Sprüche 3,5
Vertraue auf Jehova mit deinem ganzen Herzen, und stütze dich nicht auf deinen Verstand.
Sprüche 3,6
Erkenne ihn auf allen deinen Wegen, und er wird gerade machen deine Pfade.
Hebräer 11,1
Der Glaube aber ist eine Verwirklichung dessen, was man hofft, eine Überzeugung von Dingen, die man nicht sieht.
Markus 9,24
Und alsbald rief der Vater des Kindleins und sagte mit Tränen : Ich glaube; hilf meinem Unglauben!
Römer 10,17
Also ist der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort.
Psalm 56,3
An dem Tage, da ich mich fürchte, vertraue ich auf dich.
2. Korinther 5,7
(denn wir wandeln durch Glauben, nicht durch Schauen);
Wie die Schrift über Glaube und Vertrauen spricht
Sowohl im Hebräischen als auch im Griechischen gehen die Wörter für „Glaube“ und „Vertrauen“ auf Sprachwurzeln zurück, die Festigkeit, Verlässlichkeit und das Sich-Stützen auf ein tragfähiges Fundament ausdrücken. In der Weisheitsliteratur, den Psalmen, den Evangelien und den Briefen wird Glaube nie als blinde Leichtgläubigkeit oder als Verdrängung von Schwierigkeiten gezeichnet. Er ist vielmehr eine lebendige Beziehung: mit offenen Fragen und Ängsten zu Gott zu kommen und den nächsten Schritt im Vertrauen auf sein Wort zu wagen.
Vertrauen von ganzem Herzen in Weisheit und Psalmen
Im Alten Testament zeigt sich Vertrauen vor allem als praktische Lebenshaltung, wenn der eigene Überblick nicht ausreicht.
Sprüche 3,5–6 — Sich auf den Herrn verlassen statt nur auf den eigenen Verstand
In dieser bekannten Weisheitslehre wird das Vertrauen auf den Herrn von ganzem Herzen dem Versuch gegenübergestellt, sich allein auf die eigene Einsicht zu stützen. Das wertet kluges Nachdenken nicht ab, erinnert aber daran, dass menschliche Voraussicht immer begrenzt bleibt, und lädt dazu ein, Gott auf allen Wegen einzubeziehen.
Psalm 56,3 — Vertrauen wählen, gerade wenn Furcht aufkommt
Die Überschrift von Psalm 56 verbindet dieses Gebet mit Davids Bedrängnis bei den Philistern in Gath. Bemerkenswert ist die Offenheit des Verses: Der Beter behauptet nicht, niemals Angst zu kennen; er sagt, dass er genau an dem Tag, an dem er sich fürchtet, sein Vertrauen auf Gott setzt. Ein verwandtes Beispiel für ruhige Treue in großer Gefahr erzählt die Geschichte von Daniel in der Löwengrube.
Ehrlicher Glaube in den Evangelien
Markus 9,24 — Der Ruf eines Vaters: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“
Im neunten Kapitel des Markusevangeliums bringt ein Vater sein krankes Kind zu Jesus, nachdem die Jünger nicht helfen konnten. Gezeichnet von jahrelanger Sorge ruft der Mann aus, dass er glaubt – und bittet im selben Atemzug um Hilfe für seinen Unglauben. Indem das Evangelium dieses Gebet und Jesu barmherzige Zuwendung überliefert, zeigt es: Auch ein angefochtener, kleiner Glaube findet bei Christus offene Ohren.
Durch Glauben wandeln in den neutestamentlichen Briefen
In den Briefen der Apostel wird Glaube als eine Weise beschrieben, den Weg auch dann weiterzugehen, wenn das Ziel noch nicht vor Augen liegt.
Hebräer 11,1 — Überzeugung von Dingen, die man noch nicht sieht
Hebräer 11 eröffnet seine große Reihe von Glaubenszeugen mit der Beschreibung des Glaubens als Verwirklichung dessen, was man hofft, und als Überzeugung von Dingen, die man nicht sieht. Geschrieben für müde gewordene Gemeinden, macht der Vers deutlich, dass Gottes Zusage schon heute festen Halt unter den Füßen gibt. Weitere Texte über diesen Blick nach vorn bieten unsere Bibelverse über Hoffnung.
Römer 10,17 — Glaube, der durch das Hören des Wortes genährt wird
Im zehnten Kapitel des Römerbriefes benennt Paulus die Quelle, aus der Vertrauen entsteht: Der Glaube kommt aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort. Vertrauen wächst selten dadurch, dass man angestrengt die eigene Glaubensstärke misst, sondern indem man immer wieder auf Gottes Stimme in der Schrift hört. Praktische Tipps für den Einstieg gibt unser Beitrag Wie fange ich an, die Bibel zu lesen?.
2. Korinther 5,7 — Wandeln durch Glauben, nicht durch Schauen
Mitten in seinen Gedanken über die Vergänglichkeit des irdischen Lebens – das er mit einem Zelt vergleicht – formuliert Paulus den kurzen Leitsatz: Wir wandeln durch Glauben, nicht durch Schauen. Schritt für Schritt orientieren sich Glaubende an Gottes Verlässlichkeit statt allein an wechselhaften äußeren Eindrücken.
Wie man diese Verse liest und bedenkt
Wenn sich dein Vertrauen heute brüchig anfühlt, beginne mit Markus 9,24 oder Psalm 56,3. Sprich mit derselben unverstellten Ehrlichkeit zu Gott wie der Vater im Markusevangelium, benenne sowohl dein Vertrauen als auch deine Unsicherheit, und lies Sprüche 3,5–6 langsam als Gebet für deine heutigen Entscheidungen.
Häufige Fragen
01Bedeutet biblischer Glaube, niemals Zweifel oder Angst zu haben?
Keineswegs. In Markus 9,24 ruft ein verzweifelter Vater Jesus unter Tränen zu: ‚Ich glaube; hilf meinem Unglauben!‘ – und Jesus nimmt diese ehrliche Bitte an. Auch Psalm 56,3 spricht davon, Gott genau an dem Tag zu vertrauen, an dem man sich fürchtet.
02Wie wächst der Glaube nach Römer 10,17?
Paulus schreibt in Römer 10,17, dass der Glaube aus der Verkündigung kommt, diese aber durch Gottes Wort. Das regelmäßige Hören und Lesen der Schrift erinnert das Herz an Gottes Verlässlichkeit.
03Was meint Paulus in 2. Korinther 5,7 mit ‚wir wandeln durch Glauben, nicht durch Schauen‘?
In 2. Korinther 5,7 macht Paulus deutlich, dass Glaubende ihren Weg im Alltag an Gottes Zusagen ausrichten, auch wenn deren volle Erfüllung für das bloße Auge noch nicht sichtbar ist.