenn du läufst, wirst du nicht straucheln.

13Halte fest an der Unterweisung, laß sie nicht los; bewahre sie, denn sie ist dein Leben.

14Komm nicht auf den Pfad der Gesetzlosen, und schreite nicht einher auf dem Wege der Bösen.

15Laß ihn fahren, geh nicht darauf; wende dich von ihm ab und geh vorbei.

16Denn sie schlafen nicht, wenn sie nichts Böses getan, und ihr Schlaf wird ihnen geraubt, wenn sie nicht zu Fall gebracht haben.

17Denn sie essen Brot der Gesetzlosigkeit, und trinken Wein der Gewalttaten.

18Aber der Pfad der Gerechten ist wie das glänzende Morgenlicht, das stets heller leuchtet bis zur Tageshöhe.

19Der Weg der Gesetzlosen ist dem Dunkel gleich; sie erkennen nicht, worüber sie straucheln.

20Mein Sohn, merke auf meine Worte, neige dein Ohr zu meinen Reden.

21Laß sie nicht von deinen Augen weichen, bewahre sie im Innern deines Herzens.

22Denn Leben sind sie denen, die sie finden, und Gesundheit ihrem ganzen Fleische.

23Behüte dein Herz mehr als alles, was zu bewahren ist; denn von ihm aus sind die Ausgänge des Lebens.

24Tue von dir die Verkehrtheit des Mundes, und die Verdrehtheit der Lippen entferne von dir.

25Laß deine Augen geradeaus blicken, und deine Wimpern stracks vor dich hin schauen.

26Ebne die Bahn deines Fußes, und alle deine Wege seien gerade;

27biege nicht aus zur Rechten noch zur Linken, wende deinen Fuß ab vom Bösen.

Sprüche 5

1Mein Sohn, merke auf meine Weisheit, neige dein Ohr zu meiner Einsicht,

2um Besonnenheit zu beobachten, und damit deine Lippen Erkenntnis bewahren.

3Denn Honigseim träufeln die Lippen der Fremden, und glatter als Öl ist ihr Gaumen;

4aber ihr Letztes ist bitter wie Wermut, scharf wie ein zweischneidiges Schwert.

5Ihre Füße steigen hinab zum Tode, an dem Scheol haften ihre Schritte.

6Damit sie nicht den Weg des Lebens einschlage, schweifen ihre Bahnen, ohne daß sie es weiß.

7Nun denn, ihr Söhne, höret auf mich, und weichet nicht ab von den Worten meines Mundes!

8Halte fern von ihr deinen Weg, und nahe nicht zu der Tür ihres Hauses:

9damit du nicht anderen deine Blüte gebest, und deine Jahre dem Grausamen;

10damit nicht Fremde sich sättigen an deinem Vermögen, und dein mühsam Erworbenes nicht komme in eines Ausländers Haus;

11und du nicht stöhnest bei deinem Ende, wenn dein Fleisch und dein Leib dahinschwinden, und sagest:

12Wie habe ich die Unterweisung gehaßt, und mein Herz hat die Zucht verschmäht!

13Und ich habe nicht gehört auf die Stimme meiner Unterweiser, und mein Ohr nicht zugeneigt meinen Lehrern.

14Wenig fehlte, so wäre ich in allem Bösen gewesen, inmitten der Versammlung und der Gemeinde.

15Trinke Wasser aus deiner Zisterne und Fließendes aus deinem Brunnen.

16Mögen nach außen sich ergießen deine Quellen, deine Wasserbäche auf die Straßen.

17Dir allein sollen sie gehören, und nicht Fremden mit dir.

18Deine Quelle sei gesegnet, und erfreue dich an dem Weibe deiner Jugend;

19die liebliche Hindin und anmutige Gemse, ihre Brüste mögen dich berauschen zu aller Zeit, taumle stets in ihrer Liebe.

20Und warum solltest du, mein Sohn, an einer Fremden taumeln, und den Busen einer Fremden umarmen?

21Denn vor den Augen Jehovas sind eines jeden Wege, und alle seine Geleise wägt er ab.

22Die eigenen Missetaten werden ihn, den Gesetzlosen, fangen, und in seiner Sünde Banden wird er festgehalten werden.

23Sterben wird er, weil ihm Zucht mangelt, und in der Größe seiner Torheit wird er dahintaumeln.

Sprüche 6

1Mein Sohn, wenn du Bürge geworden bist für deinen Nächsten, für einen anderen deine Hand eingeschlagen hast;

2bist du verstrickt durch die Worte deines Mundes, gefangen durch die Worte deines Mundes:

3tue denn dieses, mein Sohn, und reiße dich los, da du in deines Nächsten Hand gekommen bist; geh hin, wirf dich nieder, und bestürme deinen Nächsten;

4gestatte deinen Augen keinen Schlaf, und keinen Schlummer deinen Wimpern;

5reiße dich los wie eine Gazelle aus der Hand, und wie ein Vogel aus der Hand des Vogelstellers.

6Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh ihre Wege und werde weise.

7Sie, die keinen Richter, Vorsteher und Gebieter hat,

8sie bereitet im Sommer ihr Brot, hat in der Ernte ihre Nahrung eingesammelt.

9Bis wann willst du liegen, du Fauler? Wann willst du von deinem Schlafe aufstehen?

10Ein wenig Schlaf, ein wenig Schlummer, ein wenig Händefalten, um auszuruhen:

11und deine Armut wird kommen wie ein rüstig Zuschreitender, und deine Not wie ein gewappneter Mann.

12Ein Belialsmensch, ein heilloser Mann ist, wer umhergeht mit Verkehrtheit des Mundes,

13mit seinen Augen zwinkt, mit seinen Füßen scharrt, mit seinen Fingern deutet.

14Verkehrtheiten sind in seinem Herzen; er schmiedet Böses zu aller Zeit, streut Zwietracht aus.

15Darum wird plötzlich sein Verderben kommen; im Augenblick wird er zerschmettert werden ohne Heilung.

16Sechs sind es, die Jehova haßt, und sieben sind seiner Seele ein Greuel:

17Hohe Augen, eine Lügenzunge, und Hände, die unschuldiges Blut vergießen;

18ein Herz, welches heillose Anschläge schmiedet, Füße, die eilends zum Bösen hinlaufen;

19wer Lügen ausspricht als falscher Zeuge, und wer Zwietracht ausstreut zwischen Brüdern.

20Mein Sohn, bewahre das Gebot deines Vaters, und verlaß nicht die Belehrung deiner Mutter;

21binde sie stets auf dein Herz, knüpfe sie um deinen Hals.

22Wenn du einhergehst, wird sie dich leiten; wenn du dich niederlegst, wird sie über dich wachen; und erwachst du, so wird sie mit dir reden.

23Denn das Gebot ist eine Leuchte, und die Belehrung ein Licht; und die Zurechtweisung der Zucht sind der Weg des Lebens:

24um dich zu bewahren vor dem bösen Weibe, vor der Glätte der Zunge einer Fremden.

25Begehre nicht in deinem Herzen nach ihrer Schönheit, und sie fange dich nicht mit ihren Wimpern!

26Denn um eines hurerischen Weibes willen kommt man bis auf einen Laib Brot, und eines Mannes Weib stellt einer kostbaren Seele nach.

27Sollte jemand Feuer in seinen Busen nehmen, ohne daß seine Kleider verbrennten?

28Oder sollte jemand über glühende Kohlen gehen, ohne daß seine Füße versengt würden?

29So der, welcher zu dem Weibe seines Nächsten eingeht: keiner, der sie berührt, wird für schuldlos gehalten werden.

30Man verachtet den Dieb nicht, wenn er stiehlt, um seine Gier zu stillen, weil ihn hungert;

31und wenn er gefunden wird, kann er siebenfach erstatten, kann alles Gut seines Hauses hingeben.

32Wer mit einem Weibe Ehebruch begeht, ist unsinnig; wer seine Seele verderben will, der tut solches.

33Plage und Schande wird er finden, und seine Schmach wird nicht ausgelöscht werden.

34Denn Eifersucht ist eines Mannes Grimm, und am Tage der Rache schont er nicht.

35Er nimmt keine Rücksicht auf irgendwelche Sühne und willigt nicht ein, magst du auch das Geschenk vergrößern.

Sprüche 7

1Mein Sohn, bewahre meine Worte, und birg bei dir meine Gebote;

2bewahre meine Gebote und lebe, und meine Belehrung wie deinen Augapfel.

3Binde sie um deine Finger, schreibe sie auf die Tafel deines Herzens.

4Sprich zur Weisheit: Du bist meine Schwester! Und nenne den Verstand deinen Verwandten;

5damit sie dich bewahre vor dem fremden Weibe, vor der Fremden, die ihre Worte glättet.

6Denn an dem Fenster meines Hauses schaute ich durch mein Gitter hinaus;

7und ich sah unter den Einfältigen, gewahrte unter den Söhnen einen unverständigen Jüngling,

8der hin und her ging auf der Straße, neben ihrer Ecke, und den Weg nach ihrem Hause schritt,

9in der Dämmerung, am Abend des Tages, in der Mitte der Nacht und in der Dunkelheit.

10Und siehe, ein Weib kam ihm entgegen im Anzug einer Hure und mit verstecktem Herzen.

11Sie ist leidenschaftlich und unbändig, ihre Füße bleiben nicht in ihrem Hause;

12bald ist sie draußen, bald auf den Straßen, und neben jeder Ecke lauert sie.

13Und sie ergriff ihn und küßte ihn, und mit unverschämtem Angesicht sprach sie zu ihm:

14Friedensopfer lagen mir ob, heute habe ich meine Gelübde bezahlt;

15darum bin ich ausgegangen, dir entgegen, um dein Antlitz zu suchen, und dich habe dich gefunden.

16Mit Teppichen habe ich mein Bett bereitet, mit bunten Decken von ägyptischem Garne;

17ich habe mein Lager benetzt mit Myrrhe, Aloe und Zimmet.

18Komm, wir wollen uns in Liebe berauschen bis an den Morgen, an Liebkosungen uns ergötzen.

19Denn der Mann ist nicht zu Hause, er ist auf eine weite Reise gegangen;

20er hat den Geldbeutel in seine Hand genommen, am Tage des Vollmondes wird er heimkehren.

21Sie verleitete ihn durch ihr vieles Bereden, riß ihn fort durch die Glätte ihrer Lippen.

22Auf einmal ging er ihr nach, wie ein Ochs zur Schlachtbank geht, und wie Fußfesseln zur Züchtigung des Narren dienen,

23bis ein Pfeil seine Leber zerspaltet; wie ein Vogel zur Schlinge eilt und nicht weiß, daß es sein Leben gilt.

24Nun denn, ihr Söhne, höret auf mich, und horchet auf die Worte meines Mundes!

25Dein Herz wende sich nicht ab nach ihren Wegen, und irre nicht umher auf ihren Pfaden!

26Denn viele Erschlagene hat sie niedergestreckt, und zahlreich sind alle ihre Ermordeten.

27Ihr Haus sind Wege zum Scheol, die hinabführen zu den Kammern des Todes.

Sprüche 8

1Ruft nicht die Weisheit, und läßt nicht die Einsicht ihre Stimme erschallen?

2Oben auf den Erhöhungen am Wege, da wo Pfade zusammenstoßen, hat sie sich aufgestellt.

3Zur Seite der Tore, wo die Stadt sich auftut, am Eingang der Pforten schreit sie:

4Zu euch, ihr Männer, rufe ich, und meine Stimme ergeht an die Menschenkinder.

5Lernet Klugheit, ihr Einfältigen, und ihr Toren, lernet Verstand!

6Höret! Denn Vortreffliches will ich reden, und das Auftun meiner Lippen soll Geradheit sein.

7Denn mein Gaumen spricht Wahrheit aus, und Gesetzlosigkeit ist meinen Lippen ein Greuel.

8Alle Worte meines Mundes sind in Gerechtigkeit; es ist nichts Verdrehtes und Verkehrtes in ihnen.

9Sie alle sind richtig dem Verständigen, und gerade denen, die Erkenntnis erlangt haben.

10Nehmet an meine Unterweisung, und nicht Silber, und Erkenntnis lieber als auserlesenes, feines Gold.

11Denn Weisheit ist besser als Korallen, und alles, was man begehren mag, kommt ihr nicht gleich.

12Ich, Weisheit, bewohne die Klugheit, und finde die Erkenntnis der Besonnenheit.

13Die Furcht Jehovas ist: das Böse hassen. Hoffart und Hochmut und den Weg des Bösen und den Mund der Verkehrtheit hasse ich.

14Mein sind Rat und Einsicht; ich bin der Verstand, mein ist die Stärke.

15Durch mich regieren Könige, und Fürsten treffen gerechte Entscheidungen;

16durch mich herrschen Herrscher und Edle, alle Richter der Erde.

17Ich liebe, die mich lieben; und die mich früh suchen, werden mich finden.

18Reichtum und Ehre sind bei mir, bleibendes Gut und Gerechtigkeit.

19Meine Furcht ist besser als feines Gold und gediegenes Gold, und mein Ertrag als auserlesenes Silber.

20Ich wandle auf dem Pfade der Gerechtigkeit, mitten auf den Steigen des Rechts;

21um die, die mich lieben, beständiges Gut erben zu lassen, und um ihre Vorratskammern zu füllen.

22Jehova besaß mich im Anfang seines Weges, vor seinen Werken von jeher.

23Ich war eingesetzt von Ewigkeit her, von Anbeginn, vor den Uranfängen der Erde.

24Ich war geboren, als die Tiefen noch nicht waren, als noch keine Quellen waren, reich an Wasser.

25Ehe die Berge eingesenkt wurden, vor den Hügeln war ich geboren;

26als er die Erde und die Fluren noch nicht gemacht hatte, und den Beginn der Schollen des Erdkreises.

27Als er die Himmel feststellte, war ich da, als er einen Kreis abmaß über der Fläche der Tiefe;

28als er die Wolken droben befestigte, als er Festigkeit gab den Quellen der Tiefe;

29als er dem Meere seine Schranken setzte, daß die Wasser seinen Befehl nicht überschritten, als er die Grundfesten der Erde feststellte:

30da war ich Schoßkind bei ihm, und war Tag für Tag seine Wonne, vor ihm mich ergötzend allezeit,

31mich ergötzend auf dem bewohnten Teile seiner Erde; und meine Wonne war bei den Menschenkindern.

32Nun denn, ihr Söhne, höret auf mich: Glückselig sind, die meine Wege bewahren!

33Höret Unterweisung und werdet weise, und verwerfet sie nicht!

34Glückselig der Mensch, der auf mich hört, indem er an meinen Türen wacht Tag für Tag, die Pfosten meiner Tore hütet!

35Denn wer mich findet, hat das Leben gefunden und Wohlgefallen erlangt von Jehova.

36Wer aber an mir sündigt, tut seiner Seele Gewalt an; alle, die mich hassen, lieben den Tod.

Sprüche 9

1Die Weisheit hat ihr Haus gebaut, hat ihre sieben Säulen ausgehauen;

2sie hat ihr Schlachtvieh geschlachtet, ihren Wein gemischt, auch ihren Tisch gedeckt;

3sie hat ihre Mägde ausgesandt, ladet ein auf den Höhen der Stadt:

4"Wer ist einfältig? Er wende sich hierher!" Zu den Unverständigen spricht sie:

5"Kommet, esset von meinem Brote, und trinket von dem Weine, den ich gemischt habe!

6Lasset ab von der Einfältigkeit und lebet, und schreitet einher auf dem Wege des Verstandes!"

7Wer den Spötter zurechtweist, zieht sich Schande zu; und wer den Gesetzlosen straft, sein Schandfleck ist es.

8Strafe den Spötter nicht, daß er dich nicht hasse; strafe den Weisen, und er wird dich lieben.

9Gib dem Weisen, so wird er noch weiser; belehre den Gerechten, so wird er an Kenntnis zunehmen.

10Die Furcht Jehovas ist der Weisheit Anfang; und die Erkenntnis des Heiligen ist Verstand.

11Denn durch mich werden deine Tage sich mehren, und Jahre des Lebens werden dir hinzugefügt werden.

12Wenn du weise bist, so bist du weise für dich; und spottest du, so wirst du allein es tragen.

13Frau Torheit ist leidenschaftlich; sie ist lauter Einfältigkeit und weiß gar nichts.

14Und sie sitzt am Eingang ihres Hauses, auf einem Sitze an hochgelegenen Stellen der Stadt,

15um einzuladen, die des Weges vorübergehen, die ihre Pfade gerade halten:

16"Wer ist einfältig? Er wende sich hierher!" Und zu dem Unverständigen spricht sie:

17"Gestohlene Wasser sind süß, und heimliches Brot ist lieblich".

18Und er weiß nicht, daß dort die Schatten sind, in den Tiefen des Scheols ihre Geladenen.

Sprüche 10

1Ein weiser Sohn erfreut den Vater, aber ein törichter Sohn ist seiner Mutter Kummer.

2Schätze der Gesetzlosigkeit nützen nichts, aber Gerechtigkeit errettet vom Tode.

3Jehova läßt die Seele des Gerechten nicht hungern, aber die Gier der Gesetzlosen stößt er hinweg.

4Wer mit lässiger Hand schafft, wird arm; aber die Hand der Fleißigen macht reich.

5Wer im Sommer einsammelt, ist ein einsichtsvoller Sohn; wer zur Erntezeit in tiefem Schlafe liegt, ist ein Sohn, der Schande bringt.

6Dem Haupte des Gerechten werden Segnungen zuteil, aber den Mund der Gesetzlosen bedeckt Gewalttat.

7Das Gedächtnis des Gerechten ist zum Segen, aber der Name der Gesetzlosen verwest.

8Wer weisen Herzens ist, nimmt Gebote an; aber ein närrischer Schwätzer kommt zu Fall.

9Wer in Vollkommenheit wandelt, wandelt sicher; wer aber seine Wege krümmt, wird bekannt werden.

10Wer mit den Augen zwinkt, verursacht Kränkung; und ein närrischer Schwätzer kommt zu Fall.

11Ein Born des Lebens ist der Mund des Gerechten, aber den Mund der Gesetzlosen bedeckt Gewalttat.

12Haß erregt Zwietracht, aber Liebe deckt alle Übertretungen zu.

13Auf den Lippen des Verständigen wird Weisheit gefunden; aber der Stock gebührt dem Rücken des Unverständigen.

14Die Weisen bewahren Erkenntnis auf, aber der Mund des Narren ist drohender Unglücksfall.

15Der Wohlstand des Reichen ist seine feste Stadt, der Unglücksfall der Geringen ihre Armut.

16Der Erwerb des Gerechten gereicht zum Leben, der Ertrag des Gesetzlosen zur Sünde.

17Es ist der Pfad zum Leben, wenn einer Unterweisung beachtet; wer aber Zucht unbeachtet läßt, geht irre.

18Wer Haß verbirgt, hat Lügenlippen; und wer Verleumdung ausbringt, ist ein Tor.

19Bei der Menge der Worte fehlt Übertretung nicht; wer aber seine Lippen zurückhält, ist einsichtsvoll.

20Die Zunge des Gerechten ist auserlesenes Silber, der Verstand der Gesetzlosen ist wenig wert.

21Die Lippen des Gerechten weiden viele, aber die Narren sterben durch Mangel an Verstand.

22Der Segen Jehovas, er macht reich, und Anstrengung fügt neben ihm nichts hinzu.

23Dem Toren ist es wie ein Spiel, Schandtat zu verüben, und Weisheit zu üben dem verständigen Manne.

24Wovor dem Gesetzlosen bangt, das wird über ihn kommen, und das Begehren der Gerechten wird gewährt.

25Wie ein Sturmwind daherfährt, so ist der Gesetzlose nicht mehr; aber der Gerechte ist ein ewig fester Grund.

26Wie der Essig den Zähnen, und wie der Rauch den Augen, so ist der Faule denen, die ihn senden.

27Die Furcht Jehovas mehrt die Tage, aber die Jahre der Gesetzlosen werden verkürzt.

28Das Harren der Gerechten wird Freude, aber die Hoffnung der Gesetzlosen wird zunichte.

29Der Weg Jehovas ist eine Feste für die Vollkommenheit, aber Untergang für die, welche Frevel tun.

30Der Gerechte wird nicht wanken in Ewigkeit, aber die Gesetzlosen werden das Land nicht bewohnen.

31Der Mund des Gerechten sproßt Weisheit, aber die Zunge der Verkehrtheit wird ausgerottet werden.

32Die Lippen des Gerechten verstehen sich auf Wohlgefälliges, aber der Mund der Gesetzlosen ist Verkehrtheit.

Sprüche 11

1Trügerische Waagschalen sind Jehova ein Greuel, aber volles Gewicht ist sein Wohlgefallen.

2Kommt Übermut, so kommt auch Schande; bei den Bescheidenen aber ist Weisheit.

3Die Unsträflichkeit der Aufrichtigen leitet sie, aber Treulosen Verkehrtheit zerstört sie.

4Vermögen nützt nichts am Tage des Zornes, aber Gerechtigkeit errettet vom Tode.

5Des Vollkommenen Gerechtigkeit macht seinen Weg gerade, aber der Gesetzlose fällt durch seine Gesetzlosigkeit.

6Der Aufrichtigen Gerechtigkeit errettet sie, aber die Treulosen werden gefangen in ihrer Gier.

7Wenn ein gesetzloser Mensch stirbt, wird seine Hoffnung zunichte, und die Erwartung der Frevler ist zunichte geworden.

8Der Gerechte wird aus der Drangsal befreit, und der Gesetzlose tritt an seine Stelle.

9Mit dem Munde verdirbt der Ruchlose seinen Nächsten, aber durch Erkenntnis werden die Gerechten befreit.

10Die Stadt frohlockt beim Wohle der Gerechten, und beim Untergang der Gesetzlosen ist Jubel.

11Durch den Segen der Aufrichtigen kommt eine Stadt empor, aber durch den Mund der Gesetzlosen wird sie niedergerissen.

12Wer seinen Nächsten verachtet, hat keinen Verstand; aber ein verständiger Mann schweigt still.

13Wer als Verleumder umhergeht, deckt das Geheimnis auf; wer aber treuen Geistes ist, deckt die Sache zu.

14Wo keine Führung ist, verfällt ein Volk; aber Heil ist bei der Menge der Ratgeber.

15Sehr schlecht ergeht's einem, wenn er für einen anderen Bürge geworden ist; wer aber das Handeinschlagen haßt, ist sicher.

16Ein anmutiges Weib erlangt Ehre, und Gewalttätige erlangen Reichtum.

17Sich selbst tut der Mildtätige wohl, der Unbarmherzige aber tut seinem Fleische wehe.

18Der Gesetzlose schafft sich trüglichen Gewinn, wer aber Gerechtigkeit sät, wahrhaftigen Lohn.

19Wie die Gerechtigkeit zum Leben, so gereicht es dem, der Bösem nachjagt, zu seinem Tode.

20Die verkehrten Herzens sind, sind Jehova ein Greuel; aber sein Wohlgefallen sind die im Wege Vollkommenen.

21Die Hand darauf! Der Böse wird nicht für schuldlos gehalten werden; aber der Same der Gerechten wird entrinnen.

22Ein goldener Ring in der Nase eines Schweines, so ist ein schönes Weib ohne Anstand.

23Das Begehren der Gerechten ist nur Gutes; die Hoffnung der Gesetzlosen ist der Grimm.

24Da ist einer, der ausstreut, und er bekommt noch mehr; und einer, der mehr spart als recht ist, und es ist nur zum Mangel.

25Die segnende Seele wird reichlich gesättigt, und der Tränkende wird auch selbst getränkt.

26Wer Korn zurückhält, den verflucht das Volk; aber Segen wird dem Haupte dessen zuteil, der Getreide verkauft.

27Wer das Gute eifrig sucht, sucht Wohlgefallen; wer aber nach Bösem trachtet, über ihn wird es kommen.

28Wer auf seinen Reichtum vertraut, der wird fallen; aber die Gerechten werden sprossen wie Laub.

29Wer sein Haus verstört, wird Wind erben; und der Narr wird ein Knecht dessen, der weisen Herzens ist.

30Die Frucht des Gerechten ist ein Baum des Lebens, und der Weise gewinnt Seelen.

31Siehe, dem Gerechten wird auf Erden vergolten, wieviel mehr dem Gesetzlosen und Sünder!

Sprüche 12

1Wer Unterweisung liebt, liebt Erkenntnis; und wer Zucht haßt, ist dumm.

2Der Gütige erlangt Wohlgefallen von Jehova, aber den Mann der Ränke spricht er schuldig.

3Ein Mensch wird nicht bestehen durch Gesetzlosigkeit, aber die Wurzel der Gerechten wird nicht erschüttert werden.

4Ein wackeres Weib ist ihres Mannes Krone, aber wie Fäulnis in seinen Gebeinen ist ein schändliches.

5Die Gedanken der Gerechten sind Recht, die Überlegungen der Gesetzlosen sind Betrug.

6Die Worte der Gesetzlosen sind ein Lauern auf Blut; aber der Mund der Aufrichtigen errettet sie.

7Man kehrt die Gesetzlosen um, und sie sind nicht mehr; aber das Haus der Gerechten bleibt bestehen.

8Gemäß seiner Einsicht wird ein Mann gelobt; wer aber verkehrten Herzens ist, wird zur Verachtung sein.

9Besser, wer gering ist und einen Knecht hat, als wer vornehm tut und hat Mangel an Brot.

10Der Gerechte kümmert sich um das Leben seines Viehes, aber das Herz der Gesetzlosen ist grausam.

11Wer sein Land bebaut, wird mit Brot gesättigt werden; wer aber nichtigen Dingen nachjagt, ist unverständig.

12Den Gesetzlosen gelüstete nach dem Raube der Bösen, aber die Wurzel der Gerechten trägt ein.

13In der Übertretung der Lippen ist ein böser Fallstrick, aber der Gerechte entgeht der Drangsal.

14Von der Frucht seines Mundes wird ein Mann mit Gutem gesättigt, und das Tun der Hände eines Menschen kehrt zu ihm zurück.

15Der Weg des Narren ist richtig in seinen Augen, aber der Weise hört auf Rat.

16Der Unmut des Narren tut sich am selben Tage kund, aber der Kluge verbirgt den Schimpf.

17Wer Wahrheit ausspricht, tut Gerechtigkeit kund, aber ein falscher Zeuge Trug.

18Da ist einer, der unbesonnene Worte redet gleich Schwertstichen; aber die Zunge der Weisen ist Heilung.

19Die Lippe der Wahrheit besteht ewiglich, aber nur einen Augenblick die Zunge der Lüge.

20Trug ist im Herzen derer, die Böses schmieden; bei denen aber, die Frieden planen, ist Freude.

21Dem Gerechten wird keinerlei Unheil widerfahren, aber die Gesetzlosen haben Übel die Fülle.

22Die Lippen der Lüge sind Jehova ein Greuel, die aber, welche Wahrheit üben, sein Wohlgefallen.

23Ein kluger Mensch hält die Erkenntnis verborgen, aber das Herz der Toren ruft Narrheit aus.

24Die Hand der Fleißigen wird herrschen, aber die lässige wird fronpflichtig sein.

25Kummer im Herzen des Mannes beugt es nieder, aber ein gutes Wort erfreut es.

26Der Gerechte weist seinem Nächsten den Weg, aber der Weg der Gesetzlosen führt sie irre.

27Nicht erjagt der Lässige sein Wild; aber kostbares Gut eines Menschen ist es, wenn er fleißig ist.

28Auf dem Pfade der Gerechtigkeit ist Leben, und kein Tod auf dem Wege ihres Steiges.

Sprüche 13

1Ein weiser Sohn hört auf die Unterweisung des Vaters, aber ein Spötter hört nicht auf Schelten.

2Von der Frucht seines Mundes ißt ein Mann Gutes, aber die Seele der Treulosen ißt Gewalttat.

3Wer seinen Mund bewahrt, behütet seine Seele; wer seine Lippen aufreißt, dem wird's zum Untergang.

4Die Seele des Faulen begehrt, und nichts ist da; aber die Seele der Fleißigen wird reichlich gesättigt.

5Der Gerechte haßt Lügenrede, aber der Gesetzlose handelt schändlich und schmählich.

6Die Gerechtigkeit behütet den im Wege Vollkommenen, und die Gesetzlosigkeit kehrt den Sünder um.

7Da ist einer, der sich reich stellt und hat gar nichts, und einer, der sich arm stellt und hat viel Vermögen.

8Lösegeld für das Leben eines Mannes ist sein Reichtum, aber der Arme hört keine Drohung.

9Das Licht der Gerechten brennt fröhlich, aber die Leuchte der Gesetzlosen erlischt.

10Durch Übermut gibt es nur Zank; bei denen aber, die sich raten lassen, Weisheit.

11Vermögen, das auf nichtige Weise erworben ist, vermindert sich; wer aber allmählich sammelt, vermehrt es.

12Lang hingezogenes Harren macht das Herz krank, aber ein eingetroffener Wunsch ist ein Baum des Lebens.

13Wer das Wort verachtet, wird von ihm gepfändet; wer aber das Gebot fürchtet, dem wird vergolten werden.

14Die Belehrung des Weisen ist ein Born des Lebens, um zu entgehen den Fallstricken des Todes.

15Gute Einsicht verschafft Gunst, aber der Treulosen Weg ist hart.

16Jeder Kluge handelt mit Bedacht; ein Tor aber breitet Narrheit aus.

17Ein gottloser Bote fällt in Unglück, aber ein treuer Gesandter ist Gesundheit.

18Armut und Schande dem, der Unterweisung verwirft; wer aber Zucht beachtet wird geehrt.

19Ein erfülltes Begehren ist der Seele süß, und den Toren ist's ein Greuel, vom Bösen zu weichen.

20Wer mit Weisen umgeht, wird weise; aber wer sich zu Toren gesellt, wird schlecht.

21Das Böse verfolgt die Sünder, aber den Gerechten wird man mit Gutem vergelten.

22Der Gute vererbt auf Kindeskinder, aber des Sünders Reichtum ist aufbewahrt für den Gerechten.

23Der Neubruch der Armen gibt viel Speise, aber mancher geht zu Grunde durch Unrechtlichkeit.

24Wer seine Rute spart, haßt seinen Sohn, aber wer ihn lieb hat, sucht ihn früh heim mit Züchtigung.

25Der Gerechte ißt bis zur Sättigung seiner Seele, aber der Leib der Gesetzlosen muß darben.

Sprüche 14

1Der Weiber Weisheit baut ihr Haus, und ihre Narrheit reißt es mit eigenen Händen nieder.

2Wer in seiner Geradheit wandelt, fürchtet Jehova; wer aber in seinen Wegen verkehrt ist, verachtet ihn.

3Im Munde des Narren ist eine Gerte des Hochmuts; aber die Lippen der Weisen, sie bewahren sie.

4Wo keine Rinder sind, ist die Krippe rein; aber viel Ertrag ist durch des Stieres Kraft.

5Ein treuer Zeuge lügt nicht, aber ein falscher Zeuge spricht Lügen aus.

6Der Spötter sucht Weisheit, und sie ist nicht da; aber für den Verständigen ist Erkenntnis leicht.

7Geh hinweg von einem törichten Manne und bei wem du nicht Lippen der Erkenntnis merkst.

8Die Weisheit des Klugen ist, auf seinen Weg zu merken, und die Narrheit der Toren ist Betrug.

9Die Schuld spottet der Narren, aber unter den Aufrichtigen ist Wohlwollen.

10Das Herz kennt seine eigene Bitterkeit, und kein Fremder kann sich in seine Freude mischen.

11Das Haus der Gesetzlosen wird vertilgt werden, aber das Zelt der Aufrichtigen wird emporblühen.

12Da ist der Weg, der einem Menschen gerade erscheint, aber sein Ende sind Wege des Todes.

13Auch beim Lachen hat das Herz Kummer, und ihr, der Freude, Ende ist Traurigkeit.

14Von seinen Wegen wird gesättigt, wer abtrünnigen Herzens ist, und von dem, was in ihm ist, der gute Mann.

15Der Einfältige glaubt jedem Worte, aber der Kluge merkt auf seine Schritte.

16Der Weise fürchtet sich und meidet das Böse, aber der Tor braust auf und ist sorglos.

17Der Jähzornige begeht Narrheit, und der Mann von Ränken wird gehaßt. gekrönt.

18Die Einfältigen erben Narrheit, die Klugen aber werden mit Erkenntnis gekrönt.

19Die Bösen beugen sich vor den Guten, und die Gesetzlosen stehen an den Toren des Gerechten.

20Selbst von seinem Nächsten wird der Arme gehaßt; aber derer, die den Reichen lieben, sind viele.

21Wer seinen Nächsten verachtet, sündigt; wer aber der Elenden sich erbarmt, ist glücklich.

22Werden nicht irregehen, die Böses schmieden, aber Güte und Wahrheit finden, die Gutes schmieden?

23Bei jeder Mühe wird Gewinn sein, aber Lippengerede gereicht nur zum Mangel.

24Der Weisen Krone ist ihr Reichtum; die Narrheit der Toren ist Narrheit.

25Ein wahrhaftiger Zeuge errettet Seelen; wer aber Lügen ausspricht, ist lauter Trug.

26In der Furcht Jehovas ist ein starkes Vertrauen, und seine Kinder haben eine Zuflucht.

27Die Furcht Jehovas ist ein Born des Lebens, um zu entgehen den Fallstricken des Todes.

28In der Menge des Volkes ist die Herrlichkeit eines Königs, aber im Schwinden der Bevölkerung eines Fürsten Untergang.

29Ein Langmütiger hat viel Verstand, aber ein Jähzorniger erhöht die Narrheit.

30Ein gelassenes Herz ist des Leibes Leben, aber Ereiferung ist Fäulnis der Gebeine.

31Wer den Armen bedrückt, verhöhnt den, der ihn gemacht hat; wer aber des Dürftigen sich erbarmt, ehrt ihn.

32In seinem Unglück wird der Gesetzlose umgestoßen, aber der Gerechte vertraut auch in seinem Tode.

33Die Weisheit ruht im Herzen des Verständigen; aber was im Inneren der Toren ist, tut sich kund.

34Gerechtigkeit erhöht eine Nation, aber Sünde ist der Völker Schande.

35Des Königs Gunst wird dem einsichtigen Knechte zuteil; aber der Schändliche wird Gegenstand seines Grimmes sein.

Sprüche 15

1Eine gelinde Antwort wendet den Grimm ab, aber ein kränkendes Wort erregt den Zorn.

2Die Zunge der Weisen spricht tüchtiges Wissen aus, aber der Mund der Toren sprudelt Narrheit.

3Die Augen Jehovas sind an jedem Orte, schauen aus auf Böse und auf Gute.

4Lindigkeit der Zunge ist ein Baum des Lebens, aber Verkehrtheit in ihr ist eine Verwundung des Geistes.

5Ein Narr verschmäht die Unterweisung seines Vaters; wer aber die Zucht beachtet, ist klug.

6Das Haus des Gerechten ist eine große Schatzkammer; aber im Einkommen des Gesetzlosen ist Zerrüttung.

7Die Lippen der Weisen streuen Erkenntnis aus, aber nicht also das Herz der Toren.

8Das Opfer der Gesetzlosen ist Jehova ein Greuel, aber das Gebet der Aufrichtigen sein Wohlgefallen.

9Der Weg des Gesetzlosen ist Jehova ein Greuel; wer aber der Gerechtigkeit nachjagt, den liebt er.

10Schlimme Züchtigung wird dem zuteil, der den Pfad verläßt; wer Zucht haßt, wird sterben.

11Scheol und Abgrund sind vor Jehova, wieviel mehr die Herzen der Menschenkinder!

12Der Spötter liebt es nicht, daß man ihn zurechtweise; zu den Weisen geht er nicht.

13Ein frohes Herz erheitert das Antlitz; aber bei Kummer des Herzens ist der Geist zerschlagen.

14Des Verständigen Herz sucht Erkenntnis, aber der Mund der Toren weidet sich an Narrheit.

15Alle Tage des Elenden sind böse, aber ein fröhliches Herz ist ein beständiges Festmahl.

16Besser wenig mit der Furcht Jehovas, als ein großer Schatz und Unruhe dabei.

17Besser ein Gericht Gemüse und Liebe dabei, als ein gemästeter Ochs und Haß dabei.

18Ein zorniger Mann erregt Zank, aber ein Langmütiger beschwichtigt den Streit.

19Der Weg des Faulen ist wie eine Dornhecke, aber der Pfad der Aufrichtigen ist gebahnt.

20Ein weiser Sohn erfreut den Vater, aber ein törichter Mensch verachtet seine Mutter.

21Die Narrheit ist dem Unverständigen Freude, aber ein verständiger Mann wandelt geradeaus.

22Pläne scheitern, wo keine Besprechung ist; aber durch viele Ratgeber kommen sie zustande.

23Ein Mann hat Freude an der Antwort seines Mundes; und ein Wort zu seiner Zeit, wie gut!

24Der Weg des Lebens ist für den Einsichtigen aufwärts, damit er dem Scheol unten entgehe.

25Das Haus der Hoffärtigen reißt Jehova nieder, aber der Witwe Grenze stellt er fest.

26Böse Anschläge sind Jehova ein Greuel, aber huldvolle Worte sind rein.

27Wer der Habsucht frönt, verstört sein Haus; wer aber Geschenke haßt, wird leben.

28Das Herz des Gerechten überlegt, um zu antworten; aber der Mund der Gesetzlosen sprudelt Bosheiten.

29Jehova ist fern von den Gesetzlosen, aber das Gebet der Gerechten hört er.

30Das Leuchten der Augen erfreut das Herz; eine gute Nachricht labt das Gebein.

31Ein Ohr, das auf die Zucht zum Leben hört, wird inmitten der Weisen weilen.

32Wer Unterweisung verwirft, verachtet seine Seele; wer aber auf Zucht hört, erwirbt Verstand.

33Die Furcht Jehovas ist Unterweisung zur Weisheit, und der Ehre geht Demut voraus.

Sprüche 16

1Die Entwürfe des Herzens sind des Menschen, aber die Antwort der Zunge kommt von Jehova.

2Alle Wege eines Mannes sind rein in seinen Augen, aber Jehova wägt die Geister.

3Befiehl Jehova deine Werke, und deine Gedanken werden zustande kommen.

4Jehova hat alles zu seiner Absicht gemacht, und auch den Gesetzlosen für den Tag des Unglücks.

5Jeder Hochmütige ist Jehova ein Greuel; die Hand darauf! Er wird nicht für schuldlos gehalten werden.

6Durch Güte und Wahrheit wird die Missetat gesühnt, und durch die Furcht Jehovas weicht man vom Bösen.

7Wenn eines Mannes Wege Jehova wohlgefallen, so läßt er selbst seine Feinde mit ihm in Frieden sein.

8Besser wenig mit Gerechtigkeit, als viel Einkommen mit Unrechtlichkeit.

9Das Herz des Menschen erdenkt seinen Weg, aber Jehova lenkt seine Schritte.

10Ein Orakelspruch ist auf den Lippen des Königs: sein Mund vergeht sich nicht am Recht.

11Gerechte Waage und Waagschalen sind Jehovas; sein Werk sind alle Gewichtsteine des Beutels.

12Der Könige Greuel ist, Gesetzlosigkeit zu tun; denn durch Gerechtigkeit steht ein Thron fest.

13Der Könige Wohlgefallen sind gerechte Lippen; und wer Aufrichtiges redet, den liebt er.

14Des Königs Grimm gleicht Todesboten; aber ein weiser Mann versöhnt ihn.

15Im Lichte des Angesichts des Königs ist Leben, und sein Wohlgefallen ist wie eine Wolke des Spätregens.

16Weisheit erwerben, wieviel besser ist es als feines Gold, und Verstand erwerben, wieviel vorzüglicher als Silber!

17Der Aufrichtigen Straße ist: vom Bösen weichen; wer seinen Weg bewahrt, behütet seine Seele.

18Hoffart geht dem Sturze, und Hochmut dem Falle voraus.

19Besser niedrigen Geistes sein mit den Demütigen, als Raub teilen mit den Hoffärtigen.

20Wer auf das Wort achtet, wird Gutes erlangen; und wer auf Jehova vertraut, ist glückselig.

21Wer weisen Herzens ist, wird verständig genannt; und Süßigkeit der Lippen mehrt die Lehre.

22Einsicht ist für ihre Besitzer ein Born des Lebens, aber die Züchtigung der Narren ist die Narrheit.

23Das Herz des Weisen gibt seinem Munde Einsicht und mehrt auf seinen Lippen die Lehre.

24Huldvolle Worte sind eine Honigwabe, Süßes für die Seele und Gesundheit für das Gebein.

25Da ist ein Weg, der einem Menschen gerade erscheint, aber sein Ende sind Wege des Todes.

26Des Arbeiters Hunger arbeitet für ihn, denn sein Mund spornt ihn an.

27Ein Belialsmann gräbt nach Bösem, und auf seinen Lippen ist es wie brennendes Feuer.

28Ein verkehrter Mann streut Zwietracht aus, und ein Ohrenbläser entzweit Vertraute.

29Ein Mann der Gewalttat verlockt seinen Nächsten und führt ihn auf einen Weg, der nicht gut ist.

30Wer seine Augen zudrückt, um Verkehrtes zu ersinnen, seine Lippen zusammenkneift, hat das Böse beschlossen.

31Das graue Haar ist eine prächtige Krone: auf dem Wege der Gerechtigkeit wird sie gefunden.

32Besser ein Langmütiger als ein Held, und wer seinen Geist beherrscht, als wer eine Stadt erobert.

33Das Los wird in dem Busen geworfen, aber all seine Entscheidung kommt von Jehova.

Sprüche 17

1Besser ein trockener Bissen und Friede dabei, als ein Haus voll Opferfleisch mit Zank.

2Ein einsichtiger Knecht wird über den schändlichen Sohn herrschen, und inmitten der Brüder die Erbschaft teilen.

3Der Schmelztiegel für das Silber, und der Ofen für das Gold; aber Prüfer der Herzen ist Jehova.

4Ein Übeltäter horcht auf die Lippe des Unheils, ein Lügner gibt Gehör der Zunge des Verderbens.

5Wer des Armen spottet, verhöhnt den, der ihn gemacht hat; wer über Unglück sich freut, wird nicht für schuldlos gehalten werden.

6Kindeskinder sind die Krone der Alten, und der Kinder Schmuck sind ihre Väter.

7Vortreffliche Rede schickt sich nicht für einen gemeinen Menschen; wieviel weniger Lügenrede für einen Edlen!

8Das Geschenk ist ein Edelstein in den Augen des Empfängers; wohin er sich wendet, gelingt es ihm.

9Wer Liebe sucht, deckt die Übertretung zu; wer aber eine Sache immer wieder anregt, entzweit Vertraute.

10Ein Verweis dringt bei einem Verständigen tiefer ein, als hundert Schläge bei einem Toren.

11Der Böse sucht nur Empörung; aber ein grausamer Bote wird gegen ihn gesandt werden.

12Eine Bärin, die der Jungen beraubt ist, begegne einem Manne, aber nicht ein Tor in seiner Narrheit!

13Wer Böses für Gutes vergilt, von dessen Hause wird das Böse nicht weichen.

14Der Anfang eines Zankes ist, wie wenn einer Wasser entfesselt; so laß den Streit, ehe er heftig wird.

15Wer den Gesetzlosen rechtfertigt, und wer den Gerechten verdammt, sie alle beide sind Jehova ein Greuel.

16Wozu doch Geld in der Hand eines Toren, um Weisheit zu kaufen, da ihm doch der Verstand fehlt?

17Der Freund liebt zu aller Zeit, und als Bruder für die Drangsal wird er geboren.

18Ein unverständiger Mensch ist, wer in die Hand einschlägt, wer Bürgschaft leistet gegenüber seinem Nächsten.

19Wer Zank liebt, liebt Übertretung; wer seine Tür hoch macht, sucht Einsturz.

20Wer verkehrten Herzens ist, wird das Gute nicht finden; und wer sich mit seiner Zunge windet, wird ins Unglück fallen.

21Wer einen Toren zeugt, dem wird es zum Kummer, und der Vater eines Narren hat keine Freude.

22Ein fröhliches Herz bringt gute Besserung, aber ein zerschlagener Geist vertrocknet das Gebein.

23Der Gesetzlose nimmt ein Geschenk aus dem Busen, um die Pfade des Rechts zu beugen.

24Vor dem Angesicht des Verständigen ist Weisheit, aber die Augen des Toren sind am Ende der Erde.

25Ein törichter Sohn ist ein Gram für seinen Vater, und Bitterkeit für die, welche ihn geboren.

26Auch den Gerechten zu bestrafen, ist nicht gut, Edle zu schlagen um der Geradheit willen.

27Wer seine Worte zurückhält, besitzt Erkenntnis; und wer kühlen Geistes ist, ist ein verständiger Mann.

28Auch ein Narr, der schweigt, wird für weise gehalten, für verständig, wer seine Lippen verschließt.

Sprüche 18

1Wer sich absondert, trachtet nach einem Gelüst; gegen alle Einsicht geht er heftig an.

2Der Tor hat keine Lust an Verständnis, sondern nur daran, daß sein Herz sich offenbare.

3Wenn ein Gesetzloser kommt, so kommt auch Verachtung; und mit der Schande kommt Schmähung.

4Die Worte aus dem Munde eines Mannes sind tiefe Wasser, ein sprudelnder Bach, ein Born der Weisheit.

5Es ist nicht gut, die Person des Gesetzlosen anzusehen, um den Gerechten zu beugen im Gericht.

6Die Lippen des Toren geraten in Streit, und sein Mund ruft nach Schlägen.

7Der Mund des Toren wird ihm zum Untergang, und seine Lippen sind der Fallstrick seiner Seele.

8Die Worte des Ohrenbläsers sind wie Leckerbissen, und sie dringen hinab in das Innerste des Leibes.

9Auch wer sich lässig zeigt in seiner Arbeit, ist ein Bruder des Verderbers.

10Der Name Jehovas ist ein starker Turm; der Gerechte läuft dahin und ist in Sicherheit.

11Das Vermögen des Reichen ist seine feste Stadt, und in seiner Einbildung gleich einer hochragenden Mauer.

12Vor dem Sturze wird hoffärtig des Mannes Herz, und der Ehre geht Demut voraus.

13Wer Antwort gibt, bevor er anhört, dem ist es Narrheit und Schande.

14Eines Mannes Geist erträgt seine Krankheit; aber ein zerschlagener Geist, wer richtet ihn auf?

15Das Herz des Verständigen erwirbt Erkenntnis, und das Ohr der Weisen sucht nach Erkenntnis.

16Das Geschenk des Menschen macht ihm Raum und verschafft ihm Zutritt zu den Großen.

17Der erste in seiner Streitsache hat recht; doch sein Nächster kommt und forscht ihn aus.

18Das Los schlichtet Zwistigkeiten und bringt Mächtige auseinander.

19Ein Bruder, an dem man treulos gehandelt hat, widersteht mehr als eine feste Stadt; und Zwistigkeiten sind wie der Riegel einer Burg.

20Von der Frucht des Mundes eines Mannes wird sein Inneres gesättigt, vom Ertrage seiner Lippen wird er gesättigt.

21Tod und Leben sind in der Gewalt der Zunge, und wer sie liebt, wird ihre Frucht essen.

22Wer ein Weib gefunden, hat Gutes gefunden und hat Wohlgefallen erlangt von Jehova.

23Flehentlich bittet der Arme, aber der Reiche antwortet Hartes.

24Ein Mann vieler Freunde wird zu Grunde gehen; doch es gibt einen, der liebt und anhänglicher ist als ein Bruder.

Sprüche 19

1Besser ein Armer, der in seiner Vollkommenheit wandelt, als wer verkehrter Lippen und dabei ein Tor ist.

2Auch Unkenntnis der Seele ist nicht gut; und wer mit den Füßen hastig ist, tritt fehl.

3Die Narrheit des Menschen verdirbt seinen Weg, und sein Herz grollt wider Jehova.

4Reichtum verschafft viele Freunde; aber der Arme, sein Freund trennt sich von ihm.

5Ein falscher Zeuge wird nicht für schuldlos gehalten werden; und wer Lügen ausspricht, wird nicht entrinnen.

6Viele schmeicheln einem Edlen, und alle sind Freunde des Mannes, der Geschenke gibt.

7Alle Brüder des Armen hassen ihn; wieviel mehr entfernen sich von ihm seine Freunde! Er jagt Worten nach, die nichts sind.

8Wer Verstand erwirbt, liebt seine Seele; wer auf Verständnis achtet, wird Glück erlangen.

9Ein falscher Zeuge wird nicht für schuldlos gehalten werden, und wer Lügen ausspricht, wird umkommen.

10Nicht geziemt einem Toren Wohlleben; wieviel weniger einem Knechte, über Fürsten zu herrschen!

11Die Einsicht eines Menschen macht ihn langmütig, und sein Ruhm ist es, Vergehung zu übersehen.

12Des Königs Zorn ist wie das Knurren eines jungen Löwen, aber sein Wohlgefallen wie Tau auf das Gras.

13Ein törichter Sohn ist Verderben für seinen Vater; und die Zänkereien eines Weibes sind eine beständige Traufe.

14Haus und Gut sind ein Erbteil der Väter, aber eine einsichtsvolle Frau kommt von Jehova.

15Faulheit versenkt in tiefen Schlaf, und eine lässige Seele wird hungern.

16Wer das Gebot bewahrt, bewahrt seine Seele; wer seine Wege verachtet, wird sterben.

17Wer des Armen sich erbarmt, leiht Jehova; und er wird ihm seine Wohltat vergelten.

18Züchtige deinen Sohn, weil noch Hoffnung da ist; aber trachte nicht danach, ihn zu töten.

19Wer jähzornig ist, muß dafür büßen; denn greifst du auch ein, so machst du's nur noch schlimmer.

20Höre auf Rat und nimm Unterweisung an, damit du weise seiest in der Zukunft.

21Viele Gedanken sind in dem Herzen eines Mannes; aber der Ratschluß Jehovas, er kommt zustande.

22Die Willigkeit des Menschen macht seine Mildtätigkeit aus, und besser ein Armer als ein lügnerischer Mann.

23Die Furcht Jehovas ist zum Leben; und gesättigt verbringt man die Nacht, wird nicht heimgesucht vom Übel.

24Hat der Faule seine Hand in die Schüssel gesteckt, nicht einmal zu seinem Munde bringt er sie zurück.

25Schlägst du den Spötter, so wird der Einfältige klug; und weist man den Verständigen zurecht, so wird er Erkenntnis verstehen.

26Wer den Vater zu Grunde richtet, die Mutter verjagt, ist ein Sohn, der Schande und Schmach bringt.

27Laß ab, mein Sohn, auf Unterweisung zu hören, die abirren macht von den Worten der Erkenntnis.

28Ein Belialszeuge spottet des Rechts, und der Mund der Gesetzlosen verschlingt Unheil.

29Für die Spötter sind Gerichte bereit, und Schläge für den Rücken der Toren.

Sprüche 20

1Der Wein ist ein Spötter, starkes Getränk ein Lärmer; und jeder, der davon taumelt, wird nicht weise.

2Des Königs Schrecken ist wie das Knurren eines jungen Löwen; wer ihn gegen sich aufbringt, verwirkt sein Leben.

3Ehre ist es dem Manne, vom Streite abzustehen; wer ein Narr ist, stürzt sich hinein.

4Wegen des Winters mag der Faule nicht pflügen; zur Erntezeit wird er begehren, und nichts ist da.

5Tiefes Wasser ist der Ratschluß im Herzen des Mannes, aber ein verständiger Mann schöpft ihn heraus.

6Die meisten Menschen rufen ein jeder seine Güte aus; aber einen zuverlässigen Mann, wer wird ihn finden?

7Wer in seiner Vollkommenheit gerecht wandelt, glückselig sind seine Kinder nach ihm!

8Ein König, der auf dem Throne des Gerichts sitzt, zerstreut alles Böse mit seinen Augen.

9Wer darf sagen: Ich habe mein Herz gereinigt, ich bin rein geworden von meiner Sünde?

10Zweierlei Gewichtsteine, zweierlei Epha, sie alle beide sind Jehova ein Greuel.

11Selbst ein Knabe gibt sich durch seine Handlungen zu erkennen, ob sein Tun lauter, und ob es aufrichtig ist.

12Das hörende Ohr und das sehende Auge, Jehova hat sie alle beide gemacht.

13Liebe nicht den Schlaf, damit du nicht verarmest; tue deine Augen auf, so wirst du satt Brot haben.

14Schlecht, schlecht! spricht der Käufer; und wenn er weggeht, dann rühmt er sich.

15Es gibt Gold und Korallen die Menge; aber ein kostbares Gerät sind Lippen der Erkenntnis.

16Nimm ihm das Kleid, denn er ist für einen anderen Bürge geworden; und der Fremden halber pfände ihn.

17Das Brot der Falschheit ist einem Manne süß, aber hernach wird sein Mund voll Kies.

18Pläne kommen durch Beratung zustande, und mit weiser Überlegung führe Krieg.

19Wer als Verleumder umhergeht, enthüllt das Geheimnis; und mit dem, der seine Lippen aufsperrt, laß dich nicht ein.

20Wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, dessen Leuchte wird erlöschen in tiefster Finsternis.

21Ein Erbe, das hastig erlangt wird im Anfang, dessen Ende wird nicht gesegnet sein.

22Sprich nicht: Ich will Böses vergelten. Harre auf Jehova, so wird er dich retten.

23Zweierlei Gewichtsteine sind Jehova ein Greuel, und trügerische Waagschalen sind nicht gut.

24Des Mannes Schritte hängen ab von Jehova; und der Mensch, wie sollte er seinen Weg verstehen?

25Ein Fallstrick des Menschen ist es, vorschnell zu sprechen: Geheiligt! und nach den Gelübden zu überlegen.

26Ein weiser König zerstreut die Gesetzlosen und führt das Dreschrad über sie hin.

27Der Geist des Menschen ist eine Leuchte Jehovas, durchforschend alle Kammern des Leibes.

28Güte und Wahrheit behüten den König, und durch Güte stützt er seinen Thron.

29Der Schmuck der Jünglinge ist ihre Kraft, und graues Haar die Zierde der Alten.

30Wundstriemen scheuern das Böse weg, und Schläge scheuern die Kammern des Leibes.

Sprüche 21

1Gleich Wasserbächen ist eines Königs Herz in der Hand Jehovas; wohin immer er will, neigt er es.

2Jeder Weg eines Mannes ist gerade in seinen Augen, aber Jehova wägt die Herzen.

3Gerechtigkeit und Recht üben ist Jehova angenehmer als Opfer.

4Stolz der Augen und Hochmut des Herzens, die Leuchte der Gesetzlosen, sind Sünde.

5Die Gedanken des Fleißigen führen nur zum Überfluß; und jeder, der hastig ist, es ist nur zum Mangel.

6Erwerb von Schätzen durch Lügenzunge ist verwehender Dunst; solche suchen den Tod.

7Die Gewalttätigkeit der Gesetzlosen rafft sie hinweg, denn Recht zu üben weigern sie sich.

8Vielgewunden ist der Weg des schuldbeladenen Mannes; der Lautere aber, sein Tun ist gerade.

9Besser ist es, auf einer Dachecke zu wohnen, als ein zänkisches Weib und ein gemeinsames Haus.

10Die Seele des Gesetzlosen begehrt das Böse: sein Nächster findet keine Gnade in seinen Augen.

11Wenn man den Spötter bestraft, so wird der Einfältige weise; und wenn man den Weisen belehrt, so nimmt er Erkenntnis an.

12Ein Gerechter hat acht auf das Haus des Gesetzlosen, er stürzt die Gesetzlosen ins Unglück.

13Wer sein Ohr verstopft vor dem Schrei des Armen, auch er wird rufen und nicht erhört werden.

14Eine Gabe im Verborgenen wendet den Zorn ab, und ein Geschenk im Busen den heftigen Grimm.

15Dem Gerechten ist es Freude, Recht zu üben; aber denen, die Frevel tun, ein Schrecken.

16Ein Mensch, der von dem Wege der Einsicht abirrt, wird ruhen in der Versammlung der Schatten.

17Wer Freude liebt, wird ein Mann des Mangels werden; wer Wein und Öl liebt, wird nicht reich.

18Der Gesetzlose ist ein Lösegeld für den Gerechten, und der Treulose tritt an die Stelle der Aufrichtigen.

19Besser ist es, in einem wüsten Lande zu wohnen, als ein zänkisches Weib und Ärger.

20Ein kostbarer Schatz und Öl ist in der Wohnung des Weisen, aber ein törichter Mensch verschlingt es.

21Wer der Gerechtigkeit und der Güte nachjagt, wird Leben finden, Gerechtigkeit und Ehre.

22Der Weise ersteigt die Stadt der Helden und stürzt nieder die Feste ihres Vertrauens.

23Wer seinen Mund und seine Zunge bewahrt, bewahrt vor Drangsalen seine Seele.

24Der Übermütige, Stolze, Spötter ist sein Name, handelt mit vermessenem Übermut.

25Die Begierde des Faulen tötet ihn, denn seine Hände weigern sich zu arbeiten.

26Den ganzen Tag begehrt und begehrt man, aber der Gerechte gibt und hält nicht zurück.

27Das Opfer der Gesetzlosen ist ein Greuel; wieviel mehr, wenn er es in böser Absicht bringt.

28Ein Lügenzeuge wird umkommen; ein Mann aber, welcher hört, darf immerdar reden.

29Ein gesetzloser Mann zeigt ein trotziges Gesicht; aber der Aufrichtige, er merkt auf seinen Weg.

30Da ist keine Weisheit und keine Einsicht und kein Rat gegenüber Jehova.

31Das Roß wird gerüstet für den Tag des Streites, aber die Rettung ist Jehovas.

Sprüche 22

1Ein guter Name ist vorzüglicher als großer Reichtum, Anmut besser als Silber und Gold.

2Reiche und Arme begegnen sich: Jehova hat sie alle gemacht.

3Der Kluge sieht das Unglück und verbirgt sich; die Einfältigen aber gehen weiter und leiden Strafe.

4Die Folge der Demut, der Furcht Jehovas, ist Reichtum und Ehre und Leben.

5Dornen, Schlingen sind auf dem Wege des Verkehrten; wer seine Seele bewahrt, hält sich fern von ihnen.

6Erziehe den Knaben seinem Wege gemäß; er wird nicht davon weichen, auch wenn er alt wird.

7Der Reiche herrscht über den Armen, und der Borgende ist ein Knecht des Leihenden.

8Wer Unrecht sät, wird Unheil ernten, und seines Zornes Rute wird ein Ende nehmen.

9Wer gütigen Auges ist, der wird gesegnet werden; denn er gibt von seinem Brote dem Armen.

10Treibe den Spötter fort, so geht der Zank hinaus, und Streit und Schande hören auf.

11Wer Reinheit des Herzens liebt, wessen Lippen Anmut sind, dessen Freund ist der König.

12Die Augen Jehovas behüten die Erkenntnis, und er vereitelt die Worte des Treulosen.

13Der Faule spricht: Ein Löwe ist draußen; ich möchte ermordet werden mitten auf den Straßen!

14Der Mund fremder Weiber ist eine tiefe Grube; wem Jehova zürnt, der fällt hinein.

15Narrheit ist gekettet an das Herz des Knaben; die Rute der Zucht wird sie davon entfernen.

16Wer den Armen bedrückt, ihm zur Bereicherung ist es; wer dem Reichen gibt, es ist nur zum Mangel.

17Neige dein Ohr und höre die Worte der Weisen, und richte dein Herz auf mein Wissen!

18Denn lieblich ist es, wenn du sie in deinem Innern bewahrst; möchten sie allzumal auf deinen Lippen Bestand haben!

19Damit dein Vertrauen auf Jehova sei, habe ich heute dich, ja dich, belehrt.

20Habe ich dir nicht Vortreffliches aufgeschrieben an Ratschlägen und Erkenntnis,

21um dir kundzutun die Richtschnur der Worte der Wahrheit: damit du denen, die dich senden, Worte zurückbringest, welche Wahrheit sind?

22Beraube nicht den Armen, weil er arm ist, und zertritt nicht den Elenden im Tore.

23Denn Jehova wird ihre Rechtssache führen, und ihre Berauber des Lebens berauben.

24Geselle dich nicht zu einem Zornigen, und geh nicht um mit einem hitzigen Manne,

25damit du seine Pfade nicht lernest und einen Fallstrick davontragest für deine Seele.

26Sei nicht unter denen, die in die Hand einschlagen, unter denen, welche für Darlehn Bürgschaft leisten.

27Wenn du nicht hast, um zu bezahlen, warum soll er dein Bett unter dir wegnehmen?

28Verrücke nicht die alte Grenze, welche deine Väter gemacht haben.

29Siehst du einen Mann, der gewandt ist in seinem Geschäft, vor Königen wird er stehen, er wird nicht vor Niedrigen stehen.

Sprüche 23

1Wenn du dich hinsetzest, um mit einem Herrscher zu speisen, so beachte wohl, wen du vor dir hast;

2und setze ein Messer an deine Kehle, wenn du gierig bist.

3Laß dich nicht gelüsten nach seinen Leckerbissen, denn sie sind eine trügliche Speise.

4Bemühe dich nicht, reich zu werden, laß ab von deiner Klugheit.

5Willst du deine Augen darauf hinfliegen lassen, und siehe, fort ist es? Denn sicherlich schafft es sich Flügel gleich dem Adler, der gen Himmel fliegt.

6Iß nicht das Brot des Scheelsehenden, und laß dich nicht gelüsten nach seinen Leckerbissen.

7Denn wie er es abmißt in seiner Seele, so ist er. "Iß und trink!", spricht er zu dir, aber sein Herz ist nicht mit dir.

8Deinen Bissen, den du gegessen hast, mußt du ausspeien, und deine freundlichen Worte wirst du verlieren.

9Rede nicht zu den Ohren eines Toren, denn er wird die Einsicht deiner Worte verachten.

10Verrücke nicht die alte Grenze, und dringe nicht ein in die Felder der Waisen.

11Denn ihr Erlöser ist stark; er wird ihren Rechtsstreit wider dich führen.

12Bringe dein Herz her zur Unterweisung, und deine Ohren zu den Worten der Erkenntnis.

13Entziehe dem Knaben nicht die Züchtigung; wenn du ihn mit der Rute schlägst, wird er nicht sterben.

14Du schlägst ihn mit der Rute, und du errettest seine Seele von dem Scheol.

15Mein Sohn, wenn dein Herz weise ist, so wird auch mein Herz sich freuen;

16und meine Nieren werden frohlocken, wenn deine Lippen Geradheit reden.

17Dein Herz beneide nicht die Sünder, sondern beeifere sich jeden Tag um die Furcht Jehovas.

18Wahrlich, es gibt ein Ende, und deine Hoffnung wird nicht vernichtet werden.

19Höre du, mein Sohn, und werde weise, und leite dein Herz geradeaus auf dem Wege.

20Sei nicht unter Weinsäufern, noch unter denen, die Fleisch verprassen;

21denn ein Säufer und ein Schlemmer verarmen, und Schlummer kleidet in Lumpen.

22Höre auf deinen Vater, der dich gezeugt hat, und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt geworden ist.

23Kaufe Wahrheit und verkaufe sie nicht, Weisheit und Unterweisung und Verstand.

24Hoch frohlockt der Vater eines Gerechten; und wer einen Weisen gezeugt hat, der freut sich seiner.

25Freuen mögen sich dein Vater und deine Mutter, und frohlocken, die dich geboren!

26Gib mir, mein Sohn, dein Herz, und laß deine Augen Gefallen haben an meinen Wegen!

27Denn die Hure ist eine tiefe Grube und die Fremde ein enger Brunnen;

28ja, sie lauert auf wie ein Räuber, und sie mehrt die Treulosen unter den Menschen.

29Wer hat Ach, wer hat Weh, wer Zänkereien, wer Klage, wer Wunden ohne Ursache? Wer Trübung der Augen?

30Die spät beim Weine sitzen, die einkehren, um Mischtrank zu kosten.

31Sieh den Wein nicht an, wenn er sich rot zeigt, wenn er im Becher blinkt, leicht hinuntergleitet.

32Sein Ende ist, daß er beißt wie eine Schlange und sticht wie ein Basilisk.

33Deine Augen werden Seltsames sehen, und dein Herz wird verkehrte Dinge reden.

34Und du wirst sein wie einer, der im Herzen des Meeres liegt, und wie einer, der da liegt auf der Spitze eines Mastes.

35"Man hat mich geschlagen, es schmerzte mich nicht; man hat mich geprügelt, ich fühlte es nicht. Wann werde ich aufwachen? Ich will es wieder tun, will ihn abermals aufsuchen."

Sprüche 24

1Beneide nicht böse Menschen, und laß dich nicht gelüsten, mit ihnen zu sein;

2denn ihr Herz sinnt auf Gewalttat, und ihre Lippen reden Mühsal.

3Durch Weisheit wird ein Haus gebaut, und durch Verstand wird es befestigt;

4und durch Erkenntnis füllen sich die Kammern mit allerlei kostbarem und lieblichem Gut.

5Ein weiser Mann ist stark, und ein Mann von Erkenntnis befestigt seine Kraft.

6Denn mit weiser Überlegung wirst du glücklich Krieg führen, und bei der Ratgeber Menge ist Heil.

7Weisheit ist dem Narren zu hoch, im Tore tut er seinen Mund nicht auf.

8Wer darauf sinnt, Böses zu tun, den nennt man einen Ränkeschmied.

9Das Vorhaben der Narrheit ist die Sünde, und der Spötter ist den Menschen ein Greuel.

10Zeigst du dich schlaff am Tage der Drangsal, so ist deine Kraft gering.

11Errette, die zum Tode geschleppt werden, und die zur Würgung hinwanken, o halte sie zurück!

12Wenn du sprichst: Siehe, wir wußten nichts davon, wird nicht er, der die Herzen wägt, es merken? Und er, der auf deine Seele achthat, es wissen? Und er wird dem Menschen vergelten nach seinem Tun.

13Iß Honig, mein Sohn, denn er ist gut, und Honigseim ist deinem Gaumen süß.

14Ebenso betrachte die Weisheit für deine Seele: wenn du sie gefunden hast, so gibt es eine Zukunft, und deine Hoffnung wird nicht vernichtet werden.

15Laure nicht, Gesetzloser, auf die Wohnung des Gerechten, zerstöre nicht seine Lagerstätte.

16Denn der Gerechte fällt siebenmal und steht wieder auf, aber die Gesetzlosen stürzen nieder im Unglück.

17Freue dich nicht über den Fall deines Feindes, und dein Herz frohlocke nicht über seinen Sturz:

18damit Jehova es nicht sehe, und es böse sei in seinen Augen, und er seinen Zorn von ihm abwende.

19Erzürne dich nicht über die Übeltäter, beneide nicht die Gesetzlosen;

20denn für den Bösen wird keine Zukunft sein, die Leuchte der Gesetzlosen wird erlöschen.

21Mein Sohn, fürchte Jehova und den König; mit Aufrührern laß dich nicht ein.

22Denn plötzlich erhebt sich ihr Verderben; und ihrer beider Untergang, wer weiß ihn?

23Auch diese sind von den Weisen: Die Person ansehen im Gericht ist nicht gut.

24Wer zu dem Gesetzlosen spricht: Du bist gerecht, den verfluchen die Völker, den verwünschen die Völkerschaften;

25denen aber, welche gerecht entscheiden, geht es wohl, und über sie kommt Segnung des Guten.

26Die Lippen küßt, wer richtige Antwort gibt.

27Besorge draußen deine Arbeit und bestelle sie dir auf dem Felde; hernach magst du dann dein Haus bauen.

28Werde nicht ohne Ursache Zeuge wider deinen Nächsten; wolltest du denn täuschen mit deinen Lippen?

29Sprich nicht: Wie er mir getan hat, so will ich ihm tun, will dem Manne vergelten nach seinem Werke.

30An dem Acker eines faulen Mannes kam ich vorüber, und an dem Weinberge eines unverständigen Menschen.

31Und siehe, er war ganz mit Disteln überwachsen, seine Fläche war mit Brennesseln bedeckt, und seine steinerne Mauer eingerissen.

32Und ich schaute es, ich richtete mein Herz darauf; ich sah es, empfing Unterweisung:

33Ein wenig Schlaf, ein wenig Schlummer, ein wenig Händefalten, um auszuruhen-

34und deine Armut kommt herangeschritten, und deine Not wie ein gewappneter Mann.

Sprüche 25

1Auch diese sind Sprüche Salomos, welche die Männer Hiskias, des Königs von Juda, zusammengetragen haben:

2Gottes Ehre ist es, eine Sache zu verbergen, aber der Könige Ehre, eine Sache zu erforschen.

3Der Himmel an Höhe, und die Erde an Tiefe, und das Herz der Könige sind unerforschlich.

4Man entferne die Schlacken von dem Silber, so geht für den Goldschmied ein Gerät hervor.

5Man entferne den Gesetzlosen vor dem König, so wird sein Thron feststehen durch Gerechtigkeit.

6Brüste dich nicht vor dem König, und stelle dich nicht an den Platz der Großen.

7Denn besser ist es, daß man dir sage: Komm hier herauf, als daß man dich erniedrige vor dem Edlen, den deine Augen doch gesehen haben.

8Geh nicht eilig aus zu einem Streithandel, damit am Ende davon nicht fraglich werde, was du zu tun hast, wenn dein Nächster dich beschämt.

9Führe deinen Streithandel mit deinem Nächsten, aber enthülle nicht das Geheimnis eines anderen;

10damit dich nicht schmähe, wer es hört, und dein übler Ruf nicht mehr weiche.

11Goldene Äpfel in silbernen Prunkgeräten: so ist ein Wort, geredet zu seiner Zeit.

12Ein goldener Ohrring und ein Halsgeschmeide von feinem Golde: so ist ein weiser Tadler für ein hörendes Ohr.

13Wie Kühlung des Schnees an einem Erntetage ist ein treuer Bote denen, die ihn senden: er erquickt die Seele seines Herrn.

14Wolken und Wind, und kein Regen: so ist ein Mann, welcher mit trügerischem Geschenke prahlt.

15Ein Richter wird überredet durch Langmut, und eine gelinde Zunge zerbricht Knochen.

16Hast du Honig gefunden, so iß dein Genüge, damit du seiner nicht satt werdest und ihn ausspeiest.

17Mache deinen Fuß selten im Hause deines Nächsten, damit er deiner nicht satt werde und dich hasse.

18Hammer und Schwert und geschärfter Pfeil: so ist ein Mann, der wider seinen Nächsten falsches Zeugnis ablegt.

19Ein zerbrochener Zahn und ein wankender Fuß: so ist das Vertrauen auf einen Treulosen am Tage der Drangsal.

20Einer, der das Oberkleid ablegt am Tage der Kälte, Essig auf Natron: so, wer einem traurigen Herzen Lieder singt.

21Wenn deinen Hasser hungert, speise ihn mit Brot, und wenn ihn dürstet, tränke ihn mit Wasser;

22denn glühende Kohlen wirst du auf sein Haupt häufen, und Jehova wird dir vergelten.

23Nordwind gebiert Regen, und eine heimliche Zunge verdrießliche Gesichter.

24Besser auf einer Dachecke wohnen, als ein zänkisches Weib und ein gemeinsames Haus.

25Frisches Wasser auf eine lechzende Seele: so eine gute Nachricht aus fernem Lande.

26Getrübter Quell und verderbter Brunnen: so ist der Gerechte, der vor dem Gesetzlosen wankt.

27Viel Honig essen ist nicht gut, aber schwere Dinge erforschen ist Ehre.

28Eine erbrochene Stadt ohne Mauer: so ist ein Mann, dessen Geist Beherrschung mangelt.

Sprüche 26

1Wie Schnee im Sommer und wie Regen in der Ernte, so ist Ehre dem Toren nicht geziemend.

2Wie der Sperling hin und her flattert, wie die Schwalbe wegfliegt, so ein unverdienter Fluch: er trifft nicht ein.

3Die Peitsche dem Pferde, der Zaum dem Esel, und der Stock dem Rücken der Toren.

4Antworte dem Toren nicht nach seiner Narrheit, damit nicht auch du ihm gleich werdest.

5Antworte dem Toren nach seiner Narrheit, damit er nicht weise sei in seinen Augen.

6Die Füße haut sich ab, Unbill trinkt, wer Bestellungen ausrichten läßt durch einen Toren.

7Schlaff hängen die Beine des Lahmen herab: so ein Spruch im Munde der Toren.

8Wie das Binden eines Steines in eine Schleuder: so, wer einem Toren Ehre erweist.

9Ein Dorn, der in die Hand eines Trunkenen gerät: so ein Spruch im Munde der Toren.

10Ein Schütze, der alles verwundet: so, wer den Toren dingt und die Vorübergehenden dingt.

11Wie ein Hund, der zurückkehrt zu seinem Gespei: so ist ein Tor, der seine Narrheit wiederholt.

12Siehst du einen Mann, der in seinen Augen weise ist, für einen Toren ist mehr Hoffnung als für ihn.

13Der Faule spricht: Der Brüller ist auf dem Wege, ein Löwe inmitten der Straßen.

14Die Tür dreht sich in ihrer Angel: so der Faule auf seinem Bette.

15Hat der Faule seine Hand in die Schüssel gesteckt, beschwerlich wird es ihm, sie zu seinem Munde zurückzubringen.

16Der Faule ist weiser in seinen Augen als sieben, die verständig antworten.

17Der ergreift einen Hund bei den Ohren, wer vorbeigehend sich über einen Streit ereifert, der ihn nichts angeht.

18Wie ein Wahnsinniger, der Brandgeschosse, Pfeile und Tod schleudert:

19so ein Mann, der seinen Nächsten betrügt und spricht: Habe ich nicht Scherz getrieben?

20Wo es an Holz fehlt, erlischt das Feuer; und wo kein Ohrenbläser ist, hört der Zank auf.

21Kohle zur Glut und Holz zum Feuer, und ein zänkischer Mann zum Schüren des Streites.

22Die Worte des Ohrenbläsers sind wie Leckerbissen, und sie dringen hinab in das Innerste des Leibes.

23Ein irdenes Geschirr, mit Schlackensilber überzogen: so sind feurige Lippen und ein böses Herz.

24Der Hasser verstellt sich mit seinen Lippen, aber in seinem Innern hegt er Trug.

25Wenn er seine Stimme holdselig macht, traue ihm nicht; denn sieben Greuel sind in seinem Herzen.

26Versteckt sich der Haß in Trug, seine Bosheit wird sich in der Versammlung enthüllen.

27Wer eine Grube gräbt, fällt hinein; und wer einen Stein wälzt, auf den kehrt er zurück.

28Eine Lügenzunge haßt diejenigen, welche sie zermalmt; und ein glatter Mund bereitet Sturz.

Sprüche 27

1Rühme dich nicht des morgenden Tages, denn du weißt nicht, was ein Tag gebiert.

2Es rühme dich ein anderer und nicht dein Mund, ein Fremder und nicht deine Lippen.

3Schwer ist der Stein, und der Sand eine Last; aber der Unmut des Narren ist schwerer als beide.

4Grimm ist grausam, und Zorn eine überströmende Flut; wer aber kann bestehen vor der Eifersucht!

5Besser offener Tadel als verhehlte Liebe.

6Treugemeint sind die Wunden dessen, der liebt, und überreichlich des Hassers Küsse.

7Eine satte Seele zertritt Honigseim; aber einer hungrigen Seele ist alles Bittere süß.

8Wie ein Vogel, der fern von seinem Neste schweift: so ein Mann, der fern von seinem Wohnorte schweift.

9Öl und Räucherwerk erfreuen das Herz, und die Süßigkeit eines Freundes kommt aus dem Rate der Seele.

10Verlaß nicht deinen Freund und deines Vaters Freund, und geh nicht am Tage deiner Not in deines Bruders Haus: besser ein naher Nachbar als ein ferner Bruder.

11Sei weise, mein Sohn, und erfreue mein Herz, damit ich Antwort geben könne meinem Schmäher.

12Der Kluge sieht das Unglück und verbirgt sich; die Einfältigen gehen weiter und leiden Strafe.

13Nimm ihm das Kleid, denn er ist für einen anderen Bürge geworden; und der Fremden halber pfände ihn.

14Wer frühmorgens aufsteht und seinem Nächsten mit lauter Stimme Glück wünscht, als Verwünschung wird es ihm angerechnet.

15Eine beständige Traufe am Tage des strömenden Regens und ein zänkisches Weib gleichen sich.

16Wer dieses zurückhält, hält den Wind zurück und seine Rechte greift in Öl.

17Eisen wird scharf durch Eisen, und ein Mann schärft das Angesicht des anderen.

18Wer des Feigenbaumes wartet, wird seine Frucht essen; und wer über seinen Herrn wacht, wird geehrt werden.

19Wie im Wasser das Angesicht dem Angesicht entspricht, so das Herz des Menschen dem Menschen.

20Scheol und Abgrund sind unersättlich: so sind unersättlich die Augen des Menschen.

21Der Schmelztiegel für das Silber, und der Ofen für das Gold; und ein Mann nach Maßgabe seines Lobes.

22Wenn du den Narren mit der Keule im Mörser zerstießest, mitten unter der Grütze, so würde seine Narrheit doch nicht von ihm weichen.

23Bekümmere dich wohl um das Aussehen deines Kleinviehes, richte deine Aufmerksamkeit auf die Herden.

24Denn Wohlstand ist nicht ewig; und währt eine Krone von Geschlecht zu Geschlecht?

25Ist geschwunden das Heu, und erscheint das junge Gras, und sind eingesammelt die Kräuter der Berge,

26so dienen Schafe zu deiner Kleidung, und der Kaufpreis für ein Feld sind Böcke;

27und genug Ziegenmilch ist da zu deiner Nahrung, zur Nahrung deines Hauses, und Lebensunterhalt für deine Mägde.

Sprüche 28

1Die Gesetzlosen fliehen, obgleich kein Verfolger da ist; die Gerechten aber sind getrost gleich einem jungen Löwen.

2Durch die Frevelhaftigkeit eines Landes werden seiner Fürsten viele; aber durch einen verständigen, einsichtigen Mann wird sein Bestand verlängert.

3Ein armer Mann, der Geringe bedrückt, ist ein Regen, der hinwegschwemmt und kein Brot bringt.

4Die das Gesetz verlassen, rühmen die Gesetzlosen; die aber das Gesetz beobachten, entrüsten sich über sie.

5Böse Menschen verstehen das Recht nicht; die aber Jehova suchen, verstehen alles.

6Besser ein Armer, der in seiner Vollkommenheit wandelt, als ein Verkehrter, der auf zwei Wegen geht und dabei reich ist.

7Ein verständiger Sohn bewahrt das Gesetz; wer sich aber zu Schlemmern gesellt, macht seinem Vater Schande.

8Wer sein Vermögen durch Zins und durch Wucher mehrt, sammelt es für den, der sich der Armen erbarmt.

9Wer sein Ohr abwendet vom Hören des Gesetzes: selbst sein Gebet ist ein Greuel.

10Wer Aufrichtige irreführt auf bösen Weg, wird selbst in seine Grube fallen; aber die Vollkommenen werden Gutes erben.

11Ein reicher Mann ist weise in seinen Augen, aber ein verständiger Armer durchschaut ihn.

12Wenn die Gerechten frohlocken, ist die Pracht groß; wenn aber die Gesetzlosen emporkommen, verstecken sich die Menschen.

13Wer seine Übertretungen verbirgt, wird kein Gelingen haben; wer sie aber bekennt und läßt, wird Barmherzigkeit erlangen.

14Glückselig der Mensch, der sich beständig fürchtet; wer aber sein Herz verhärtet, wird ins Unglück fallen.

15Ein brüllender Löwe und ein gieriger Bär: so ist ein gesetzloser Herrscher über ein armes Volk.

16Du Fürst, ohne Verstand und reich an Erpressungen! Wer unrechtmäßigen Gewinn haßt, wird seine Tage verlängern.

17Ein Mensch, belastet mit dem Blute einer Seele, flieht bis zur Grube: man unterstütze ihn nicht!

18Wer vollkommen wandelt, wird gerettet werden; wer aber verkehrt auf zwei Wegen geht, wird auf einmal fallen.

19Wer sein Land bebaut, wird mit Brot gesättigt werden; wer aber nichtigen Dingen nachjagt, wird mit Armut gesättigt werden.

20Ein treuer Mann hat viel Segen; wer aber hastig ist, reich zu werden, wird nicht schuldlos sein.

21Die Person ansehen ist nicht gut, und um einen Bissen Brot kann ein Mann übertreten.

22Ein scheelsehender Mann hascht nach Reichtum, und er erkennt nicht, daß Mangel über ihn kommen wird.

23Wer einen Menschen straft, wird hernach mehr Gunst finden, als wer mit der Zunge schmeichelt.

24Wer seinen Vater und seine Mutter beraubt und spricht: Kein Frevel ist es! der ist ein Genosse des Verderbers.

25Der Habgierige erregt Zank; wer aber auf Jehova vertraut, wird reichlich gesättigt.

26Wer auf sein Herz vertraut, der ist ein Tor; wer aber in Weisheit wandelt, der wird entrinnen.

27Wer dem Armen gibt, wird keinen Mangel haben; wer aber seine Augen verhüllt, wird mit Flüchen überhäuft werden.

28Wenn die Gesetzlosen emporkommen, verbergen sich die Menschen; und wenn sie umkommen, mehren sich die Gerechten.

Sprüche 29

1Ein Mann, der, oft zurechtgewiesen, den Nacken verhärtet, wird plötzlich zerschmettert werden ohne Heilung.

2Wenn die Gerechten sich mehren, freut sich das Volk; wenn aber ein Gesetzloser herrscht, seufzt ein Volk.

3Ein Mann, der Weisheit liebt, erfreut seinen Vater; wer sich aber zu Huren gesellt, richtet das Vermögen zu Grunde.

4Ein König gibt durch Recht dem Lande Bestand; aber ein Mann, der Geschenke liebt, bringt es herunter.

5Ein Mann, der seinem Nächsten schmeichelt, breitet ein Netz aus vor seine Tritte.

6In der Übertretung des bösen Mannes ist ein Fallstrick; aber der Gerechte jubelt und ist fröhlich.

7Der Gerechte erkennt das Recht der Armen; der Gesetzlose versteht keine Erkenntnis.

8Spötter versetzen eine Stadt in Aufruhr, Weise aber wenden den Zorn ab.

9Wenn ein weiser Mann mit einem närrischen Manne rechtet, mag er sich erzürnen oder lachen, er hat keine Ruhe.

10Blutmenschen hassen den Unsträflichen, aber die Aufrichtigen bekümmern sich um seine Seele.

11Der Tor läßt seinen ganzen Unmut herausfahren, aber der Weise hält ihn beschwichtigend zurück.

12Ein Herrscher, der auf Lügenrede horcht, dessen Diener sind alle gesetzlos.

13Der Arme und der Bedrücker begegnen sich: Jehova erleuchtet ihrer beider Augen.

14Ein König, der die Geringen in Wahrheit richtet, dessen Thron wird feststehen immerdar.

15Rute und Zucht geben Weisheit; aber ein sich selbst überlassener Knabe macht seiner Mutter Schande.

16Wenn die Gesetzlosen sich mehren, mehrt sich die Übertretung; aber die Gerechten werden ihrem Falle zusehen.

17Züchtige deinen Sohn, so wird er dir Ruhe verschaffen und Wonne gewähren deiner Seele.

18Wenn kein Gesicht da ist, wird ein Volk zügellos; aber glückselig ist es, wenn es das Gesetz beobachtet.

19Durch Worte wird ein Knecht nicht zurechtgewiesen; denn er versteht, aber er folgt nicht.

20Siehst du einen Mann, der hastig ist in seinen Worten, für einen Toren ist mehr Hoffnung als für ihn.

21Wenn einer seinen Knecht von Jugend auf verhätschelt, so wird dieser am Ende zum Sohne werden.

22Ein zorniger Mann erregt Zank, und ein Hitziger ist reich an Übertretung.

23Des Menschen Hoffart wird ihn erniedrigen; wer aber niedrigen Geistes ist, wird Ehre erlangen.

24Wer mit einem Diebe teilt, haßt seine eigene Seele: er hört den Fluch und zeigt es nicht an.

25Menschenfurcht legt einen Fallstrick; wer aber auf Jehova vertraut, wird in Sicherheit gesetzt.

26Viele suchen das Angesicht eines Herrschers, doch von Jehova kommt das Recht des Mannes.

27Der ungerechte Mann ist ein Greuel für die Gerechten, und wer geraden Weges wandelt, ein Greuel für den Gottlosen.

Sprüche 30

1Worte Agurs, des Sohnes Jakes, der Ausspruch. Es spricht der Mann zu Ithiel, zu Ithiel und Ukal:

2Fürwahr, ich bin unvernünftiger als irgend einer, und Menschenverstand habe ich nicht.

3Und Weisheit habe ich nicht gelernt, daß ich Erkenntnis des Heiligen besäße.

4Wer ist hinaufgestiegen gen Himmel und herniedergefahren? Wer hat den Wind in seine Fäuste gesammelt? Wer die Wasser in ein Tuch gebunden? Wer hat aufgerichtet alle Enden der Erde? Was ist sein Name, und was der Name seines Sohnes, wenn du es weißt?

5Alle Rede Gottes ist geläutert; ein Schild ist er denen, die auf ihn trauen.

6Tue nichts zu seinen Worten hinzu, damit er dich nicht überführe und du als Lügner erfunden werdest.

7Zweierlei erbitte ich von dir; verweigere es mit nicht, ehe ich sterbe:

8Eitles und Lügenwort entferne von mir, Armut und Reichtum gib mir nicht, speise mich mit dem mir beschiedenen Brote;

9damit ich nicht satt werde und dich verleugne und spreche: Wer ist Jehova? und damit ich nicht verarme und stehle, und mich vergreife an dem Namen meines Gottes.

10Verleumde einen Knecht nicht bei seinem Herrn, damit er dir nicht fluche, und du es büßen müssest.

11Ein Geschlecht, das seinem Vater flucht und seine Mutter nicht segnet;

12ein Geschlecht, das rein ist in seinen Augen und doch nicht gewaschen von seinem Unflat;

13ein Geschlecht, wie stolz sind seine Augen, und seine Wimpern erheben sich!

14ein Geschlecht, dessen Zähne Schwerter sind, und Messer sein Gebiß, um wegzufressen die Elenden von der Erde und die Dürftigen aus der Menschen Mitte!

15Der Blutegel hat zwei Töchter: gib her! gib her! Drei sind es, die nicht satt werden, vier, die nicht sagen: Genug!

16Der Scheol und der verschlossene Mutterleib, die Erde, welche des Wassers nicht satt wird, und das Feuer, das nicht sagt: Genug!

17Ein Auge, das den Vater verspottet und den Gehorsam gegen die Mutter verachtet, das werden die Raben des Baches aushacken und die Jungen des Adlers fressen.

18Drei sind es, die zu wunderbar für mich sind, und vier, die ich nicht erkenne:

19der Weg des Adlers am Himmel, der Weg einer Schlange auf dem Felsen, der Weg eines Schiffes im Herzen des Meeres, und der Weg eines Mannes mit einer Jungfrau.

20Also ist der Weg eines ehebrecherischen Weibes: sie ißt, und wischt ihren Mund und spricht: Ich habe kein Unrecht begangen.

21Unter dreien erzittert die Erde, und unter vieren kann sie es nicht aushalten:

22unter einem Knechte, wenn er König wird, und einem gemeinen Menschen, wenn er satt Brot hat;

23unter einem unleidlichen Weibe, wenn sie zur Frau genommen wird, und einer Magd, wenn sie ihre Herrin beerbt.

24Vier sind die Kleinen der Erde, und doch sind sie mit Weisheit wohl versehen:

25die Ameisen, ein nicht starkes Volk, und doch bereiten sie im Sommer ihre Speise;

26die Klippendächse, ein nicht kräftiges Volk, und doch setzen sie ihr Haus auf den Felsen;

27die Heuschrecken haben keinen König, und doch ziehen sie allesamt aus in geordneten Scharen;

28die Eidechse kannst du mit Händen fangen, und doch ist sie in den Palästen der Könige.

29Drei haben einen stattlichen Schritt, und vier einen stattlichen Gang:

30der Löwe, der Held unter den Tieren, und der vor nichts zurückweicht;

31der Lendenstraffe, oder der Bock; und ein König, bei welchem der Heerbann ist.

32Wenn du töricht gehandelt hast, indem du dich erhobst, oder wenn du Böses ersonnen: die Hand auf den Mund!

33Denn das Pressen der Milch ergibt Butter, und das Pressen der Nase ergibt Blut, und das Pressen des Zornes ergibt Hader.

Sprüche 31

1Worte Lemuels, des Königs; Ausspruch, womit seine Mutter ihn unterwies:

2Was, mein Sohn, und was, Sohn meines Leibes, und was, Sohn meiner Gelübde?

3Gib nicht den Weibern deine Kraft, noch deine Wege den Verderberinnen der Könige.

4Nicht für Könige ziemt es sich, Lemuel, nicht für Könige, Wein zu trinken, noch für Fürsten, zu fragen: Wo ist starkes Getränk?

5damit er nicht trinke und des Vorgeschriebenen vergesse, und verdrehe die Rechtssache aller Kinder des Elends.

6Gebet starkes Getränk dem Umkommenden, und Wein denen, die betrübter Seele sind:

7er trinke, und vergesse seine Armut und gedenke seiner Mühsal nicht mehr.

8Tue deinen Mund auf für den Stummen, für die Rechtssache aller Unglücklichen.

9Tue deinen Mund auf, richte gerecht, und schaffe Recht dem Elenden und dem Dürftigen.

10Ein wackeres Weib, wer wird es finden? Denn ihr Wert steht weit über Korallen.

11Das Herz ihres Mannes vertraut auf sie, und an Ausbeute wird es ihm nicht fehlen.

12Sie erweist ihm Gutes und nichts Böses alle Tage ihres Lebens.

13Sie sucht Wolle und Flachs, und arbeitet dann mit Lust ihrer Hände.

14Sie ist Kaufmannsschiffen gleich, von fernher bringt sie ihr Brot herbei.

15Und sie steht auf, wenn es noch Nacht ist, und bestimmt die Speise für ihr Haus und das Tagewerk für ihre Mägde.

16Sie sinnt auf ein Feld und erwirbt es; von der Frucht ihrer Hände pflanzt sie einen Weinberg.

17Sie gürtet ihre Lenden mit Kraft und stärkt ihre Arme.

18Sie erfährt, daß ihr Erwerb gut ist: des Nachts geht ihr Licht nicht aus;

19sie legt ihre Hände an den Spinnrocken, und ihre Finger erfassen die Spindel.

20Sie breitet ihre Hand aus zu dem Elenden und streckt ihre Hände dem Dürftigen entgegen.

21Sie fürchtet für ihr Haus den Schnee nicht, denn ihr ganzes Haus ist in Karmesin gekleidet.

22Sie verfertigt sich Teppiche; Byssus und Purpur sind ihr Gewand.

23Ihr Mann ist bekannt in den Toren, indem er sitzt bei den Ältesten des Landes.

24Sie verfertigt Hemden und verkauft sie, und Gürtel liefert sie dem Kaufmann.

25Macht und Hoheit sind ihr Gewand, und so lacht sie des künftigen Tages.

26Sie tut ihren Mund auf mit Weisheit, und liebreiche Lehre ist auf ihrer Zunge.

27Sie überwacht die Vorgänge in ihrem Hause und ißt nicht das Brot der Faulheit.

28Ihre Söhne stehen auf und preisen sie glücklich, ihr Mann steht auf und rühmt sie:

29"Viele Töchter haben wacker gehandelt, du aber hast sie alle übertroffen!"

30Die Anmut ist Trug, und die Schönheit Eitelkeit; ein Weib, das Jehova fürchtet, sie wird gepriesen werden.

31Gebet ihr von der Frucht ihrer Hände; und in den Toren mögen ihre Werke sie preisen!

Elberfelder Bibel (1905), gemeinfrei. Abgerufen von getbible.net; Verse werden nie von Hand getippt oder erzeugt.